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Wie Landshut Klimaentscheidungen trifft

Gastvortrag von Klimaschutzmanagerin Maria Kasperczyk im Masterstudiengang „Nachhaltigkeit und Transformation“

Wie wird Klimaschutz in einer Stadt konkret, jenseits von Schlagworten und Absichtserklärungen? Im Masterstudiengang Nachhaltigkeit und Transformation an der Hochschule Landshut war Maria Kasperczyk, Klimaschutzmanagerin der Stadt Landshut, Anfang Dezember im Modul „Zivilgesellschaft und politische Prozesse“ von Prof. Dr. Bettina Leibetseder zu Gast.

Kasperczyk stellte ihre Aufgaben vor und zeigte, wie Klimaschutz und Klimaanpassung in der Kommunalverwaltung verankert werden. Ein zentrales Beispiel neben den Klimaschutzmaßnahmen: das Klimaanpassungskonzept der Stadt Landshut, das der Stadtrat am 26. Mai 2023 als Entscheidungskriterium und informelle Planungsgrundlage beschlossen hat. Es soll helfen, erwartete Klimaveränderungen systematisch in die Stadtentwicklung einzubeziehen.

Sie machte außerdem deutlich, wo Landshut bereits aktiv ist, etwa beim Ausbau des Radwegenetzes, bei Maßnahmen zur Energiewende und bei kommunalen Projekten von effizienter Straßenbeleuchtung bis zur E-Mobilität im städtischen Fuhrpark. Zu ihren Schwerpunkten zählt, andere Fachstellen bei Klimaschutz und Klimaanpassung zu beraten, eine Energie- und CO₂-Bilanzierung voranzutreiben und passgenaue Maßnahmen für Landshut zu entwickeln und umzusetzen. Auch die starke Photovoltaik-Erzeugung in der Stadt und das Thema Batteriespeicher kamen zur Sprache.

Politik, Alltag, Zielkonflikte: Austausch als fester Bestandteil des Masterstudiengangs

Im Anschluss ging es in die Diskussion, denn der Studiengang setzt bewusst auf interdisziplinären Austausch und Praxisnähe. Genau darum geht es im Master „Nachhaltigkeit und Transformation“: technische Lösungen verstehen, aber auch die Bedingungen, unter denen sie politisch beschlossen, finanziert und von der Gesellschaft getragen werden.

Prof. Dr. Leibetseder fasste diesen Punkt zusammen: „Kommunaler Klimaschutz ist kein rein technisches Vorhaben; er ist ein politischer Prozess, der Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenführt und demokratische Entscheidungen erfordert.“

Thematisch stand vor allem der Stadtverkehr im Mittelpunkt. Kasperczyk stellte die Kampagne zur „15-Minuten-Stadt“ vor, die die Landshuter Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren soll, kurze Wege häufiger mit dem Fahrrad zurückzulegen. 

Besonders hervorgehoben wurde die Rolle der Bauleitplanung: Bei der Gestaltung neuer Wohnquartiere liege ein großer Hebel für klimafreundliche Lösungen. Demgegenüber stellte Kasperczyk die Aufgabe der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden als langfristige Herausforderung dar.

Die Veranstaltung zeigte, wie der Masterstudiengang Theorie und Praxis verbindet: Die Studierenden lernten, kommunale Klimaschutzarbeit als kontinuierlichen Prozess zu verstehen, der fachübergreifende Zusammenarbeit und gesellschaftliche Akzeptanz erfordert. Statt großer Einzelmaßnahmen rückt dabei häufig das konsequente Umsetzen vieler kleiner, passgenauer Schritte in den Vordergrund.

Fotos: Hochschule Landshut
(Frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle)

Foto 1: Studiengangsleiter Prof. Dr. Markus Schmitt und Prof. Dr. Bettina Leibetseder begrüßten Klimaschutzmanagerin Maria Kasperczyk (Mitte).


Foto 2: Maria Kasperczyk stellte den Studierenden den Klimaschutz und das Klimaanpassungskonzept der Stadt Landshut vor.