Wie schützt man Städte vor Hochwasser? Wie lassen sich Schifffahrt und Naturschutz an einem großen Fluss miteinander vereinbaren? Und wie können Wasserkraft und Fischwanderung gemeinsam funktionieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Studierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen im Sommersemester 2026 im Rahmen der Exkursionen des Moduls „Wasserwirtschaft und Wasserbau“. Die Exkursionen ergänzten die Vorlesungsinhalte durch praxisnahe Einblicke in aktuelle wasserbauliche Projekte und ermöglichten den direkten Austausch mit Fachleuten aus der Praxis.
Den Auftakt bildete die Exkursion zu den Hochwasserschutzmaßnahmen in Julbach und Simbach am Inn. Im Mittelpunkt standen die umfangreichen Schutzmaßnahmen, die nach dem verheerenden Hochwasserereignis von 2016 umgesetzt wurden. In Julbach erläuterte Johann Penn von Ingérop Deutschland die planerischen und baulichen Besonderheiten der Schutzanlagen, bevor Roland Schmid vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf in Simbach die umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahmen sowie die Erfahrungen aus dem Hochwasserereignis von 2016 vorstellte. Dabei wurden sowohl technische Fragestellungen als auch die Bedeutung eines integralen Hochwasserrisikomanagements anschaulich vermittelt.
Ein weiteres Highlight war die Exkursion zum Donauausbauprojekt „Lebensader Donau“. Dominik Zehatschek von der WIGES GmbH führte die Studierenden durch eines der bedeutendsten wasserbaulichen Infrastrukturprojekte Bayerns und erläuterte die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Hochwasserschutz, Schifffahrt und Gewässerökologie. Besonders deutlich wurde, wie komplex moderne wasserbauliche Planungen sind und wie technische, ökologische und gesellschaftliche Anforderungen miteinander in Einklang gebracht werden müssen.
Den Abschluss des Exkursionsprogramms bildete die Besichtigung der Fischaufstiegsanlagen an den Staustufen Landau und Ettling. Gemeinsam mit Projektleiter Sascha Lorenz und dem Leiter Wasserbau, Wolfgang Malecek, von der Uniper Kraftwerke GmbH sowie Bauleiterin Verena Nirschl von der ausführenden Firma Wadle Bau erhielten die Studierenden einen Einblick in Planung, Bau und Betrieb moderner Fischaufstiegsanlagen. Neben den wasserbaulichen Anforderungen wurden auch die betrieblichen Herausforderungen von Wasserkraftanlagen sowie die bauliche Umsetzung der Anlagen vorgestellt. Dr. Melanie Müller erläuterte, wie die Funktionsfähigkeit der Fischaufstiegsanlage mithilfe eines Monitorings der Fischbewegungen im Einstiegs- und Ausstiegsbauwerk überprüft wird. Sie begleitet diese Maßnahmen bereits seit über einem Jahr. Die Exkursion vermittelte eindrucksvoll, wie sich Energiegewinnung und Gewässerschutz miteinander verbinden lassen.
Witterungsbedingt mussten leider zwei weitere geplante Exkursionen kurzfristig abgesagt werden. Betroffen waren eine Fahrradexkursion zu wasserwirtschaftlichen Bauwerken in Landshut sowie die Besichtigung der Hochwasserschutzmaßnahmen am Schweinbach.
Praxisnähe ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung im Studiengang Bauingenieurwesen an der Hochschule Landshut. Die Exkursionen wurden im Rahmen des Moduls „Wasserwirtschaft und Wasserbau“ von Prof. Dr. Florian Winter organisiert und begleitet. Für die Studierenden boten sie die Möglichkeit, theoretische Inhalte unmittelbar an realen Bauwerken nachzuvollziehen und mit den verantwortlichen Ingenieurinnen und Ingenieuren ins Gespräch zu kommen. Die vielfältigen Einblicke in Hochwasserschutz, Flussbau, Gewässerentwicklung und Wasserkraft verdeutlichten eindrucksvoll die Vielfalt und den Praxisbezug des modernen Wasserbaus.





