Landshuter Energiegespräche Programm Sommersemester 2022

Thema: Nachhaltige Energieforschung an der Hochschule Landshut

Die Landshuter Energiegespräche wollen in diesem Sommersemester in vier Vorträgen, anschließender Diskussion und Führungen einen Eindruck von der "nachhaltigen Energieforschung an der Hochschule Landshut" vermitteln. Die Veranstaltungen finden an der Hochschule Landshut und am Technologiezentrum Energie statt. Die Teilnahme am ersten Vortrag ist nur online, an den weiteren in Präsenz und onlinle möglich. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei, eine Anmeldung aus organisatorischen Gründen erforderlich, bitte nutzen Sie unsere Online-Anmeldung und beachten Sie unsere Teilnahmebedingungen.

Programm

Termin: Montag, 28. März 2022, 18.30 Uhr
Ort: ONLINE

Vortrag/Diskussion:
Digitales Energiemanagement für den ressourcenschonenden Bau und Betrieb von Gebäuden


Referent/-in:
Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse, Hochschule Landshut
Dr. Max Huber, Sehlhoff GmbH

Eine digitale Vernetzung bietet die Möglichkeit, geografisch getrennte Liegenschaften ganzheitlich zu betrachten sowie Energieressourcen effizient zu nutzen und zu verteilen. Hierfür wird im Forschungsprojekt DENU (Digitale Energienutzung zur Erhöhung der Energieeffizienz durch interaktive Vernetzung), das Projektleiterin Prof. Dr. Diana Hehenberger-Risse (Hochschule Landshut) vorstellen wird, eine skalierfähige, Cloud-basierte Datenbank implementiert und aufbauend auf den gesammelten Energiedaten Prognosen mittels Methoden des maschinellen Lernens entwickelt. Zusammen mit der Erarbeitung von speziellen Energieeffizienzindikatoren, können dadurch Einsparpotenziale aufgezeigt werden. Zusätzlich stellt das Planungsbüro HPE GmbH, als Industriepartner im Projekt, eine visuelle Darstellung mit geografischer Verortung über eine GIS-Anwendung bereit. Das System wird einem Energiemanagementsystem gem. ISO 50001 verknüpft, so dass am Ende neben den Einsparmaßnahmen-/Vorschlägen auch die rechtlichen Vorgaben und Berichtspflichten für Organisationen erfüllt werden. Das Projekt DENU dient als Basis für den Aufbau eines hochschulweiten Campus-Datenmanagementsystems, das aber auch in anderen Einrichtungen und Unternehmen angewandt werden kann.

Die Digitalisierung im Bauwesen liefert spannende Werkzeuge, um den Bau und den Betrieb von Gebäuden effizienter und nachhaltiger gestalten zu können. Im Rahmen des Forschungsprojekts DENU hat die SEHLHOFF GMBH KI-basierte Softwareanwendungen zur Betriebsoptimierung von Heiz- und Kühlsystemen entwickelt, die Dr. Max Huber zeigen wird. Die Software GREENi liefert auch automatisierte Analysen digitaler Planungsdaten, insbesondere die für die Errichtung von Gebäuden notwendige Graue Energie wird dadurch sichtbar und vermeidbar.

Weitere Informationen zur Veranstaltung bietet der News-Bericht.

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Termin: Montag, 25. April 2022, 18.30 Uhr
Ort: Technologiezentrum Energie (TZE), Ruhstorf a.d. Rott | in Präsenz und ONLINE

Vortrag/Diskussion:
Laden und Schnellladen in der E-Mobilität - Quo vadis Netzstabilität?


Referent/-in: 
Prof. Dr. Karl-Heinz Pettinger, Barbara Poisl 
Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut
Zusätzlich bietet eine Laborführung Einblicke in die praxisorientierte Forschung am TZ Energie. 

