„Schwierigkeiten im Team zählen zu den wichtigsten Gründen dafür, dass Startups scheitern oder gar nicht erst richtig auf den Weg gebracht werden. Vieles davon ist vermeidbar, wenn die Beteiligten sich von Anfang an darüber bewusst sind, dass die Arbeit am eigenen Team eine wichtige Aufgabe ist, die aktiv gestaltet werden sollte“, betont Dr. Veronika Hannus, Leiterin des Startup, Unternehmertum und Nachfolge Zentrum (SUN) der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
Genau dort setzt die Spring School „Arbeiten im Team - Gründungssprint & Teamentwicklung“ an, die die Hochschule Landshut gemeinsam mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf durchgeführt hat.
Fünf Tage lang arbeiteten Gründungsinteressierte intensiv zusammen. Sie entwickelten Ideen, trafen Entscheidungen, reflektierten ihre Rollen und erlebten, wie Teamarbeit unter realitätsnahen Bedingungen funktioniert. Dabei ging es nicht nur um Methoden, sondern vor allem um das Miteinander.
Teamarbeit entsteht im Tun
Viele Teilnehmende stellten schnell fest: Teamarbeit lernt man nicht allein in der Theorie, sondern vor allem durch Erfahrung. Für Maik Schoer wurde dabei besonders deutlich, dass „eine präzise Definition des Projektziels elementar für den Erfolg des Teams ist.“
Gleichzeitig zeigte sich, dass Harmonie allein kein Team voranbringt. Entscheidend ist, offene Punkte sichtbar zu machen und gemeinsam Verbindlichkeit herzustellen. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Es ist besser, Entscheidungen zu treffen, als in gegenseitiger Harmonie zu bleiben, weil man niemanden auf den Schlips treten möchte.“
Führung, Kommunikation und Konflikte neu gedacht
Im Laufe der Woche veränderte sich bei vielen der Blick auf Leadership und Zusammenarbeit. Führung wurde nicht als starre Rolle verstanden. Vielmehr zeigte sich, dass Führung Orientierung geben kann. Besonders wichtig wird das, wenn im Team unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen.
Auch Niklas Helsinger nahm Konflikte neu wahr: „Konflikte habe ich nicht als Störung wahrgenommen, sondern als wichtigen Bestandteil von Teamprozessen. Sie machen sichtbar, wie unterschiedlich Menschen denken und arbeiten und genau darin liegt häufig das Potenzial für bessere Lösungen.“
Auch auf persönlicher Ebene gab es viele Erkenntnisse. Produktives Arbeiten hängt nicht nur von der Teamstruktur ab. Wichtig ist auch, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu kennen. Dazu zählen zum Beispiel Pausen oder Belastung im Arbeitsprozess.
Von der Idee zum konkreten Ansatz
Im Verlauf der Woche entstanden aus ersten Gedanken konkrete Ansätze.
Innerhalb weniger Tage entwickelten sich funktionierende Teams. Gleichzeitig entstanden konkrete Projekte, die gemeinsam erarbeitet und am Ende im Rahmen eines Pitchs vor der Jury (Prof. Dr. Thomas Hannus, Matthias Weth, Dr. Veronika Hannus, Susanne Mertz, Simone Leneis, Tobias Hiebl) präsentiert wurden.
Für viele wurde Gründung greifbarer als erwartet. Anna-Maria Eckert beschreibt ihre Erkenntnis so: „Gründungen sind gar nicht so weit weg, sondern auch für Studierende absolut möglich“. Die Woche habe sie außerdem motiviert, aktiver auf andere potenzielle Gründerinnen und Gründer zuzugehen.
Impulse aus der Praxis
Ergänzt wurde die Spring School durch Praxisimpulse von Solveig Hornung und Matthias Weth. Beide brachten ihre Erfahrungen aus den Bereichen Kommunikation, Zusammenarbeit und unternehmerisches Denken in das Programm ein und gaben den Teilnehmenden zusätzliche Perspektiven auf Teamdynamik, Leadership und Gründung.
Besonders wertvoll war dabei der direkte Austausch mit den Referierenden. Die Teilnehmenden konnten eigene Fragen einbringen, konkrete Situationen reflektieren und Impulse aus der Praxis unmittelbar mit ihren Erfahrungen aus dem Gründungssprint verknüpfen.
Auch das abschließende Pitch-Finale machte sichtbar, wie sich Ideen und Teams innerhalb weniger Tage entwickeln können.
Und was bleibt?
Was nach außen wie eine intensive Woche wirkt, ist für viele erst der Anfang.
Die Erfahrungen aus der Spring School wirken weiter, in Projekten, im Studium, in Teams und bei ersten Gründungsideen.
„Für uns als Gründerzentrum ist genau das entscheidend“, sagt Susanne Mertz, Leiterin des Gründerzentrums der Hochschule Landshut. „Formate wie die Spring School schaffen Räume, in denen Ideen entstehen, Teams sich finden und nächste Schritte sichtbar werden.“
Ausblick und Einladung
Die nächste Spring School ist bereits in Planung.
Wer sich für die Teilnahme interessiert, eine eigene Idee weiterentwickeln möchte oder Unterstützung auf dem Weg in die Gründung sucht, kann sich jederzeit gerne an das Gründerzentrum der HAW Landshut oder das SUN der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wenden.


