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Baugeschichte mit spektakulärem Ausblick

Eine Gruppe Architektur-Studierender aus dem zweiten Semester vertiefte auf einem Stadtspaziergang durch Schwabing und die Maxvorstadt in München die Inhalte aus den Baugeschichte- und Architekturtheorieveranstaltungen des laufenden Semesters.

Typisches und Besonderes aus der Zeit des Jugendstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchten die Studierenden an den Fassaden der Häuser im Bereich der Ainmiller-, Römer- und Franz-Joseph-Straße. Dass sowohl florale Elemente als auch geometrische Formen typisch für die Gestaltung der Fassaden im Jugendstil sind, dass verschiedenen Putztechniken für die Gliederung der Gebäude eingesetzt wurden und dass bei Münchner Jugendstilhäusern mitunter auch Ähnlichkeiten zur Hochhausarchitektur Chicagos festgestellt werden können, ist an den Gebäuden selber ein spannenderes Suchspiel als nur auf Bildern in Veröffentlichungen und die grimmigen Gesichter der Maskenreliefs und der Grotesken über den Hauseingängen, bei denen kleinste Details bis hin zur knolligen Nase und der verwuschelten Haare ausgearbeitet sind, sind aus den verschiedenen Blickwinkeln immer wieder neu zu entdecken.

Über den Alten Nördlichen Friedhof, der am 8. Mai, einem sommerlich warmen Tag eindrucksvoll zeigte, welchen Kühleffekt eine von großen Bäumen beschattete Grünfläche in einem innerstädtisch verdichteten Stadtteil hat, und der von Hans Döllgast nach den Bombentreffern des zweiten Weltkrieges rekonstruierten Arkadenhalle des Alten Nördlichen Friedhofs, ging der Stadtspaziergang zum Königsplatz, an dem uns nach einer Mittagspause im Café im wunderschönen Innenhof der Glyptothek eine Führung durch Dr. Florian Knauß, dem Direktor der Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek in München, Daniel Kollmann vom Staatlichen Bauamt München 1 und Bernhard Kohl, Sachgebietsleiter Hochbau der Regierung von Niederbayern und davor am Staatlichen Bauamt München 1 u.a. für die Maßnahmen an der Glyptothek verantwortlich, erwartete, die von der Sammlung, dem Gebäude von Leo von Klenze, den Instandsetzungen durch Josef Wiedemann bis zur jüngsten Sanierung durch das Staatliche Bauamt umfangreich und spannend berichteten.

Vom Königsplatz, der auf Wunsch von Ludwig I. auf dem Weg in die königliche Sommerfrische im 19. Jahrhundert erbaut wurde, ging es dann zur Ludwigsstraße und deren innerstädtischem Auftakt am Odeonsplatz: über die Sanierungsmaßnahmen an der Feldherrnhalle berichtete Ulrich Stroh vom Staatlichen Bauamt München 1, der uns in die Baustelle mitnahm und uns aus nächster Nähe die Sanierungsarbeiten an Naturstein, Tragwerk und Technik zeigte. 

Mit einem spektakulären Blick von der Feldherrnhalle nach Norden zum Siegestor und darüber hinaus endete an diesem Tag der Stadtspaziergang durch die letzten 200 Jahre Baugeschichte Münchens.

Bilder: Ingeborg Heilmeier-Dahme