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Taube Perspektiven in Bildungsdiskurse miteinbeziehen

Prof. Dr. Sabine Fries von der Hochschule Landshut zeigte in einem Vortrag beim Praxistag an der LMU München auf, wie Gebärdensprache Bildungswege und Teilhabe prägt.

Neue Impulse für inklusive Bildung: Prof. Dr. Sabine Fries, Professorin für Deaf Studies und Leiterin des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen an der Hochschule Landshut, stellte als Referentin beim Praxistag „Hören und Kommunikation heute“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München zentrale Fragen inklusiver Bildung aus tauber Perspektive in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand am 28. Februar statt und legte ihren Fokus auf aktuelle Fragen der inklusiven Bildung, Hörbeeinträchtigung und Kommunikationszugänge. Dabei richtete sie sich insbesondere an Studieninteressierte, Studierende sowie Fachpersonen aus Bildung und pädagogischer Praxis.

In ihrem Vortrag „Gebärdensprache, Identität und inklusive Bildung – eine Perspektive der Deaf Studies“ beleuchtete Prof. Fries die Bedeutung der Gebärdensprache für Identität, Selbstwirksamkeit und Bildungsbiografien gehörloser Menschen. Sie zeigte zentrale Spannungsfelder zwischen Sprachzugang, institutionellen Rahmenbedingungen und Teilhabe auf und setzte Impulse dafür, taube Perspektiven konsequenter in Bildungsdiskurse einzubeziehen. Damit brachte sie aktuelle Forschungserkenntnisse sowie langjährige praktische Expertise der Hochschule Landshut in den fachlichen Austausch ein.

Auftakt zur „Woche der Kommunikation“

Der Praxistag bildete die Auftaktveranstaltung zur „Woche der Kommunikation“ des Netzwerks Hörbehinderung Bayern. Rund 70 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Schnupperseminare zu besuchen, Einblicke in Themen wie Audiometrie und Gebärdensprache zu erhalten sowie sich in sechs Workshops zu aktuellen Fragestellungen auszutauschen. Zu den Workshop-Themen zählten u. a. Deaf Gain, Selbstkontrolltraining für Kinder, Kinderschutzkonzepte, Medien für den Kinderschutz sowie Unterrichtskonzepte in Gebärden- und Lautsprache. 

Mit ihrem Beitrag stärkte Prof. Fries die Sichtbarkeit tauber Perspektiven in der pädagogischen Fachdebatte und unterstrich die hohe Relevanz barrierefreier Kommunikationszugänge für inklusive Bildungsprozesse.

Foto(s): Hochschule Landshut / Cornelia Ruppert
(frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle)

Bildunterschrift: 
Mit ihrem Vortrag beim Praxistag an der LMU München setzte Prof. Dr. Sabine Fries von der Hochschule Landshut wichtige Impulse für aktuelle Bildungsdiskurse.