Deutlich wurde, dass bei Forschungsdatenmanagement qualitativer Daten spezifische Aspekte zu beachten sind, die z. B. den Datenmanagementplan, die Informierte Einwilligung, Anonymisierung und Pseudonymisierung sowie Nachnutzung betreffen.
Einen wichtigen Schwerpunkt bildete entsprechend die Informierte Einwilligung (informed consent). Sie ist rechtlich und ethisch verpflichtend, wobei die Einwilligung in verständlicher Sprache formuliert sein muss. Betroffene können sie jederzeit widerrufen und was darin zugesichert wird, ist für die Forschenden verbindlich.
Da qualitative Daten häufig unmittelbar personenbezogen sind, etwa wenn Stimmen aufgezeichnet werden, erfordern sie besondere datenschutzrechtliche Sorgfalt. Demnach wurde auch das Thema Pseudonymisierung und Anonymisierung ausführlich diskutiert. Hier wurde deutlich, dass für qualitative Forschungsprojekte der Weg der Pseudonymisierung möglich sein muss, um Forschung überhaupt zu ermöglichen. Welche Informationen dabei pseudonymisiert und anonymisiert und welche erhalten bleiben müssen, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern erfordert Urteilsvermögen im Einzelfall. Bei konkreten Fragen zum Datenschutz steht an der Hochschule Landshut der Datenschutzbeauftragte Robert Heindl als Ansprechpartner zur Verfügung.
Für die Nachnutzung müssen qualitative Datensätze um eine Kontextualisierung ergänzt werden. Hierfür sollte durch Dokumentation und Begleitmaterialien von Beginn an systematisch gesammelt werden. Wichtig ist, dass Repositorien und Forschungsdatenzentren als Partner gewählt werden, die für die Spezifika des Data Sharing qualitativer Daten geeignet sind. Hier sollte bereits bei der Antragsstellung Kontakt aufgenommen werden.
Der Workshop ließ viel Raum für Austausch und Rückfragen; ein Angebot, das die Teilnehmenden rege genutzt haben. Vielen Dank an Kati Mozygemba für die lehrreichen Einblicke!
Weitere Informationen finden sich hier:
Richtlinie zum Umgang mit Forschungsdaten an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut:
https://www.haw-landshut.de/static/Justiziariat/2026/kF/Richtlinie_zum_Umgang_mit_Forschungsdaten_.pdf
QualidataNet bündelt Datenbestände qualitativer Daten seiner Netzwerkpartner: https://www.qualidatanet.com/de/
Qualiservice stellt zur Unterstützung der Anonymisierung das Open-Source-Tool QualiAnon bereit: https://www.qualiservice.org/de/helpdesk/webinar/tools.html
Über das Qualiservice Search Portal können Datensätze gesucht werden: https://www.qualiservice.org/de/qsearch.html
