Am 17. April 2026 hat Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume in Augsburg den bayerischen „Preis für gute Lehre“ an herausragende und besonders engagierte Hochschullehrende überreicht. Unter den Ausgezeichneten befindet sich Prof. Dr. Matthias Laub von der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut.
Auszeichnung für innovatives Lehrkonzept: Wie KI die Soziale Arbeit verändert
„Sie machen Hörsäle und Seminarräume zu Orten der Inspiration […]“, lobt Wissenschaftsminister Markus Blume die Preisträgerinnen und Preisträger im Rahmen der Auszeichnung in Augsburg. Eine solche Inspiration liefert Prof. Dr. Matthias Laub an der Hochschule Landshut, indem er zeigt, wie sich die Ausbildung in der Sozialen Arbeit grundlegend weiterentwickeln lässt: durch die Verbindung von Künstlicher Intelligenz (KI) und praxisnaher Fallarbeit.
Im Mittelpunkt des ausgezeichneten Lehrkonzepts steht ein Perspektivwechsel. Statt Theorie losgelöst von der Praxis zu vermitteln, arbeiten Studierende von Beginn an mit konkreten, oft komplexen Lebenssituationen. Diese Fälle entstehen heute nicht mehr nur aus Lehrbüchern oder persönlichen Erfahrungen, sondern auch mithilfe von KI.
Digitale Werkzeuge als Lernpartner
„Vor Einführung des neuen Lehrkonzepts hatte ich bemerkt, dass die Relevanz der Theorien oft unklar ist. Dem wollte ich unbedingt entgegenwirken“, erklärt Prof. Laub. Die Studierenden nutzen KI, um realitätsnahe soziale Problemlagen zu entwerfen – etwa Konflikte in Familien oder Fragen der Jugendhilfe. Anschließend werden diese Fälle gemeinsam analysiert, hinterfragt und weitergedacht. Die Technologie dient dabei als Werkzeug, das neue Perspektiven eröffnet.
Mehr als Anwendung: Wissen entsteht im Prozess
Prof. Laubs Ansatz zeigt, dass Studierende nicht nur vorhandenes Wissen anwenden. Sie entwickeln im Umgang mit den Fällen neue Einsichten darüber, wie soziale Probleme entstehen, welche Rolle gesellschaftliche Strukturen spielen oder welche Handlungsstrategien sinnvoll sind. „Ich sehe meine Rolle eher im Lerncoaching als im Frontalunterricht und möchte den Studierenden dabei helfen, ihr Wissen eigenständig aus den Fallbeispielen zu erarbeiten“, so der Preisträger.
Ein Modell mit Signalwirkung
Die Auszeichnung steht nicht nur für eine neue Methode, sondern ebenso für einen neuen Impuls in der Hochschullehre. Dazu Prof. Laub: „Ich wünsche mir durch mein Lehrkonzept für Studierende mehr Freude an der Auseinandersetzung auch mit komplexen Fällen.“ Die Kombination aus KI und fallbasiertem Lernen könnte weit über die Soziale Arbeit hinaus Bedeutung gewinnen. Ein besonderer Nutzen besteht in Bereichen, in denen Theorie mit realen Herausforderungen verbunden wird.
Im Rahmen des „Abends der guten Lehre“ am 23.06.2026 an unserer Hochschule wird Prof. Laub mit dem Preis der Lehre in Gold geehrt. Als Goldkandidat wurde er für den „Preis der guten Lehre“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst vorgeschlagen. Am Abend der guten Lehre wird außerdem eine Preisträgerin bzw. ein Preisträger der Hochschule mit dem Lehrpreis in Silber geehrt. In diesem Zuge werden die Nominierten aus den Fakultäten bekanntgegeben.
Foto: Hochschule Landshut
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