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Einsamkeit im Fokus

Prof. Dr. Katrin Liel hielt vor über 480 Teilnehmenden den Eröffnungsvortrag der Europäischen Konferenz für Klinische Sozialarbeit (ECCSW) und lieferte damit bedeutsame Impulse für die Diskussion zum Thema Einsamkeit.

Prof. Dr. Katrin Liel lehnt an einer Wand und schaut in die Kamera
Prof. Dr. Katrin Liel lehnt an einer Wand und schaut in die Kamera

Die Online-Fachtagung „Einsamkeit im Fokus – Einsamkeitsphänomene in der Sozialen Arbeit erkennen und ihnen professionell begegnen“, veranstaltet vom European Centre for Clinical Social Work (ECCSW), stieß am 12. Mai 2026 auf außerordentlich große Resonanz. Mit über 480 Teilnehmenden aus Praxis, Wissenschaft und Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde deutlich, wie hoch die aktuelle Relevanz des Themas Einsamkeit in der Sozialen Arbeit eingeschätzt wird. Den Auftakt der Fachtagung bildete die Keynote von Prof. Dr. Katrin Liel von der Hochschule Landshut mit dem Titel „Zwischen Verletzlichkeit und Verbundenheit: Einsamkeit in der Klinischen Sozialarbeit“. 

Im Zentrum ihres Vortrags stand die Frage, wie Einsamkeit als gesellschaftliches und gesundheitliches Phänomen verstanden werden kann, ohne sie ausschließlich zu individualisieren. Ausgehend von einem klinisch-sozialarbeiterischen Verständnis beschrieb sie Einsamkeit als Ausdruck biografischer Brüche, sozialer Ausschlüsse und struktureller Bedingungen moderner Gesellschaften. Ein zentraler Gedanke ihres Vortrags war, dass Einsamkeit letztlich alle Menschen betreffen kann und Verbundenheit aktiv ermöglicht werden muss. Dafür brauche es Beziehungen, in denen Verletzlichkeit gezeigt werden darf, ebenso wie soziale Orte, die Begegnung, Kontakt und Zugehörigkeit vor Ort fördern – insbesondere für junge Menschen und Personen mit erhöhtem Risiko für Einsamkeitserleben. Hervorgehoben wurde dabei das besondere Potential der Klinischen Sozialarbeit: Sie könne sowohl die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen stärken als auch soziale Räume diskriminierungs- und traumasensibel gestalten und damit einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Einsamkeit leisten.

Die Resonanz auf die Keynote war außerordentlich groß. Die Vielzahl an Fragen und Diskussionsbeiträgen im Anschluss zeigte eindrucksvoll, wie stark das Thema sowohl die Praxis Sozialer Arbeit als auch Forschung und Lehre derzeit bewegt. Insbesondere die Verbindung von psychosozialer Gesundheit, sozialer Teilhabe und gesellschaftlicher Verantwortung stieß auf großes Interesse und führte zu intensiven fachlichen Diskussionen.

Für die Hochschule Landshut stellt die hohe Resonanz auf die Veranstaltung einen wichtigen Erfolg dar. Sie verdeutlicht, dass Themen, die an der Hochschule im Bereich Klinische Sozialarbeit, psychosoziale Gesundheit und soziale Teilhabe entwickelt und diskutiert werden, bundesweit und sogar europaweit auf großes Interesse stoßen. Die Einladung zur Keynote bei einer international ausgerichteten Fachveranstaltung wie der ECCSW-Fachtagung unterstreicht die Sichtbarkeit und Relevanz der an der Hochschule Landshut vertretenen Perspektiven innerhalb der aktuellen fachlichen Debatten der Sozialen Arbeit.

Prof. Dr. Katrin Liel lehnt an einer Wand und schaut in die Kamera
Screenshot eines Zoommeetings während eines Vortrags von Prof. Dr. Katrin Liel