Im Technologiezentrum Produktions- und Logistiksysteme (TZ PULS) in Dingolfing fand am Mittwoch, 20. Mai 2026, die 31. Sitzung des Fachbeirats statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Forschungsprojekte und Zukunftsperspektiven des Innovationsstandorts zu beraten.
Zu den Teilnehmern gehörten Landrat Werner Bumeder, Bürgermeister Valentin Walk, Dr. Marco Heck (MANN+HUMMEL), Georg Wachtmeister (DRÄXLMAIER Group), Ralf Schieder (BMW), Vizepräsidentin Valentina Speidel (Hochschule Landshut), Dr. Michael Ettl (Schaltbau), Heiko Zimmermann und Herbert Stadlbauer (beide Kühne+Nagel), Bernd Steiner (ebm-papst), Konrad Sigl (SAR), Prof. Dr. Carsten Röh, Prof. Dr. Sebastian Meißner, Prof. Dr. Martin Prasch, Christoph Müller (alle TZ PULS) sowie Katharina Spanner (TZ PULS/Stadt Dingolfing).
Nach der Begrüßung durch Herbert Stadlbauer wurde auch der neue Dingolfinger Bürgermeister Valentin Walk offiziell im Fachbeirat willkommen geheißen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Vorbereitung der anstehenden 10-Jahresfeier des TZ PULS. Hierzu wurden Inhalte und Beiträge für die Festschrift sowie die begleitende Pressearbeit abgestimmt.
Produktionssystem „Circularity“ im Fokus
Im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs stand die Vorstellung des „Produktionssystems Circularity“ innerhalb der Lern- und Innovationsfabrik des TZ PULS. Christoph Müller zeigte auf, wie nachhaltige Produktions- und Logistiksysteme künftig stärker nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden können. Ziel ist es, Ressourcen möglichst effizient einzusetzen, Materialien und Komponenten wiederzuverwenden und Wertstoffkreisläufe bereits bei der Planung von Produktionsprozessen mitzudenken.
Forschungsprojekte und Herausforderungen für den Industriestandort
Darüber hinaus informierten die Professoren Sebastian Meißner, Martin Prasch und Carsten Röh über den aktuellen Stand laufender Forschungsanträge, Projekte und Beschaffungsmaßnahmen. Besonders erfreulich war die Meldung, dass zwei neue eingeworbene Forschungs- und Transferprojekte und damit insgesamt vier neuen Stellen durch Drittmittel eingeworben werden konnten. Im Mittelpunkt der weiteren Ausführungen standen zentrale Mega-Trends für die industrielle Produktion in Deutschland bis 2035. Diskutiert wurden insbesondere die Auswirkungen von demographischem Wandel, Fachkräftemangel, steigenden Lohn- und Energiekosten aber auch Steuerlast und Bürokratie auf den Industriestandort. Gleichzeitig gewinnen resiliente und regionale Wertschöpfungsketten vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen zunehmend an Bedeutung.
Weitere Schwerpunkte bildeten nachhaltige Produktionssysteme mit Fokus auf CO₂-Neutralität, Circularity und Flächeneffizienz sowie die fortschreitende Digitalisierung. Insbesondere Künstliche Intelligenz in der Produktion, autonome Systeme und humanoide Robotik bieten aufgrund der starken industriellen Basis der Region große Potenziale.
Ausbau von Forschung, Studium und Wissenstransfer
Das TZ PULS will diesen Entwicklungen mit anwendungsnaher Forschung, Wissenstransfer, Netzwerkbildung und modernen Lehrangeboten begegnen und Unternehmen bei der Transformation von Produktions- und Logistiksystemen aktiv unterstützen. Ebenfalls vorgestellt wurden die Entwicklungen rund um den Studiengang SIOB sowie der geplante Ausbau des Campus Dingolfing. Ergänzend berichtete das TZ PULS über den Stand berufsbegleitender Studienangebote.
Die Sitzung unterstrich erneut die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und kommunalen Partnern am Standort Dingolfing. Das TZ PULS sieht sich damit weiterhin als wichtiger Impulsgeber für Innovationen in Produktion und Logistik in Niederbayern.
Foto: TZ PULS
(Frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle)
Bildunterschrift: v.l.n.r. Konrad Sigl, Dr. Marco Heck, Herbert Stadlbauer, Bernd Steiner, Georg Wachtmeister, Ralf Schieder, Prof. Dr. Sebastian Meißner, Dr. Michael Ettl, Prof. Dr. Carsten Röh, Landrat Werner Bumeder, Bürgermeister Valentin Walk, Prof. Dr. Martin Prasch, Prof. Dr. Valentina Speidel, Katharina Spanner
