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Mut zur Haltung – DVSG-Bundeskongress in Düsseldorf

Prof. Liel gestaltet zwei Foren zu Planetary Health und Einsamkeit

Am 15. und 16. Oktober 2026 fand im CCD Congress Center Düsseldorf der Bundeskongress der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e. V. (DVSG) statt. Unter dem Motto „Mut zur Haltung: Zukunft schon heute gesund und sozial gestalten“ kamen Fachkräfte aus Praxis, Lehre, Forschung und Selbsthilfe zusammen. Zum 100-jährigen Bestehen der DVSG richtete der Kongress den Blick auf künftige Herausforderungen der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit, etwa Fachkräftemangel, Versorgungslücken, Klimaveränderungen, eine alternde Gesellschaft und Einsamkeit. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Gesundheit für alle in einer sich rasant wandelnden Welt sichern lassen. 

Prof. Dr. Katrin Liel von der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut war mit zwei Foren vertreten, die sie maßgeblich mitgestaltet hat.

Das erste Forum, „Planetare Gesundheit: Impulse zur Perspektiverweiterung der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit“, widmete sich der engen Verbindung zwischen der Gesundheit des Menschen und der Gesundheit der Erde. Katrin Liel brachte die Perspektive ein, dass gesundheitsbezogene Soziale Arbeit und Planetare Gesundheit gleichermaßen auf eine nachhaltige, gerechte und gesundheitsförderliche Lebensweise für alle Menschen zielen. Eine resiliente Gesellschaft müsse auf ökologische Krisen adaptiv und solidarisch reagieren können, wobei Sinnhaftigkeit und Partizipation zentrale Merkmale seien. Gemeinsam mit PD Dr. Dirk Holzinger (Hochschule Bochum / KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit) und Prof. Dr. Barbara Schramkowski (DHBW Villingen-Schwenningen) wurden unter anderem die menschenrechtsorientierte und politisch wirksame Rolle der Sozialen Arbeit sowie der Ansatz der klimasensiblen Gesundheitsberatung vorgestellt. Dieser verbindet Gesundheitsförderung mit klimafreundlichem Verhalten und stärkt Adressat*innen im Sinne des Empowerments, der Klimakrise nicht mit Ohnmacht, sondern mit Handlungsmacht zu begegnen.

Im zweiten Forum, „Mut zur Haltung im Umgang mit Einsamkeit – für eine sozial gerechte und gesundheitsfördernde Zukunft“, eröffnete Katrin Liel mit einem Überblick über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Einsamkeit und Gesundheit. Sie erläuterte, über welche sozialen und psychobiologischen Mechanismen Einsamkeit krank machen kann, und plädierte dafür, Einsamkeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen: Wer Zukunft gesund gestalten wolle, müsse soziale Isolation als strukturelles Problem anerkennen. Daniel Niebauer (Technische Hochschule Augsburg) zeigte anhand sekundäranalytischer Befunde, wie wohnungslose Menschen Einsamkeit erleben und welchen Einfluss institutionelle Strukturen darauf haben. Michael Noack (Hochschule Niederrhein) widmete sich der Interventionspraxis und betonte, dass Scham und fehlendes Wissen über Hilfsangebote den Zugang zu einsamen Menschen erschweren und enttabuisierende Zugänge nötig sind.

Mit den Beiträgen von Katrin Liel wurden Themen, die an der Hochschule Landshut intensiv diskutiert werden, auf einer der wichtigsten Fachveranstaltungen der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit bundesweit sichtbar. Die Fakultät Soziale Arbeit freut sich über diese Resonanz und gratuliert der DVSG zu ihrem 100-jährigen Jubiläum.

Fotos aus beiden Foren finden Sie in der Bildergalerie.

Weitere Informationen zum Kongress: dvsg.org/veranstaltungen/dvsg-bundeskongress