Wie wird Trinkwasser gewonnen? Welche Technik steckt hinter einer modernen Kläranlage? Und welche Innovationen prägen die Siedlungswasserwirtschaft von morgen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Studierenden des Studiengangs Bauingenieurwesen im Sommersemester 2026 im Rahmen von vier Exkursionen. Die praxisnahen Einblicke ergänzten die Vorlesungen ideal und ermöglichten den direkten Austausch mit Fachleuten aus der Praxis.
Den Auftakt bildete die Exkursion zu den Stadtwerken Landshut im Bereich Wasserversorgung. Auf dem Programm standen das Trinkwassergewinnungsgebiet Siebensee, der Hochbehälter Birkenberg sowie die Baustelle einer neuen Brunnenbohrung am Schlossberg. Unter der fachkundigen Leitung von Daniel Hammerl, Sachgebietsleiter Netzbetrieb Gas + Wasser, erhielten die Studierenden einen umfassenden Einblick in die Trinkwassergewinnung und -versorgung der Stadt Landshut. Besonders die Besichtigung der laufenden Brunnenbaumaßnahme verdeutlichte die technischen und hydrogeologischen Herausforderungen, die mit der Sicherung einer nachhaltigen Trinkwasserversorgung verbunden sind.
Ein weiteres Highlight war der Besuch der IFAT 2026 in München, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Mithilfe eines eigens entwickelten Aufgabenkatalogs erkundeten die Studierenden die Messe eigenständig und informierten sich über aktuelle Entwicklungen – von innovativen Verfahren der Abwasserreinigung bis hin zu digitalen Lösungen für die kommunale Infrastruktur. Gleichzeitig bot die Messe die Möglichkeit, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und wertvolle Kontakte für Praktika sowie Abschlussarbeiten zu knüpfen.
Bei einer Fahrradexkursion mit den Stadtwerken Landshut stand anschließend die Stadtentwässerung im Mittelpunkt. Rund um den Hochschulcampus wurden verschiedene Bauwerke des Kanalnetzes angefahren sowie deren Funktion und Bedeutung für den sicheren Betrieb der städtischen Entwässerung erläutert. Mathias Heinze, Sachgebietsleiter Kanal, vermittelte anschaulich die Zusammenhänge zwischen Planung, Betrieb und Unterhaltung der kommunalen Entwässerungsinfrastruktur und stellte dabei immer wieder den Bezug zu den Inhalten der Lehrveranstaltung her.
Den Abschluss des Exkursionsprogramms bildete die Besichtigung der Kläranlage Straubing. Fachbereichsleiter Abwasserreinigung Martin Bergner führte die Studierenden durch die Anlage und erläuterte die einzelnen Reinigungsstufen – von der mechanischen Reinigung über die biologische Abwasserbehandlung bis hin zur Schlammbehandlung. Die Führung verdeutlichte eindrucksvoll, welchen wichtigen Beitrag moderne Kläranlagen zum Gewässerschutz leisten und welche Anforderungen an einen wirtschaftlichen, nachhaltigen und sicheren Anlagenbetrieb gestellt werden.
Praxisnähe ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung im Studiengang Bauingenieurwesen an der Hochschule Landshut. Die Exkursionen wurden im Rahmen des Moduls Siedlungswasserwirtschaft von Prof. Dr. Florian Winter organisiert und begleitet. Ein herzlicher Dank gilt den Stadtwerken Landshut, der Kläranlage Straubing sowie allen Beteiligten für ihre Zeit, ihre Gastfreundschaft und die spannenden Einblicke in die berufliche Praxis. Für die Studierenden boten die Exkursionen eine wertvolle Gelegenheit, theoretisches Wissen mit realen Anwendungen zu verknüpfen und die vielfältigen Aufgabenfelder der Wasserwirtschaft aus erster Hand kennenzulernen.
Fotos: Hochschule Landshut





