Wie gelingt gute Hochschullehre? Antworten auf diese Frage standen am 23. Juni 2026 im Mittelpunkt des dritten „Abends der guten Lehre“ an der Hochschule Landshut. Die Veranstaltung wurde von der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Valentina Speidel, gemeinsam mit dem Zentrum für Innovative Lehre (ZIL) organisiert.
Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Preises der Lehre 2025 der Hochschule Landshut. Zugleich setzte die Veranstaltung ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes Engagement in Studium und Lehre.
Gute Lehre ist mehr als Wissensvermittlung
„Was zeichnet gute Lehre in einer volatilen Zeit aus?“ Mit dieser Frage eröffnete Prof. Speidel die Veranstaltung. Insbesondere die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz stelle traditionelle Lehr- und Lernkonzepte vor neue Herausforderungen. Gute Lehre müsse heute vor allem die Eigenmotivation der Studierenden fördern und sie dazu befähigen, Informationen kritisch zu hinterfragen.
Gleichzeitig eröffne KI neue Chancen: „Wir wollen selbstreflektierte Studierende ausbilden, die die Stärken der KI zu nutzen wissen, jedoch nicht alles blind glauben“, betonte Speidel.
Preis der Lehre 2025 verliehen
Die Fachschaften der Fakultäten konnten je einen Lehrenden vorschlagen, der sich durch exzellente Lehre auszeichnet und damit Maßstäbe setzt. Die Nominierung drückt eine hohe Wertschätzung der Studierenden gegenüber dem Nominierten aus.
Nominiert wurden:
Prof. Dr. Aida Anetsberger, Fakultät Gesundheit Kommunikation Mensch-Technik-Interaktion
Prof. Dr. Hubert Klaus, Fakultät Maschinen- und Bauwesen
Prof. Dr. Matthias Laub, Fakultät Soziale Arbeit
Prof. Dr. Johann Uhrmann, Fakultät Informatik
Prof. Dr. Thomas Zinser, Fakultät Betriebswirtschaft – Business School
Über die Vergabe entscheidet eine Jury bestehend aus der Präsidentin, der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, der Didaktikmentorin, der ZIL-Leitung, einem Vertreter des Studentischen Parlaments und einem Mitglied des Freundeskreises. Finanziell und ideell unterstützt wird der Preis vom Freundeskreis der Hochschule Landshut mit 1000 €.
Den Preis der Lehre in Gold erhielt in diesem Jahr Prof. Dr. Matthias Laub von der Fakultät Soziale Arbeit. Ausgezeichnet wurde er für ein Lehrkonzept, das Studierenden einen konsequenten Perspektivwechsel ermöglicht. Anstatt theoretische Inhalte losgelöst von der Praxis zu behandeln, arbeiten die Studierenden von Beginn an mit konkreten und oftmals komplexen Lebenssituationen. Die Fallbeispiele entstehen dabei nicht mehr ausschließlich aus Lehrbüchern oder persönlichen Erfahrungen, sondern zunehmend auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Die Studierenden entwickeln mit Unterstützung von KI realitätsnahe soziale Problemlagen – etwa familiäre Konflikte oder Fragestellungen aus der Jugendhilfe. Diese werden anschließend gemeinsam analysiert und kritisch reflektiert.
Neben der Auszeichnung an der Hochschule Landshut wurde Laub für sein Lehrkonzept bereits im April vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Bayrischen Staatspreis für gute Lehre ausgezeichnet.
Der Preis der Lehre in Silber ging an Prof. Dr. Aida Anetsberger von der Fakultät Gesundheit, Kommunikation, Mensch-Technik-Interaktion. Die Jury überzeugte sie mit praxisnahen Lernmethoden und der gezielten Vernetzung der Studierenden mit starken Partnern aus der Region, insbesondere mit Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen. Ihre Lehrveranstaltungen zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus, unter anderem durch den Einsatz von Simulationen im Hörsaal. Gleichzeitig fordern sie von den Studierenden ein hohes Maß an Eigenverantwortung. In ihrer Dankesrede hob Anetsberger insbesondere die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden hervor. Man könne stolz auf die jungen Menschen sein, die später an entscheidender Stelle Verantwortung für die Gesundheit anderer übernehmen würden.
Künstliche Intelligenz prägt den Studienalltag
Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete der Impulsvortrag „KI in der Lehre – Eine empirische Bestandsaufnahme“ von Prof. Dr. Daniel Houben, Studiendekan der Fakultät Soziale Arbeit. Prof. Houben zeigte auf, wie stark Künstliche Intelligenz bereits im akademischen Alltag von Studierenden verankert ist. Daraus leitete er neue Herausforderungen für die Hochschullehre ab. Anhand einer aktuellen Studie machte er deutlich, dass KI nicht mehr nur ein Hilfsmittel ist, sondern zunehmend fest in die Arbeitsprozesse von Studierenden eingebunden wird – von der Ideenfindung über die Literaturrecherche bis hin zum Schreiben wissenschaftlicher Texte.
Improvisationstheater sorgt für Unterhaltung
Für einen gelungenen Abschluss der Veranstaltung sorgte das Improvisationstheater der Hochschulgemeinde. Die Gruppe entwickelte spontan und ohne Vorbereitung kurze Szenen aus Stichworten, die das Publikum zurief. Mit viel Situationskomik und Kreativität begeisterten die Darstellerinnen und Darsteller die Gäste und sorgten für zahlreiche Lacher.
Foto: Hochschule Landshut
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