Mit der Eröffnung der Ausstellung „In/visible – Geschichten sichtbar machen“ setzt die Hochschule Landshut ein Zeichen für die Sichtbarkeit junger Menschen und ihrer Lebensrealitäten. Im Rahmen eines Gesprächsforums begrüßte die Hochschule Katrin Zschuckelt und ihr Team von der Mobilen Jugendarbeit Leipzig e. V., die die Ausstellung entwickelt haben. Moderiert wurde die Diskussionsrunde im Rahmen der Ausstellungseröffnung von Prof. Dr. Mechthild Wolff der Fakultät Soziale Arbeit.
Die Gäste aus Leipzig gaben Einblicke in ihre langjährige Arbeit der Mobilen Jugendarbeit und erläuterten die Entstehung der Ausstellung. Dabei wurde deutlich, wie viel Zeit, Vertrauen und gemeinsame Arbeit erforderlich waren, um junge Menschen für die Mitwirkung an ihren persönlichen Porträts zu gewinnen. Die Ausstellung macht unterschiedliche Lebensgeschichten sichtbar und zeigt junge Menschen nicht allein über ihre Probleme, sondern als Persönlichkeiten mit Erfahrungen, Engagement, Hoffnungen und eigenen Perspektiven.
In der Diskussion wurde ebenfalls herausgestellt, mit welchen Herausforderungen viele Jugendliche und junge Erwachsene heute konfrontiert sind. Neben psychischen Belastungen, Zukunftssorgen, Wohnungsmangel und finanziellen Unsicherheiten spielen auch schlechte Erfahrungen mit Behörden und Hilfesystemen sowie gesellschaftlicher Ausgrenzung eine Rolle. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, wie wichtig Anerkennung, Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und verlässliche Beziehungen für eine positive Entwicklung sind.
Die Ausstellung entstand aus dem Wunsch heraus, die Vielfalt der jungen Menschen, mit denen die Mobile Jugendarbeit arbeitet, sichtbarer zu machen. Sie möchte Verständnis schaffen und dazu beitragen, dass die Anliegen junger Menschen in Gesellschaft, Politik und Verwaltung stärker wahrgenommen werden. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, welche Auswirkungen politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen auf individuelle Lebenswege haben können.
Die Ausstellungsmacherinnen und Ausstellungsmacher berichteten, dass die Rückmeldungen der porträtierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Bedeutung des Projekts verdeutlichen. Viele zeigten sich erfreut darüber, dass ihre Geschichten öffentlich sichtbar wurden und ihr Blick auf das Leben anderer Menschen Interesse und Aufmerksamkeit fand. Einig waren sich alle Diskutierenden, dass solche Ausstellungen dringend Schule machen sollten, denn so bekommen die Probleme ein Gesicht und werden für die Betrachterinnen und Betrachter auf einmal realer.
Stellvertretend für die Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Landshut bedankte sich der Dekan, Prof. Dr. Markus Kühnel, herzlich bei Katrin Zschuckelt und ihrem Team der Mobilen Jugendarbeit Leipzig e. V. für ihren Besuch, die offenen Einblicke in ihre Arbeit und die Bereitstellung der Ausstellung.
Die Ausstellung „In/visible – Geschichten sichtbar machen“ ist noch bis Ende Januar an der Hochschule Landshut zu sehen und kann während der Öffnungszeiten besucht werden. Sie lädt dazu ein, die Lebensrealitäten junger Menschen kennenzulernen und über gesellschaftliche Teilhabe, Unterstützung und Sichtbarkeit ins Gespräch zu kommen.




