Im Rahmen eines Exkursionsmarathons hatten insgesamt 50 Studierende der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut die Gelegenheit, an einem Nachmittag gleich mehrere Einrichtungen und Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit kennenzulernen. Verteilt auf drei parallel laufenden Touren erhielten die Teilnehmenden kompakte, praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Tätigkeitsbereiche und Organisationen der Sozialen Arbeit in und um Landshut. Ziel der Veranstaltung war es, theoretische Studieninhalte mit konkreter Praxis zu verknüpfen, berufliche Perspektiven sichtbar zu machen und den direkten Austausch mit Fachkräften zu ermöglichen.
Kleinkind- und Jugendwohngruppe sowie Stadtteilarbeit besucht
Tour 1 führte die Studierenden in Einrichtungen der Kleinkinder‑, Jugend- und Stadtteilarbeit. Stationen waren eine Kleinkinderwohngruppe, eine Jugendwohngruppe sowie die Einrichtung der Stadtteilarbeit Porschestraße. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in stationäre Betreuungssettings, den pädagogischen Alltag sowie in quartiersbezogene Sozialarbeit. Dabei wurde deutlich, wie wichtig stabile Beziehungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und flexible Konzepte für gelingende Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien sind.
Mobile Jugendarbeit, Beratungseinrichtungen und niedrigschwelliges Unterstützungsangebot
Auf Tour 2 standen Arbeitsfelder der offenen, aufsuchenden und beratenden Sozialen Arbeit im Mittelpunkt. Zunächst lernten die Studierenden die Mobile Jugendarbeit (MoJA) kennen, ein niedrigschwelliges, aufsuchendes Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene im Stadtgebiet Landshut. Anschließend erhielten sie bei der Diakonie Landshut vertiefte Einblicke in verschiedene Beratungs‑ und Unterstützungsangebote. Vorgestellt wurde unter anderem die Selbsthilfekontaktstelle für Niederbayern, die als Informations‑, Kontakt‑ und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen im Gesundheits- und Sozialbereich fungiert, der Integrationsfachdienst, der Menschen mit (Schwer‑)Behinderung beim Zugang zum Arbeitsmarkt begleitet, sowie die Schuldnerberatung, die Ratsuchende bei finanziellen Problemlagen unterstützt und zur Existenzsicherung beiträgt, und der sozialpsychiatrische Dienst. Abschließend besuchte die Gruppe die Berberhilfe Landshut, wo ehrenamtliche Strukturen und niedrigschwellige Unterstützungsangebote für wohnungslose und bedürftige Menschen vorgestellt wurden. Im Gespräch wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung, Vertrauen und lebensweltorientiertes Arbeiten in diesen Praxisfeldern sind.
Kinder- und Jugendhilfe im Kontrast zur Asylsozialarbeit
Tour 3 setzte einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die vielfältigen Arbeitsbereiche des Katholischen Jugendsozialwerks Landshut sowie auf die Asylsozialarbeit des Haus International. Beim Jugendsozialwerk lernten die Studierenden das Jugendwohnen kennen, ein seit Jahren etabliertes Angebot für junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren, die für Schule oder Ausbildung ihren Wohnort verlassen haben und bei Bedarf sozialpädagogisch begleitet werden. Außerdem wurden die Angebote von Jugendwohnen Plus, der ambulanten Hilfen und aufsuchenden Sozialarbeit sowie die therapeutischen Wohngruppen (TWG) vorgestellt, in denen Jugendliche mit erhöhtem Unterstützungsbedarf rund um die Uhr betreut und begleitet werden. Die Fachkräfte gaben Einblicke in den pädagogischen Alltag, erläuterten Kooperationsstrukturen mit Jugendämtern und verdeutlichten, wie individuelle Hilfeplanung und Beziehungsarbeit zur Verselbstständigung junger Menschen beitragen. Im zweiten Teil der Tour besuchten die Studierenden eine Asylunterkunft des Haus International, wo sie sich mit der Flüchtlings‑ und Integrationsberatung sowie der Asylverfahrensberatung vertraut machten. Dabei wurden rechtliche Rahmenbedingungen, behördenunabhängige Beratung und die besondere Bedeutung von interkultureller Kompetenz und Netzwerkarbeit thematisiert.
Der Exkursionsmarathon bot den Studierenden die Möglichkeit, mehrere Praxisfelder in kurzer Zeit kennenzulernen und sich frühzeitig beruflich zu orientieren. Durch die persönliche Begegnung mit Fachkräften, praxisnahe Einblicke und offene Gespräche wurde Soziale Arbeit in ihrer Vielfalt und Komplexität erlebbar. Die Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut schafft mit diesem Format eine wertvolle Brücke zwischen Studium und Praxis und stärkt zugleich die Vernetzung mit regionalen Kooperationspartnern.
Dank an die Kooperationspartner:innen
Die Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Einrichtungen, Fachkräften und Kooperationspartner:innen für ihre Offenheit, ihr Engagement und die praxisnahen Einblicke. Ohne die Unterstützung der regionalen Träger wäre die Durchführung des Exkursionsmarathons in dieser Form nicht möglich gewesen.








