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Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung

DigiBEssst

Digitale Beratungsangebote professioneller Essstörungs-Beratungsstellen: Partizipative Bestandaufnahme, Evaluation und Entwicklung von Qualitätsleitlinien

Projektdauer

01.12.2021 - 30.11.2023

Förderprogramm

Einbeziehung von digitalen Lebenswelten in die integrierte Versorgung bei Essstörungen

Förderkennzeichnung

ZMI1-2521KIG04A

Geldgeber

Bundesministerium für Gesundheit

SDG

Beteiligte Personen

Gesamtprojektleitung :
Prof. Dr. phil. Eva Wunderer

Projektbearbeitung:
M.A. Anna Hofer
Cäcilia Hasenöhrl

Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung

DigiBEssst

Digitale Beratungsangebote professioneller Essstörungs-Beratungsstellen: Partizipative Bestandaufnahme, Evaluation und Entwicklung von Qualitätsleitlinien

Was ist der Hintergrund des Forschungsprojekts?

Professionelle Beratungsstellen sind oftmals die erste Anlaufstelle für Menschen mit Essstörungen und ihr soziales Umfeld. Sie bilden ein unverzichtbares Element in der Behandlungskette im Rahmen einer integrierten Versorgung und stellen die Weichen für die weitere Behandlung und Genesung. Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen und Einschränkungen zeigen massive Auswirkungen auf die psychosoziale Gesundheit, womit ein erhöhter Bedarf an niedrigschwelliger Beratung und Unterstützung akut und in den kommenden Jahren zu erwarten ist. Gleichzeitig waren Präsenz-Angebote in der Pandemie vielfach nicht möglich, weshalb professionelle Beratungsstellen in kurzer Zeit neue – digitale – Wege gehen mussten. Die Relevanz von E- Mental-Health-Angeboten resultiert ebenso aus der hohen Prävalenz von Essstörungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, für die Online-Aktivitäten eine wesentliche Lebenswelt darstellen. Zudem kann digitale Beratung eine flächendeckende Versorgung auch in bislang in der Beratung unterversorgten Gebieten sicherstellen, beispielsweise in ländlichen Gegenden. Dennoch: Digitale Beratung im Essstörungsbereich ist kaum erforscht. So ist unklar, was professionelle Beratungsstellen heute genau anbieten und welche Technologien, Medien, Methoden und Settings sie nutzen. Zudem gibt es keine systematische Evaluation, wie diese Angebote von Fachkräften sowie Nutzenden beurteilt werden und welche weiteren Bedarfe bestehen. Ferner fehlt es an Qualitätsleitlinien für die digitale Beratung bei Essstörungen, um professionelle Standards zu etablieren.


Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Vor dem Hintergrund des kaum vorhandenen Wissens über bestehende Strukturen im digitalen Bereich und des niedrigschwelligen Zugangs zu Online-Beratung, insbesondere für jüngere Zielgruppen, setzt sich das Forschungsprojekt folgende Ziele: Es will erstens das bestehende digitale Beratungsangebot im Essstörungsbereich in Deutschland erheben, zweitens die Erfahrungen von Fachkräften, betroffenen Menschen und Angehörigen mit diesem Angebot eruieren und daraus drittens „good practice“ sowie bestehende Barrieren und Bedarfe ableiten. Auf dieser Basis werden viertens Qualitätsleitlinien für professionelle digitale Beratung entwickelt.


Wie wird das Forschungsvorhaben umgesetzt?

