Künstliche Intelligenz eröffnet der Medizin völlig neue Möglichkeiten. Doch von der technologischen Innovation zur sicheren Anwendung an Patientinnen und Patienten ist es ein anspruchsvoller Weg. Dieser Weg war auch Thema beim diesjährigen BIG BANG KI FESTIVAL in Berlin, einem der führenden KI-Events Europas mit über 11.000 Teilnehmenden und mehr als 350 Speakern, darunter Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, Philosoph Richard David Precht, Prof. Dr. Björn Ommer (Chief AI Officer LMU), Google-Mastermind Pandu Nayak oder Unternehmer Frank Thelen.
Ebenfalls der Einladung aus Berlin folgte Prof. Dr. Aida Anetsberger, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Hochschule Landshut. Anetsberger diskutierte in der Hauptstadt auf der hochkarätig besetzten Bühne über Chancen und Evidenz in der modernen Gesundheitsversorgung.
Brückenschlag zwischen Spitzenforschung und Klinikalltag
Unter dem Titel „Science to Patient – Von der Wissenschaft in die Versorgung“ beleuchtete das Fachpanel vor voll besetztem Haus die Schnittstelle zwischen Forschung, MedTech-Industrie und klinischer Praxis. Das von bayerischen KI-Agentur BAIOSPHERE initiierte Panel wurde von deren CEO Dr. Michael Klimke moderiert. Auf dem Podium vertrat Prof. Anetsberger gemeinsam mit Prof. Dr. Surjo Soekadar (Einstein-Professor für Klinische Neurotechnologie und Chief Innovation Officer der Charité Berlin) sowie Prof. Dr. Janina Beilner (Senior Vice President Healthcare bei der Siemens AG) die Perspektive anwendungsorientierter Spitzenmedizin.
Mit 16 Jahren klinischer Erfahrung in der Patientenversorgung richtete Anetsberger den Fokus auf die entscheidende Frage: Was kommt von innovativen Ansätzen tatsächlich beim Menschen an? Anhand konkreter Beispiele, von bildgebenden Verfahren in der Mammografie und Koloskopie bis hin zu Large Language Models, zeigte sie Potenziale auf, sprach aber auch über regulatorische und praktische Hürden. „Entscheidend ist, dass KI-Lösungen nicht nur im geschützten Labor überzeugen, sondern im anspruchsvollen Klinikalltag spürbare Entlastung schaffen und valide Behandlungsergebnisse liefern“, betonte Anetsberger.
Forschung und Lehre an der Hochschule Landshut
Gleichzeitig stellte die Vizepräsidentin dar, wie die Hochschule Landshut diese Transformation aktiv mitgestaltet. Um handwerkliche Fertigkeiten mit KI-Unterstützung gezielt zu trainieren, setzt die Hochschule auf praxisnahe Lehrmethoden, etwa die Laparoskopie-Trainings von Prof. Dr. Mine Sargut, die ebenfalls vor Ort war.
Darüber hinaus berichtete Anetsberger über laufende Projekte der Hochschule Landshut in den Forschungsbereichen MedTech, Human Factors und die Arbeit am Aufbau eines Schwerpunkts zum Thema Frauengesundheit am Institut für angewandte Gesundheitswissenschaften Landshut (IGLA). Auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs bot die Konferenz wertvolle Impulse: Dr. Linda Klingler vom Graduate Center der Hochschule Landshut nutzte das Event für intensiven Austausch zur Nachwuchsförderung und interdisziplinären KI-Vernetzung.







