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Die Vielfältigkeit von Ergonomie in der Lehre sichtbar machen!

Herzlich willkommen, Prof. Dr. Fabian Günzkofer!

Heute stellen wir Ihnen Prof. Dr. Fabian Günzkofer vor. Seit dem Sommersemester 2025 lehrt er an der Fakultät Gesundheit Kommunikation Mensch-Technik-Interaktion und betreut das Lehrgebiet Human Factors. Der ausgebildete Maschinenbauer ist sowohl am Studiengang Neue Medien und Interkulturelle Kommunikation als auch am Studiengang Ingenieurpsychologie tätig. Als Laborbeauftragter für Human Factors Engineering profitiert er von seiner langjährigen und vielfältigen Berufserfahrung in unterschiedlichen Ressorts bei der BMW AG.

Welchen Weg sind Sie vom Studium bis zur Professur gegangen – was war dabei besonders prägend?

Nach meinem Abitur habe ich Maschinenbau an der TU München studiert. Hier lag mein Interesse schon auf dem Wechselspiel von Mensch und Maschine. In meiner Diplomarbeit und später in meiner Promotion befasste ich mich mit dem Themengebiet Ergonomie. Sie merken, die Ergonomie hat mich schon früh gefesselt. Als Berater für ergonomische Belange (Sitzhaltung, Sitzdruckverteilung etc.) hatte ich die Möglichkeit, an der Entwicklung von Sitzen für diverse Transportmittel mitzuwirken. Zuletzt war ich über 12 Jahre bei der BMW AG beschäftigt. Zuerst im Ressort Entwicklung und danach im Personalressort, wo ich im Bereich Produktionsergonomie tätig war. Des Weiteren habe ich als Fachkraft für Arbeitssicherheit im globalen Arbeitsschutznetzwerk weltweit die Technologien Montage und Karosserie sowie sämtliche Arbeitsschutzbelange aller Standorte in der Region Amerika betreut. 

Und welche Themen treiben Sie in Forschung und Lehre besonders an?

Mein großes Steckenpferd ist natürlich die Ergonomie und Arbeitswissenschaft. So liebe ich die Lehre der physischen Ergonomiethemen im Studiengang Ingenieurpsychologie. Für die moderne Lehre habe ich extra das digitale 3D-CAD-Menschmodell RAMSIS angeschafft, um die Studierenden praktisch in die Auslegung von Produkten und Arbeitsplätzen einzuführen.

Daneben ganz klar das Thema Mixed Reality!

Spannend finde ich, dass ich als einziger Ingenieur im Studiengang Neue Medien und Interkulturelle Kommunikation lehre. Anfangs führte das bei einigen Studierenden zu einer gewissen Zurückhaltung – schließlich standen sie plötzlich einem Ingenieur gegenüber, der ihnen den Auftrag gab, virtuelle Welten ohne großes Coding zu bauen. Diese anfänglichen Berührungsängste konnte ich schnell ausräumen, denn mir ist es wichtig, eine offene und konstruktive Lernatmosphäre zu schaffen und die Studierenden zu fördern. 
Durch meine Tätigkeit als Hochschulprofessor habe ich die Möglichkeit, in bestimmte Themengebiete viel tiefer einzutauchen. Ich kann die Themen, die mich wirklich interessieren, viel umfassender durchdringen und hinterfragen.

Wie sieht für Sie gute Lehre ganz konkret aus? Vielleicht können Sie uns passend dazu eine Situation aus Ihren Lehrveranstaltungen schildern.

Ich finde das Konzept Hochschule echt klasse. Denn es ist mehr als nur dozieren. Es ist interagieren. Es ist fördern. So habe ich nicht nur die Möglichkeit, in meinem Fachgebiet gemeinsam mit den Studierenden etwas zu erarbeiten, sondern auch mein Wissen aus der Praxis weiterzugeben und zu vermitteln. Ich profitiere davon, dass ich viele Beispiele aus meinen verschiedenen beruflichen Stationen geben kann. Auf diese Weise erhalten die Studierenden in meinen Veranstaltungen praxisorientiertes Wissen, das „draußen“ angewendet wird und nicht nur aus dem Lehrbuch kommt. Dieses komplette Paket mag ich sehr.

Was hat Sie dazu bewogen, sich gerade für die Hochschule Landshut zu entscheiden – gab es etwas Konkretes an der Ausrichtung der Hochschule, Atmosphäre oder den Entwicklungsmöglichkeiten?

Ich genieße die Freiheit in Forschung und Lehre! Das ist meine Passion und darin gehe ich auf. Darum kann ich auch sagen, dass ich mit meiner beruflichen Station als Hochschulprofessor hier an der Hochschule Landshut vollkommen angekommen bin. Praktischerweise hatte ich bereits vor meiner Berufung eine Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Hochschule. Ich schätze die Mission und die Leitlinien der Hochschule Landshut und kann mich gut damit identifizieren.

Wenn Sie nicht forschen oder lehren, was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ich habe immer schon gerne verschiedene Kampfsportarten betrieben: Taekwondo, Jiu Jitsu, Thaiboxen und Judo. Zwischenzeitlich bin ich auf eine sanftere Variante umgestiegen, nämlich Aikido. Hier geht’s mehr darum, die Kraft eines Angreifers umzuleiten. Außerdem fahre ich gerne Gravelbike im Freisinger Umland und verbringe Zeit mit meiner Familie. 

Richten wir zusammen einen Blick in die Zukunft auf Ihr Fachgebiet im Jahr 2125. Was glauben Sie, wird überraschend gleich sein?

Ich kann mir vorstellen, dass in 2125 virtuelles Leben im Metaversum Teil unserer Lebensrealität bzw. sehr nah an dieser sein wird. Ob Neurolinks oder Chips im Körper. Die reale und die digitale Welt werden immer mehr miteinander verschmelzen. Gleichzeitig wird die physische Arbeit immer stärker abnehmen und gerade im produzierenden Sektor wird der Fokus hierbei auf Robotern liegen. Mit Blick auf mein Fachgebiet „Ergonomie“ wird es schwierig, in die Zukunft zu schauen. Es stehen Fragen im Mittelpunkt „Wie viel macht der Mensch physisch noch selbst?“ und „Wie läuft die Interaktion zwischen Menschen und Computersystemen ab?“.

Hand auf’s Herz: Gibt es ein Talent, das Sie gerne hätten, obwohl es vollkommen nutzlos ist?

Ich würde gerne die Zeit anhalten können. Beispielsweise in einem Moment wie diesem hätte ich noch mehr Bedenkzeit zur Beantwortung der Fragen. Ein anderer Vorteil dieser Gabe wäre – aus Sicht des Kampfsportlers verdammt praktisch – die nahende Faust anhalten zu können.

Herzlich willkommen an der Hochschule Landshut und vielen Dank für das spannende Interview, Herr Professor Günzkofer!