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Für Chancengleichheit in der Gesundheit

Dr. med. Judith Stoltz, M.Sc. verstärkt an der Hochschule Landshut das Dozierenden-Team des Studiengangs Physician Assistance und bringt dabei praxisnahe Methoden, internationale Erfahrung und einen ganzheitlichen Blick auf Gesundheit in die Ausbildung der Studierenden ein.

Wenn Dr. Judith Stoltz von ihrer Arbeit erzählt, wird schnell klar, wie wichtig ihr das Thema „Global Health“ mit den damit verbundenen Aspekten der Gesundheitsversorgung, Nachhaltigkeit, Menschenrechte und multidisziplinären Zusammenarbeit ist. „Gesundheit endet nicht an Landesgrenzen, Gesundheit ist auch nicht für alle Menschen innerhalb einer Stadt oder eines Staates ein selbstverständliches Gut. Eine gerechte und hoch qualitative Gesundheitsversorgung kann nur als Teamarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtungen und Fachkräften gelingen. Globale Herausforderungen wie der Klimawandel, Krisen und soziale Ungleichheit weltweit zeigen, wie wichtig eine für alle zugängliche Versorgung und starke Gesundheitssysteme sind“, erklärt Stoltz. Daher setzt sich die neue Lehrkraft für besondere Aufgaben im Studiengang Physician Assistance dafür ein, dass Menschen gleiche Chancen im Gesundheitsbereich haben, unabhängig von ihrem Standort, ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Umfeld. Als ärztliche Leitung der praktischen Lehre bringt die erfahrene Medizinerin dabei nicht nur fachliche Expertise, sondern auch einen reichen internationalen Erfahrungsschatz in die Ausbildung der Studierenden ein.

Breites Lehrspektrum mit Praxisnähe

Zu ihren Lehrveranstaltungen zählen „Mikrobiologie, Infektiologie und Hygiene“, „Stationäre und ambulante Medizin“, „Medizinische Grundlagen“, dazu praxisorientierte Kurse wie chirurgische Wundversorgung und Nahttechniken, Stomaversorgung, Gipsen, Blutabnahme und das Legen peripherer Zugänge. Besonderes Augenmerk legt sie auch auf die lokale, bedarfsadaptierte Herstellung von Simulationsmodellen – etwa selbst entwickelte Nahtpads, die mithilfe eines 3D-Druckers und Silikonguss entstehen und gemeinsam mit den Studierenden angefertigt werden. Damit möchte sie den Studierenden ermöglichen, Fertigkeiten selbstständig, realitätsnah und ressourcenschonend zu üben.

Internationale Stationen prägen Blick auf Medizin

Nach dem Abitur führte sie ihr Weg nach Lateinamerika: So widmete sie ein Freiwilliges Soziales Jahr mit den Salesianerinnen Don Boscos der Kinder- und Jugendarbeit in sozial benachteiligten Vierteln Venezuelas (Puerto Ayacucho, Valencia, Caracas). „Dort ist dann auch mein Entschluss entstanden, Medizin zu studieren“, erzählt Stoltz. Das Studium absolvierte sie in Aachen im bewusst gewählten praxisorientieren Modellstudiengang Medizin, ergänzt durch ein Global-Health-Masterstudium in Maastricht, NL. Für ihre Pflichtpraktika kehrte Stoltz nach Südamerika zurück und arbeitete in Mexiko, Bolivien, Peru und Chile.

Dort lernte sie, wie wichtig es ist, auch ohne technische Hilfsmittel durch gründliche Anamnese und Untersuchung sowie respektvolle Kommunikation Diagnosen zu stellen. „Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, am Menschen zu bleiben, genau zuzuhören und zu beobachten, gezielt Fragen zu stellen“, betont sie. Ihre beruflichen Stationen führten sie unter anderem an die Uniklinik Aachen, das LAKUMED Krankenhaus Landshut-Achdorf, das Kinderkrankenhaus Landshut und schließlich an die Klinik Mallersdorf. Dort arbeitet sie aktuell als Oberärztin in der Viszeral- und Minimalinvasiven Chirurgie – und kann so ihre klinische Erfahrung direkt in die Lehre einbringen.

Aktuelle Projekte zu Nachhaltigkeit und Praxisnähe

So arbeitet Stoltz derzeit an einer interdisziplinären Lehrveranstaltung mit ihrer Kollegin Theresa Eberl aus den Hebammenwissenschaften, die Nachhaltigkeit im Alltag von Praxis und Lehre stärker verankern soll. Dabei geht es um den bewussten Umgang mit Ressourcen – von Materialien über Zeit bis hin zu den menschlichen Kapazitäten. Als Lehrkraft für besondere Aufgaben schätzt sie die Flexibilität und die Möglichkeit, den noch jungen Studiengang aktiv mitzugestalten. „Es ist wichtig, die medizinische Versorgung sicherzustellen, indem man innovativer denkt und nah am Patienten arbeitet“, sagt sie. Besonders begeistert ist sie von der Motivation und der Aufgeschlossenheit der Studierenden: „Es gibt viele engagierte Studentinnen und Studenten, die in den Praktika sehr gute Arbeit leisten. Das bekommen wir von unseren Praxispartnern und -einrichtungen auch zurückgespiegelt.“

Neben den fachlichen Inhalten will Stoltz den Studierenden auch eine offene Grundeinstellung vermitteln: „Gerade wenn man jung ist, ist es gut zu wissen, was man gerne tut und in welche Richtung man gehen will. Gleichzeitig habe ich erkannt, dass man viele Schritte nicht bis ins Detail planen kann. Manches ergibt sich einfach mit der Zeit.“ Gemäß ihrem Motto „Der Weg entsteht im Gehen“ ist es für die Ärztin und zweifache Mutter daher wichtig, immer offen zu bleiben, sich eigene Netzwerke aufzubauen, Wissen und Begeisterung für die Gesundheitsarbeit weiterzugeben und manche Dinge sich einfach entwickeln zu lassen. 

Foto: Hochschule Landshut
(frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle)