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Warum ein einziger Abend viel in Bewegung bringen kann

Ein Raum voller Menschen, ein paar Minuten auf der Bühne und eine Idee, die laut ausgesprochen wird. Weltweit sind aus solchen Abenden Unternehmen, Freundschaften und ganze Gründerszenen entstanden. Am 29. Oktober ist es auch in Landshut wieder so weit. Zeit für einen Blick darauf, woher die Idee kommt und warum sie so gut funktioniert.

Sommer 2007: Zwei Bühnen, eine Idee

Im Juli 2007 treffen sich in Boulder, Colorado, 70 Menschen zu einem ungewöhnlichen Experiment. Sie haben 54 Stunden Zeit, um gemeinsam ein Startup auf die Beine zu stellen. Am Freitagabend bilden sich Teams rund um Ideen, am Sonntagabend präsentieren sie ihre Ergebnisse. Der Organisator Andrew Hyde nennt das Format „Startup Weekend“.

Im selben Sommer steht in den USA ein junges Team auf einer anderen Bühne: beim Demo Day von Y Combinator. Dort stellen Gründer nach wenigen Monaten Arbeit ihre Projekte vor. Eines davon ist ein kleines Programm, mit dem sich Dateien zwischen Computern synchronisieren lassen. Sein Name: Dropbox.

Beide Formate folgen derselben Überzeugung: Eine Idee entwickelt sich am schnellsten, wenn man sie anderen zeigt. Y Combinator wurde 2005 von Paul Graham, Jessica Livingston, Robert Morris und Trevor Blackwell gegründet – kurz nach einem Vortrag von Graham mit dem Titel „How to Start a Startup“. Später durchliefen auch Unternehmen wie Airbnb und Stripe das Programm.

Und das Startup Weekend? Es verbreitete sich in kurzer Zeit auf der ganzen Welt. Bis 2016 fand es in mehr als 1.000 Städten und 135 Ländern statt und erreichte über 210.000 Teilnehmende. Aus einem Experiment mit 70 Menschen war eine weltweite Bewegung geworden.

Was passiert, wenn Ideen eine Bühne bekommen?

Man könnte meinen, ein Pitch-Abend sei vor allem gute Unterhaltung. Die Forschung zeichnet ein anderes Bild.

Wettbewerbe können Unternehmen wachsen lassen

In Nigeria bewarben sich mehr als 24.000 Menschen für den Gründungswettbewerb YouWiN!. Fast 1.200 Gewinner erhielten im Durchschnitt rund 50.000 US-Dollar. Der Ökonom David McKenzie verglich sie drei Jahre später mit vergleichbaren Teilnehmenden, die bei der Auslosung leer ausgegangen waren.

Das Ergebnis: Die neu gegründeten Unternehmen der Gewinner waren um 37 Prozentpunkte häufiger noch am Markt. Sie beschäftigten im Durchschnitt doppelt so viele Menschen. Insgesamt entstanden durch den Wettbewerb mehr als 7.000 Arbeitsplätze.

Natürlich ging es dabei um deutlich mehr Geld als bei einem regionalen Gründerpreis. Die Studie zeigt jedoch etwas Grundsätzliches: Wenn Ideen sichtbar werden und Unterstützung erhalten, können daraus erfolgreiche Unternehmen entstehen.

Neue Unternehmen schaffen neue Arbeitsplätze

Eine viel zitierte Analyse der Kauffman Foundation aus dem Jahr 2010 wertete Daten aus fast drei Jahrzehnten aus. Zwischen 1977 und 2005 schufen neue Unternehmen in den USA in ihrem ersten Jahr durchschnittlich rund drei Millionen Arbeitsplätze pro Jahr, während etablierte Unternehmen unter dem Strich Stellen abbauten.

Wer Gründungen fördert, stärkt also die gesamte Region – nicht nur einzelne Teams.

Vorbilder machen Mut

Eine Studie mit 292 Unternehmern aus den Niederlanden untersuchte, welche Rolle Vorbilder spielen. Für viele Gründer waren sie wichtig: als Inspiration und als Menschen, von denen sie lernen konnten.

Genau das passiert bei einem Abend wie der Gründernacht. Du siehst keinen Tech-Milliardär auf einem Bildschirm, sondern jemanden, der vielleicht im selben Hörsaal saß wie Du. Und plötzlich scheint der Gedanke „Das könnte ich auch“ gar nicht mehr so weit entfernt.

Was das mit Landshut zu tun hat

Gründerszenen entstehen nicht nur im Silicon Valley. Sie entstehen überall dort, wo Menschen mit Ideen auf Menschen treffen, die zuhören, Fragen stellen und Türen öffnen.

Bei der Landshuter Gründernacht kommen seit mehr als 15 Jahren Studierende, Gründer, Unternehmen aus der Region, die Hochschule und Vertreter aus der Politik zusammen.

Was dabei entstehen kann, zeigt zum Beispiel klugidu. Das Team gewann 2025 den Landshuter Gründerpreis mit einer KI-gestützten Leseförderung für Kinder, die bereits an mehr als 100 Schulen im Einsatz ist.

Doch nicht jede Wirkung lässt sich auf einer Siegerurkunde festhalten. Manchmal entsteht aus einem Gespräch am Stehtisch ein Praktikum. Manchmal begegnet man einer Person, die später zur Mitgründerin wird. Oder man erlebt einfach einen Moment, der motiviert, die eigene – vielleicht noch kleine – Idee ernst zu nehmen und weiterzuentwickeln.

Dein Abend am 29. Oktober

Du musst keine fertige Idee haben, um dabei zu sein. Du musst weder pitchen noch jemanden kennen. Es reicht, neugierig zu sein.

  • Wann: Donnerstag, 29. Oktober 2026, ab 17:00 Uhr
  • Wo: Audimax G007, Hochschule Landshut
  • Auf der Bühne:
    • Der neue Bürgermeister Dr. Haslinger gemeinsam mit Landrat Holzner
    • Matthias Weth mit seiner Keynote „Plans fail. Teams don’t“
    • klugidu – one year later
    • Die Pitches der Finalisten des Gründerpreises 2026
  • Zum Ausklang: Leckeres Essen, Getränke und Zeit für Gespräche mit Gründern, Unternehmen aus der Region und Menschen aus der Hochschule

Vielleicht hörst Du an diesem Abend genau die Geschichte, die Dir den letzten Anstoß gibt. Vielleicht stehst Du in ein paar Jahren selbst dort vorne.

Jetzt anmelden

Die Teilnahme an der Landshuter Gründernacht ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung bis zum 22. Oktober 2026 erforderlich.

Hier geht es zur Anmeldung:Anmeldung Landshuter Gründernacht 2026

Wir freuen uns auf Dich im Audimax!

Quellen

  • Startup Weekend: Wikipedia, „Startup Weekend (organization)“
  • Dropbox beim Y Combinator Demo Day 2007: TechCrunch, „A brief history of Dropbox“, 06.03.2018
  • Gründung von Y Combinator 2005 sowie Airbnb und Stripe: Wikipedia, „Paul Graham (programmer)“
  • YouWiN!-Studie: McKenzie, D. (2017): „Identifying and Spurring High-Growth Entrepreneurship“. American Economic Review, 107(8), 2278–2307; Zusammenfassung der American Economic Association: „The business competition that worked“
  • Kane, T. (2010): „The Importance of Startups in Job Creation and Job Destruction“. Kauffman Foundation
  • Bosma, N. et al. (2012): „Entrepreneurship and role models“. Journal of Economic Psychology, 33(2), 410–424
  • klugidu: rundschau24.de, „Start-up klugidu gewinnt Landshuter Gründerpreis 2025“