Aktuelle Informationen zu § 52a Urheberrechtsgesetz

Die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung von fremden, urheberrechtlich geschützten Werken und Werkteilen erfordert die Zustimmung des Rechteinhabers (abhängig von den Nutzungsrechten des Verlags) und muss angemessen vergütet werden. Diese Vergütung erfolgte bis und einschließlich 2016 als Pauschalzahlung. Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) bestand bis vor kurzem auf einer Einzelabrechnung der genutzten Werke. Einem Vertrag zwischen VG Wort und Kultusministerkonferenz (KMK) trat die Hochschule Landshut nicht bei.

Nachdem zunächst keine Verhandlungen möglich schienen, wurde jetzt doch noch am 23.12.2016 zwischen KMK, Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und VG Wort vereinbart, die pauschale Vergütung nach § 52a UrhG zunächst bis zum 30. September 2017 fortzuführen, sodass Texte weiterhin auf digitalem Weg (in Moodle) vorerst im zulässigen Umfang (s. unten "Nutzung und Bereitstellung nach § 52a UrhG bis 30.09.2017") bereitgestellt werden dürfen. 

Ab dem Wintersemester 2017/18 wird die öffentliche Zugänglichmachung von Textmaterialien voraussichtlich neuen Meldeabläufen und Bedingungen unterliegen. In den folgenden Monaten wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe von HRK, KMK und VG Wort eine für alle Beteiligten sachgerechte und praktikable Lösung entwickeln.

Nutzung und Bereitstellung nach § 52a UrhG bis 30.09.2017

Das Urheberrechtsgesetz § 52a UrhG regelt die öffentliche Zugänglichmachung eines veröffentlichten Werkes für Unterricht und Forschung. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes definiert seit 2013 die näheren Details wie z.B. den Umfang der erlaubten Nutzung, die Einstellung von Materialien innerhalb einer elektronischen Lernplattform wie Moodle.

Unter folgenden Bedingungen dürfen fremde Werke und Werkteile weiterhin vorerst bis zum 30. September 2017 auch ohne Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich zugänglich gemacht werden:

Nach § 52a UrhG zulässig ist die Vervielfältigung und öffentliche Zugänglichmachung von

  • Kleinen Teilen eines Werkes im Umfang von höchstens 12% der Seiten eines gesamten Werkes (max. 100 Seiten);
  • Werke geringen Umfangs bis max. 25 Seiten
  • Einzelne Beiträge und Aufsätze aus Fachzeitschriften oder Zeitungen

Die Werke oder Werkanteile dürfen ausschließlich

  • durch einen passwortgeschützten Zugang (Einschreibeschlüssel in Moodle) und
  • dem Kreis der Teilnehmenden einer Veranstaltung

zur Verfügung gestellt werden.

Was war und ist weiterhin nicht erlaubt?

  • Verteilung von Kopien/Scans aus Büchern (fremder Autoren) oder ganzer Zeitschriftenaufsätze an Studierende (Verletzung des Copyrights, § 53 UrhG)

 Weitere Informationen finden Sie in den Infografiken der Universität Osnabrück:

§ 52a UrhG: Welches Material darf im Rahmen des Paragraphen Studierenden elektronisch zur Verfügung gestellt werden?

Welche Materialien dürfen in der Hochschullehre elektronisch zur Verfügung gestellt werden?

Weitere Alternativen und Möglichkeiten

Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zusätzlich zur Verfügung, um Studierenden auch weiterhin notwendige Materialen zur Verfügung zu stellen:

  • Verlinkungen auf das umfangreiche Angebot an digitalen Werken der Bibliothek (E-Books, E-Journals). Lizenzierte E-Books, die mit einer Campuslizenz von der Hochschul-Bibliothek dauerhaft zur Verfügung gestellt werden, dürfen in Moodle-Kursen verlinkt werden (Verlinkung, nicht Bereitstellung der Texte). Anleitungen finden Sie hier.
  • Verweis auf vorhandene Literatur in der Bibliothek
  • Aufnahme in den Handapparat der Bibliothek
  • Selbst erstellte Materialien (Skripte, Folien, Aufgaben, Protokolle etc.) unter Verwendung von Zitaten (Achtung: unter Berücksichtigung des Zitatrechts § 51 UrhG; § 63 UrhG Quellenangabe; Informationen zu Zitaten), sofern diese in das eigene Werk eingebettet wurden.
  • Werke unter Creative Commons-Lizenz oder Open Access-Materialien, gemeinfreie Werke
  • Verlinkungen auf im Internet gefundene Materialien

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Intranet unter Aktuelle Informationen zu § 52a Urheberrechtsgesetz  > FAQs § 52a UrhG.

FAQs auf den Seiten der Universität Osnabrück (Pilotprojekt zum § 52a UrhG)

Bei Fragen und Unklarheiten wenden Sie sich bitte an urheberrecht@haw-landshut.de.