Basierend auf einer umfassenden internationalen Literaturstudie nutzen wir ein Mixed-Methods-Design, das eine Online-Befragung und vertiefende teilstandardisierte, qualitative Interviews umfasst. Der Forschungsprozess ist partizipativ angelegt, alle Zielgruppen werden als Expert:innen einbezogen: Fachkräfte als Expert:innen qua Ausbildung, Personen mit Essstörungen und deren Angehörige als Expert:innen durch ihre eigene Betroffenheit. Letztere kommen in den leitfadengestützten Interviews zu Wort. Daraus lassen sich zum einen Erkenntnisse zu Versorgungslage, Ausbau- und Unterstützungs- bedarfen, andererseits Erfahrungen mit verschiedenen Settings, Methoden, Technologien und Medien gewinnen. Auf dieser Grundlage werden Qualitätsleitlinien für professionelle digitale Beratung entwickelt. Die Dissemination an Fachkräfte wird, ebenso wie der Zugang zum Feld, durch den Bundesfachverband Essstörungen e. V. sichergestellt, was den nachhaltigen Transfer in die Praxis sichert. Durch die Kooperationspartner:innen sind im gesamten Forschungsprozess vielfältige Expertisen einbezogen.


Kooperationspartner:innen:

  • Tom Frank (Diätassistent, Mansfeld-Löbbecke-Stiftung; Vorstand BFE e. V.)
  • Dr. Maya Götz (Dr. phil., Studium Lehramt an Grund- und Hauptschulen, M.A. Pädagogik; Leitung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen IZI)
  • Monika Haase (Dipl. Pädagogin, Bereichsleitung Jugendhilfe Bethel Bielefeld; Vorstand BFE e. V.)
  • Dr. Elisabeth Rauh (Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, Ärztin für Naturheilkunde; Chefärztin Schön Klinik Psychosomatik Bad Staffelstein; Vorstand BFE e. V.)
  • Karin Reupert (Sozialpädagogin, Sozialtherapeutin/Supervisorin; Geschäftsführung Waage e. V.; bis Dezember 2022 Vorstand BFE e. V.; Mitglied Expertengremium Bundesministerium für Gesundheit (BMG))
  • Carmen Schmidt (Dipl.-Sozialpädagogin, Einrichtungsleitung Dick & Dünn Berlin; Mitglied im BFE e. V. und Expertengremium BMG)
  • Dr. Walburga Wünsch-Leiteritz (Leitende Oberärztin Klinik Lüneburger Heide; Vorstand BFE e. V.; Mitglied Expertengremium BMG)


Weitere Partner:innen, die ihre Expertise in den Forschungsprozess einbringen:

  • ANAD e. V. Versorgungszentrum Essstörungen; TheraTeam (München)
  • Barmer GEK
  • BEL Beratungszentrum Ess-Störungen (Leipzig)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA (Köln)
  • Dick und Dünn e. V. Beratungszentrum bei Essstörungen (Berlin)
  • Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen gGmbH
  • Förderverein des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen e. V.
  • Frauenberatungsstelle/Eß-o-Eß (Kiel)
  • Hand zu Hand e. V. (Bremen)
  • Jugenschutz.net (Mainz)
  • Kaufmännische Krankenkasse (KKH)
  • Netzwerk Essstörungen Sachsen (NESSA)
  • sMUTje Starthilfe für MUTige Jugendliche mit Essstörungen (Hamburg)
  • Stiftung Pfennigparade (München)
  • Waage e. V. Das Fachzentrum für Essstörungen (Hamburg)
  • Prof. Dr. Stefan Ehrlich (Technische Universität Dresden)
  • Prof. Emily Engelhardt (Hochschule München)
  • Dr. Maya Götz (Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen IZI, München)
  • Prof. Dr. Bettina Kühbeck (Hochschule Landshut)
  • Stefan Kühne (Erwachsenenbildner mit Schwerpunkt Online-Beratung und Digitalisierung in der Sozialen Arbeit, Wien)
  • Prof. Dr. Dietrun Lübeck (Evangelische Hochschule Berlin)
  • Petra Risau (Dipl.-Pädagogin, Systemische Beraterin, Online-Beraterin, Trainerin, Lehrbeauftragte, Berlin)
  • Prof. Dr. Christian Strobel (Hochschule München)