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Gründen beginnt nicht immer mit der perfekten Idee.

Viele stellen sich Gründung so vor: eine große Idee, ein fertiger Plan, ein überzeugendes Geschäftsmodell, möglichst viel Erfahrung. In der Praxis sieht der Anfang oft anders aus. Zwei Geschichten aus dem Umfeld der Hochschule Landshut und des Gründerzentrums zeigen das.

Ronja Funk kennt den Satz, der viele Ideen im Kopf stecken lässt: Das gibt es doch schon. Gerade im Fitness- und Gesundheitsbereich wirkt der Markt gesättigt, unzählige Programme und Coachings konkurrieren um Aufmerksamkeit. Für Ronja lag die Antwort in ihrer eigenen Erfahrung: Allgemeine Lösungen passen nicht auf jeden Menschen, dafür sind Bedürfnisse, Körper und Voraussetzungen zu unterschiedlich. Daraus entstand ihre Idee für BREATH Code, ein Coaching-Programm, das Menschen zu einem gesünderen und fitteren Lebensstil verhelfen soll, angepasst an individuelle Bedürfnisse und Stoffwechseltypen. 

Schwieriger als die Entwicklung des Konzepts war für sie der Schritt, überhaupt anzufangen. Sie zweifelte, ob die Idee funktionieren würde, ob sie ernst genommen wird und ob sich der Aufwand lohnt, wenn der Ausgang offen ist. Diese Zweifel gehörten für sie mittlerweile zum Prozess dazu. Wer gründet, muss nicht von Anfang an alles wissen, vieles entsteht erst durch Ausprobieren, Lernen und Feedback. Rückblickend beschreibt Ronja diese Phase als Gewinn: Selbst wenn nicht alles sofort funktioniert, wächst man an Erfahrung und Selbstvertrauen. 

Auch Tobias Kreidler zeigt, dass Gründung nicht zwingend mit einer eigenen Geschäftsidee beginnen muss. Er ist heute Teil des Startup-Teams von OT-InfraSec. Sie entwickeln eine Software, mit der kleine und mittelständische Unternehmen Schwachstellen in ihren Produktionsnetzwerken erkennen können, bevor Hacker sie ausnutzen. 

Tobias kam ohne Erfahrung in Cyber-Security oder Softwareentwicklung ins Team, sein Hintergrund liegt eher im Business-Bereich. Der Einstieg gelang trotzdem einfach: Auf der Hochschul-Jobbörse der Hochschule Landshut fand er ein Inserat eines Gründungsteams, das Verstärkung suchte. Er schrieb eine Nachricht, traf sich mit dem Team, und aus dem ersten Gespräch wurde eine Zusammenarbeit. 

Man muss also nicht immer mit der eigenen Idee starten. Man kann auch in ein bestehendes Team einsteigen, eigene Kompetenzen einbringen und miteinander sowie voneinander lernen. Auch Studierende und Alumni ohne eigene Gründungs-Idee können den Weg in ein Startup einschlagen: es lohnt sich auf Gründungs-Events zu schauen, mit Teams zu sprechen, Kontakte zu knüpfen oder ganz klassisch nach offenen Stellen in Startups zu suchen. 

Das Portal www.gruendercafe.com, ebenfalls ein Startup, bietet hierfür einen nützlichen Überblick! 

Sowohl Ronja als auch Tobias beschreiben, wie stark der erste Schritt das eigene Denken verändert hat. Tobias erzählt, er habe zu Beginn geglaubt, er müsse tief in der Materie stecken, bevor er mit Kunden oder Partnern über das Projekt sprechen könne. Mit der Zeit habe er gemerkt: Durch jedes Gespräch lernt man dazu, versteht das Problem besser und gewinnt Sicherheit im Erklären der eigenen Lösung. Auch Ronja hat erlebt, dass Verantwortung und Zuversicht oft erst durch das Handeln selbst entstehen, nicht vorher. Frei nach dem Motto: Just do it!

Ein wiederkehrendes Thema in beiden Geschichten ist das Umfeld. Ronja spricht davon, wie wichtig motivierende Menschen um sie herum waren, die ihr geholfen haben, vom Nachdenken ins Handeln zu kommen. Tobias betont vor allem das Team: Man verbringt viel Zeit miteinander, löst Probleme gemeinsam und ergänzt sich gegenseitig. Ohne ein tragfähiges Team, sagt er, wird Gründung deutlich schwerer. 

Genau hier setzt das Gründerzentrum bei der Hochschule Landshut an. Wir schaffen Räume, in denen Studierende, Alumni, Gründer und Gründungsinteressierte zusammenkommen können, für Austausch, Feedback, Orientierung und erste Schritte. Dabei geht es nicht nur um fertige Businesspläne, sondern auch um Gespräche, Kontakte und Teamaufbau. 

Nicht jeder, der gründen möchte, hat sofort eine eigene Idee, und das ist in Ordnung. Eine Gründungsreise kann mit einer eigenen Idee beginnen, mit einem Problem aus Alltag oder Studium, mit dem Einstieg in ein bestehendes Startup-Team oder einfach mit einem Termin, bei dem man herausfindet, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt. Die Studienzeit und die Zeit direkt nach dem Abschluss bieten dafür einen guten Rahmen: Wissen, Netzwerke, Professoren, andere Studierende und Alumni sind nah beieinander. Oft reicht am Anfang eine Frage, ein Gespräch oder ein erster Workshop, ohne dass gleich ein fertiges Unternehmen entstehen muss. 

Ronja und Tobias zeigen auf unterschiedliche Weise, worum es dabei geht: nicht um Perfektion, sondern um den Anfang. Wer eine Idee schon länger vor sich herschiebt, wer nicht weiß, ob es die eigene Idee nicht längst gibt, oder wer einfach Lust hat, Teil eines Startup- Teams zu werden, findet beim Gründerzentrum der Hochschule Landshut Unterstützung dabei, Ideen weiterzuentwickeln, passende Kontakte zu finden und Teams aufzubauen. 

Nötig ist dafür kein fertiges Konzept. Nötig ist die Bereitschaft, den ersten Schritt zu machen.