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Fluchtforschungstagung in Hildesheim: Solidarität und Teilhabe in der Arbeitswelt

Prof. Dr. Monique Ritter diskutiert im Rahmen der 6. Konferenz des Netzwerks Fluchtforschung aktuelle Fragen zu Solidarität, Migration und guter Arbeit in der Altenpflege

Drei Teilnehmende an der DGSA-Tagung stehen vor dem Veranstaltungsort
Drei Teilnehmende an der DGSA-Tagung stehen vor dem Veranstaltungsort

Vom 28. bis 30. September 2026 fand an der Universität Hildesheim die 6. Konferenz des Netzwerks Fluchtforschung statt. Unter dem Titel „Entsolidarisierung? Flucht, Schutz und Teilhabe in einer Welt ohne Ordnung“ widmete sich die internationale Tagung den aktuellen Herausforderungen von Flucht, Schutz, Teilhabe und gesellschaftlicher Solidarität. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Formen von Solidarität angesichts zunehmender politischer Unsicherheit und gesellschaftlicher Polarisierung unter Druck geraten und wie neue Formen des Zusammenhalts entstehen können.

Prof. Dr. Monique Ritter, Professorin für Gender und Soziale Arbeit an der Hochschule Landshut, war gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Arbeitskreis „Flucht und Arbeit“ an einem Panel zum Thema „Solidaritäten im Kontext von Flucht und Arbeit – Workers of the World Unite?“ beteiligt. Das interdisziplinär besetzte Panel verband Perspektiven aus Sozialer Arbeit, Soziologie, Politikwissenschaft, Geografie und Theologie und nahm unterschiedliche Formen von Solidarität und Ausschluss im Kontext von Migration und Arbeit in den Blick.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Serhat Yalçin von der Hochschule Kiel stellte Monique Ritter erste Einblicke in das Forschungsprojekt ZuPer – „Altenpflege in der Migrationsgesellschaft: Zusammenhalt und Perspektiven guter (Zusammen-)Arbeit“ vor. Der Beitrag „Arbeiten in der Migrationsgesellschaft: Einblicke in eine partizipative Untersuchung zu Solidarität und Ausschluss in der Altenpflege“ richtete den Blick auf die Altenpflege als zentralen gesellschaftlichen Arbeits- und Versorgungsbereich. Dort treffen Fachkräftemangel und demografischer Wandel auf die zunehmende Bedeutung migrantischer Arbeitskräfte, zugleich aber auch auf Arbeitsverdichtung, Rassismus und ungleiche Möglichkeiten gesellschaftlicher und betrieblicher Teilhabe.

Ausgehend von einer rassismuskritischen und arbeitssoziologischen Perspektive untersucht ZuPer, wie Solidarität in herkunftsdiversen Pflegeteams hergestellt, begrenzt oder unterlaufen wird. Eine zentrale Frage lautet dabei, welche Bedeutung betriebliche Mitbestimmung für Anerkennung, Schutz und Teilhabe migrantischer und geflüchteter Pflegekräfte hat. Das Forschungsprojekt verbindet problemzentrierte Interviews und ethnografische Beobachtungen mit partizipativen Forschungsformaten, in denen Pflegekräfte selbst als Co-Forschende einbezogen werden.

Fachlicher Austausch der DGSA-Fachgruppe „Diversität und Intersektionalität“

Im Vorfeld der Fluchtforschungstagung fand ebenfalls in Hildesheim das Fachgruppentreffen der DGSA-Fachgruppe „Diversität und Intersektionalität“ statt. Das Treffen am 28. September 2026 bot Raum für fachlichen Austausch, Diskussionen und die Entwicklung gemeinsamer Ideen und Projekte. Die Fachgruppe versteht sich als Ort für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker, die zu Diversität und Intersektionalität in der Sozialen Arbeit arbeiten.

Damit bot der Aufenthalt in Hildesheim gleich mehrfach Gelegenheit, zentrale Themen der Professur Gender und Soziale Arbeit weiterzuentwickeln: von rassismuskritischer Forschung und Migration über Fragen gesellschaftlicher Teilhabe und Solidarität bis hin zu intersektionalen Perspektiven auf Soziale Arbeit.

Drei Teilnehmende an der DGSA-Tagung stehen vor dem Veranstaltungsort