Ob Bettwäsche aus dem Krankenhaus, Handtücher aus dem Hotel oder Berufskleidung aus der Werkstatt: Industrielle Wäschereien waschen jeden Tag riesige Mengen Textilien. Das verbraucht viel Wasser, Strom und Reinigungsmittel. Wie kleine und mittlere Betriebe der Branche im Alltag umweltfreundlicher und zugleich wirtschaftlicher arbeiten können, zeigt unser Forschungsprojekt TEXSUS. Gemeinsam mit Partnern aus der Praxis haben Forschende unserer Hochschule dafür einen verständlichen Werkzeugkasten entwickelt.
An unserer Fakultät Informatik leiten Prof. Dr. Matthias Dorfner und Prof. Dr. Sebastian Schröter das Vorhaben. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin hat Dr. Heidi Herzogenrath-Amelung die Inhalte bis zum planmäßigen Abschluss unserer Teilprojekte im Februar 2026 maßgeblich ausgearbeitet. Unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Als Partner aus der Praxis sind der Deutsche Textilreinigungs-Verband und die Unternehmensberatung INTRASYS an Bord.
Werkzeuge für den direkten Einsatz im Betrieb
Für viele mittelständische Wäschereien sind neue Umweltauflagen und Berichte eine große Hürde im stressigen Tagesgeschäft. Genau hier setzt TEXSUS an. Statt dicker Theoriebücher liefert das Projekt insgesamt 13 leicht verständliche Leitfäden und neun digitale Werkzeuge.
Das System funktioniert wie ein Baukasten: Jeder Betrieb fängt genau dort an, wo der größte Bedarf besteht. Die Themen reichen vom Wassersparen über den Einsatz von Chemikalien bis hin zur Berechnung des eigenen CO2-Ausstoßes. Mit einfachen Tabellen und Vorlagen können die Unternehmen ihre Verbräuche erfassen und sehen sofort, an welchen Stellen sie Ressourcen und Kosten sparen können. Alle Werkzeuge wurden gemeinsam mit echten Betrieben getestet und an deren Alltag angepasst.
Millionen Liter Wasser bereits eingespart
Der Blick in die Praxis zeigt, wie stark dieser Ansatz wirkt. Allein im Vergleich der Jahre 2024 und 2025 haben die beteiligten Betriebe durch die neuen Werkzeuge rund 12,3 Millionen Liter Wasser und 5,4 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart. Das entspricht einem Minus von über 1.000 Tonnen CO2.
Auch beim sicheren Umgang mit Reinigungsmitteln hilft das Projekt ganz konkret. Mehr als 30 Betriebe nutzen bereits ein neu entwickeltes digitales Verzeichnis für Gefahrstoffe. Es zeigt auf einen Blick, welche Chemikalien wo lagern und welche Sicherheitsregeln gelten. Das schützt die Beschäftigten und hilft dabei, den Einsatz von Chemie insgesamt zu verringern.
Wissen für die ganze Branche
Bis zum offiziellen Abschluss des Gesamtprojekts Ende November 2026 bereiten die Partner alle verbleibenden Bausteine für die gesamte Branche auf. Damit das Wissen in den Betrieben bei allen Mitarbeitenden ankommt, entstehen neben Workshops auch kurze digitale Lerneinheiten und Videos in mehreren Sprachen.
TEXSUS macht damit deutlich, wie angewandte Forschung an unserer Hochschule wirkt: Aus komplexen Vorgaben entstehen einfache Werkzeuge, die den Unternehmen vor Ort helfen und messbar die Umwelt schonen.
Bild: Adobe Stock / Pixel-Shot
