Am 22. und 23. April kamen Projektpartner und Stakeholder aus acht Regionen Europas in Ruhstorf an der Rott, zu einem zweitägigen Studienbesuch im Rahmen des Projekts EAGER (Easing AGrophotovoltaics for EuRope) zusammen. Die Veranstaltung brachte regionale Akteure, darunter Vertreter lokaler Behörden, Expertinnen und Experten für die Regulierung von Agri-Photovoltaik (Agri-PV), Landwirte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen der erneuerbaren Energien zusammen, um Wissen auszutauschen und die Zusammenarbeit im Bereich APV zu stärken.
Projektüberblick, Regelungen und Richtlinien zu Agri-PV
Die Veranstaltung begann mit einer herzlichen Begrüßung durch den Bürgermeister von Ruhstorf, Herrn Andreas Jakob (im Amt bis 1. Mai 2026), sowie den Regierungspräsidenten von Niederbayern, Herrn Rainer Haselbeck. Beide unterstrichen die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien für die Region und betonten das große Potenzial von Agri-PV für eine nachhaltige Entwicklung in Ruhstorf und darüber hinaus. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Möglichkeit, Landwirtschaft und Energieerzeugung effizient miteinander zu verbinden und so einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende zu leisten. Im Anschluss stellte die Projektmanagerin Ying Huang das Interreg-Europe-Projekt EAGER vor. Sie gab einen Überblick über das internationale Projektkonsortium, die zentralen Projektziele sowie die bisherigen Fortschritte. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Förderung von Agri-PV in Europa durch den Austausch bewährter Praktiken und die Entwicklung geeigneter politischer Rahmenbedingungen.
Anschließend präsentierte Energieexperte Daniel Eisel von LandSchafftEnergie am Technologie- und Förderzentrum – Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie praktische Aspekte der Umsetzung von Agri-Photovoltaik in Deutschland. Er erläuterte insbesondere die technische Norm DIN SPEC 91434, die als Grundlage für die Definition und Bewertung von Agri-PV-Anlagen dient. Zudem ging er auf aktuelle Herausforderungen bei Genehmigungs- und Förderverfahren ein. Zwar profitieren Agri-PV-Projekte bereits von bestimmten planungsrechtlichen Privilegien, jedoch fehlt bislang eine gezielte Förderung innerhalb des bestehenden Einspeisevergütungssystems. Abschließend wurden verschiedene Agri-PV-Konfigurationen auf der staatlichen Versuchsanlage in Grub vorgestellt. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in laufende Pilotprojekte, bei denen Agri-PV erfolgreich mit Sonderkulturen kombiniert wird. Die Beispiele zeigten anschaulich, wie innovative Technologien dazu beitragen können, landwirtschaftliche Flächen mehrfach zu nutzen und gleichzeitig Klima- und Energieziele zu unterstützen.
Stimmen aus unterschiedlichen Perspektiven
An der Podiumsdiskussion nahmen der Energieexperte Daniel Eisel, der Landwirt Johannes Regner aus Tiefenbach, Fabian Eckbauer aus der Bauabteilung des Marktes Ruhstorf, der Kreisobmann des Bauernverbands im Landkreis Passau Josef Hopper sowie der Geschäftsführer der Regionalwerke Passauer Land e.V., Jakob Schätz, teil.
Gemeinsam diskutierten sie die größten Herausforderungen für die Entwicklung von Agri-Photovoltaik (Agri-PV) in Bayern, die Mehrwerte, die Agri-PV für die Region schaffen kann, sowie das Potenzial der Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen im Landkreis Passau. Zudem wurden die Schwierigkeiten im Genehmigungsprozess von Agri-PV-Anlagen thematisiert. Johannes Regner berichtete dabei aus erster Hand über seine Erfahrungen bei der Beantragung seiner eigenen Agri-PV-Anlage seit 2023.
Starker Austausch zwischen den Regionen
Rund 40 internationale Teilnehmende nutzten zudem die Gelegenheit zum Austausch mit regionalen Akteuren und Expertinnen und Experten vor Ort. Im Mittelpunkt standen dabei die unterschiedlichen Erfahrungen und Entwicklungsstände im Bereich Agri-PV in den beteiligten europäischen Regionen.
Vertreterinnen und Vertreter aus acht europäischen Regionen präsentierten den aktuellen Stand der regionalen Entwicklung von Agri-PV, bestehende politische Rahmenbedingungen sowie laufende Projekte und Herausforderungen. Der Austausch verdeutlichte, dass sich die Regionen trotz unterschiedlicher Ausgangslagen mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigen, insbesondere im Hinblick auf Genehmigungsverfahren, Flächennutzung und Akzeptanz in der Bevölkerung.
Über das Projekt EAGER
Das Projekt Easing AGrophotovoltaics for EuRope (EAGER) wird im Rahmen von Interreg Europe gefördert. Gemeinsam mit 14 Partnern aus 9 europäischen Regionen setzt sich EAGER dafür ein, die Verbreitung von Agri-Photovoltaik in Europa voranzutreiben. Ziel des Projekts ist die Entwicklung politischer Leitlinien, die von gesetzgebenden Organen umgesetzt werden sollen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Installation von Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu vereinfachen. Dadurch sollen die Energiewende in den Partnerregionen entscheidend beschleunigt und die Energieeffizienz nachhaltig gesteigert werden.
Weitere Informationen zum Projekt unter: https://www.interregeurope.eu/eager
Fotos: Technologiezentrum Energie (TZE)
(Frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle)
Bildunterschriften:
Bild 1 (von rechts nach links): Dr. Reinhart Schwaiberger – Geschäftsführer des Technologiezentrums Energie (TZE), Ying Huang – EAGER-Projektmanagerin am TZE, Fabian Eckbauer – Mitarbeiter der Bauabteilung des Marktes Ruhstorf, Prof. Dr. Raimund Brotsack – Leiter des Labors für „Grüne Gase“ am Technologiezentrum Energie, Jakob Schätz – Geschäftsführer der Regionalwerke Passauer Land e.V., Dr. Ursula Diepolder – Moderatorin der Veranstaltung sowie Daniel Eisel – Experte für Energiemanagement, Energieeffizienz, Agri-PV und Floating-PV bei LandSchafftEnergie.
Bild 2: Gruppenfoto des EAGER-Konsortiums nach der Veranstaltung im Rahmen des Projekts EAGER.
Bild 3: Podiumsdiskussion - Dr. Ursula Diepolder, Josef Hopper, Fabian Eckbauer, Jakob Schätz, Johannes Regner und Daniel Eisel (von links nach rechts)