Der Ausbau der Elektromobilität und der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur ist eines der Kernziele der Europäischen Union. Schnelles Laden und Netzstabilität sind dabei die Hauptthemen. Im Vortrag „Laden und Schnellladen in der E-Mobilität“ stellen Prof. Dr. Pettinger –wissenschaftlicher Leiter des TZE- und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Barbara Poisl den Status sowie nachhaltige und innovative Ladekonzepte vor. Ein Fokus liegt dabei auf dem Szenario „Vehicle to Home“. Hier wird betrachtet, wie die Speicher der Elektrofahrzeuge zur Netzunterstützung dienen können und sogar bidirektional als Heimspeicher funktionieren. Des Weiteren wird das Forschungsprojekt Open Mobility Electric Infrastructure kurz OMEI vorgestellt (gefördert durch das BMDV). Hierbei wird ein gesamtheitlicher Ansatz untersucht, wie nachhaltige und netzschonende Ladeinfrastrukturen realisiert werden können, um mehr regionale erneuerbare Energien hierfür zu nutzen. 
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Termin: Montag, 16. Mai 2022, 18.30 Uhr
Ort: Technologiezentrum Energie (TZE), Ruhstorf a.d. Rott | in Präsenz und ONLINE

Vortrag/Diskussion:
Grüne Gase – eine essentielle Säule nachhaltiger Energiesysteme


Referenten: 
Prof. Dr. Raimund Brotsack, Technische Hochschule Deggendorf, Technologiezentrum Energie (TZE) 
M. Eng. Maximilian Mock, Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut

Zusätzlich bietet eine Laborführung Einblicke in die praxisorientierte Forschung am TZ Energie. 

Nach wie vor spielt Erdgas eine tragende Säule in unserer Energieversorgung. Erdgas kann in der vorhandenen Infrastruktur gespeichert und verteilt werden und ist vielfältig für die Sektoren Wärme, Strom und Mobilität einsetzbar. Grünes Erdgas, sogenanntes „Renewable Natural Gas (RNG)“, welches aus erneuerbarem Strom sowie organischen Abfallstoffen hergestellt werden kann hat eine sehr niedrige CO2-Bilanz und trägt insbesondere auch zur Absicherung der Energieversorgung im eigenen Land bei.

Nicht erst seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine warnen Wissenschaftler vor der einseitigen Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen.

Durch Power to Gas in Kombination mit biologischen Verfahren zur Methanisierung ist es heute möglich den Anteil von RNG im europäischen Erdgasnetz stufenlos zu erhöhen. Sobald Wasserstoff eine umsetzbare Alternative zu RNG bietet können biologische Verfahren dazu beitragen grünen Wasserstoff mit negativer CO2-Bilanz zu erzeugen.

In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Raimund Brotsack am TZE werden biologische Verfahren zur Erzeugung von grünem Erdgas und grünem Wasserstoff entwickelt und optimiert. In dem Vortrag erfahren Sie was heute bereits möglich ist und wohin die weiteren Entwicklungen bei der Erzeugung grüner Gase führen können.
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Termin: Montag, 20. Juni 2022, 18.30 Uhr
Ort: Hochschule Landshut in Präsenz und ONLINE

Vortrag/Diskussion:
Kleine Biogasanlagen aus textilen Materialien


Referenten: 
Prof. Dr. Josef HofmannDr. Uwe Behmel 
Hochschule Landshut

Zusätzlich bereits um 17.00 Uhr Besichtigung 
der Technikumsbiogasanlage (neben dem Rinderstall des Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn) 

Der Bau von Biogasanlagen und deren Betrieb mit landwirtschaftlichen Reststoffen stellt viele interessierte Landwirte vor die Entscheidung, ob eine entsprechende Investition mit wirtschaftlicher, ökologischer und sozial verträglicher Betriebsweise gerade bei kleineren landwirtschaftlichen Betrieben möglich ist. Diese Fragestellung wird im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Kleine Biogasanlagen aus textilen Materialien“ von der Hochschule Landshut zusammen mit der Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising, den Firmen AGROTEL GmbH und Finsterwalder Umwelttechnik GmbH sowie der Landmaschinenschule Landshut untersucht.

Es soll dabei eine preiswerte, energieeffiziente Biogasanlage entwickelt, im Demonstrationsmaßstab auf dem Gelände des Agrarbildungszentrum errichtet und mit Rinderfestmist sowie Kleegras betrieben werden. Die ersten Ergebnisse aus diesem Projekt, die Technikums-Biogasanlage sowie Perspektiven textiler Fermenter und Gärrestelager werden in diesem Vortrag vorgestellt.
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