Recht und Soziales

Aufstiegs-BAföG  

Das Aufstiegs-BAföG (Ausbildungsförderungsgesetz, AFBG) unterstützt Sie bei der Teilnahme an Aufstiegsfortbildungen wie der Weiterbildung zum/zur Meister/in, Techniker/in, Betriebswirt/in, etc. Was, wer, wie gefördert wird und wie Sie die Förderung beantragen, zeigt die Internetseite aufstiegs-bafoeg.de  

Auch die Kammern bieten entsprechende Beratung zu finanziellen Fördermöglichkeiten im Rahmen der beruflichen Weiterbildung an:
Ansprechpartner IHK Niederbayern
Ansprechpartner HWK Niederbayern-Oberpfalz    

Kindergeld  

 

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres haben Sie Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie eine berufliche Ausbildung anstreben oder ein weiteres Studium aufgenommen haben. Über das 25. Lebensjahr hinaus sind Sie kindergeldberechtigt, wenn eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung vorliegt. Kindergeld wird auch während der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche, der Ableistung eines Freiwilligendienstes bzw. des freiwilligen Wehrdienstes gezahlt. Das Kindergeld wird auch in der Übergangsphase zwischen zwei Bildungsabschnitten bis zu vier Monate weiter gewährt.

Teilen Sie der Kindergeldstelle der Agentur für Arbeit unverzüglich mit, wenn Sie Ihr Studium gewechselt, unterbrochen oder abgebrochen haben!  

Bundesweite Kindergeld-Rufnummern:


0800/4555530* (persönliche Anliegen)
Über diese Telefonnummer beantwortet ein Service-Center alle Fragen zum Thema
Kindergeld und Kinderzuschlag.
Montag - Freitag 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr

0800/4555533* (Auszahlungstermine)
Genaue Zahlungstermine für das Kindergeld können unter dieser Telefonnummer erfragt werden.
täglich 00:00 Uhr bis 24:00 Uhr

* 0800 bundesweite kostenfreie Telefonnummer

Weitere Informationen zu Anspruch, Höhe und Dauer beim Kindergeld auch auf der Internetseite der Agentur für Arbeit

Sozialleistungen
(Quelle: Agentur für Arbeit)  

Nach einem Studienausstieg erhalten Sie nur dann Arbeitslosengeld, wenn Sie nachfolgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Sie müssen arbeitslos sein. Eine Voraussetzung dafür ist, dass Sie weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten.    
  2. Sie müssen versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein und lange genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben: mindestens 12 Monate in den letzten 2 Jahren (unter bestimmten Umständen gelten abweichende Voraussetzungen).
    Ersatzzeiten werden auch angerechnet, zum Beispiel:
    • Wehrdienst,
    • Mutterschaft und Kindererziehung,
    • Krankengeldbezug,
    • Jugendfreiwilligen- oder Bundesfreiwilligendienst.
  3. Sie müssen sich persönlich arbeitslos gemeldet haben.  

In der Regel erwerben Sie mit einem Nebenjob während des Studiums keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Sofern Sie aber eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt, vor dem Studium eine berufliche Ausbildung absolviert oder dual studiert haben, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld und sollten sich bei Ihrer Agentur für Arbeit am Wohnort arbeitslos melden, sobald Sie sich an der Hochschule exmatrikuliert haben oder vorhaben, das Studium zu beenden.  

Auch ohne Arbeitslosengeldanspruch ist eine Arbeitslosmeldung bei der Agentur für Arbeit sinnvoll. Sie erhalten Beratung und Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung sowie bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.  

Unter folgenden Umständen haben Sie die Möglichkeit, nach dem Studienausstieg Arbeitslosengeld II (Grundsicherung) zu beantragen.  

Sie können Arbeitslosengeld II erhalten, wenn Folgendes auf Sie zutrifft:

  • Sie sind über 15 Jahre alt und haben das Renteneintrittsalter (65-67 Jahre) noch nicht erreicht.
  • Ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort liegt in der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie können und dürfen mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten.
  • Sie sind nicht beschäftigt oder Ihr Einkommen liegt unter dem Existenzminimum.
  • Sie haben kein Vermögen, von dem Sie leben können.  

Weiterführende Hinweise zu Anspruch, Höhe und Dauer von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II erhalten Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit.

Krankenversicherung
(Quelle: Techniker Krankenkasse)  

Die Krankenversicherung ist in allen Lebenslagen ein zentrales Thema. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie in jeder Situation richtig abgesichert sind.  

Krankenversicherung im Studium (Immatrikulation):  

Als Student/in pflichtversichert werden Sie, wenn Sie

  • nachweislich an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule immatrikuliert sind,
  • weder familienversichert, hauptberuflich selbstständig noch anderweitig krankenversichert sind, zum Beispiel als Arbeitnehmer/in oder als Arbeitslose/r,
  • und nicht in einem anderen Staat krankenversichert sind und aus dieser Krankenversicherung Leistungen erhalten können.
  • Haben Sie bereits mehr als 14 Fachsemester studiert oder sind Sie älter als 30 Jahre, ist eine Pflichtversicherung als Student/in grundsätzlich nicht mehr möglich. Ausnahmen gelten z.B. bei längerer Krankheit.

Ihre Krankenversicherung als Student/in läuft noch weiter bis zum Ende des Semesters, für das Sie sich an der Hochschule zurückgemeldet oder eingeschrieben haben. Danach kommt es darauf an, was Sie nach Ihrem Studium tun. Finden Sie zum Beispiel direkt im Anschluss an das Ende Ihres letzten Semesters einen sozialversicherungspflichtigen Job, werden Sie als Arbeitnehmer/in versichert. Machen Sie sich selbstständig, ist eine Versicherung als Selbstständige/r möglich. Sind Sie zunächst nicht erwerbstätig, kommt unter Umständen auch eine freiwillige Versicherung in Frage.

Familienversicherung im Studium

Als Studentin bzw. als Student können Sie bis zu Ihrem 25. Geburtstag beitragsfrei bei Ihren Eltern mitversichert bleiben. Wichtig: Ihr monatliches Einkommen darf dafür höchstens 415,00 Euro (bei einem Minijob 450,00 Euro) betragen.

Eine längere Familienversicherung ist möglich, wenn sich Ihr Studium durch einen Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst nachweislich verzögert hat. Nämlich noch so viele Monate, wie der Dienst gedauert hat, maximal jedoch ein Jahr.

Wenn Sie über Ihre/n Ehe- oder Lebenspartner/in (nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz) familienversichert sein können, gibt es keine Altersgrenze, allerdings gibt es Einkommensgrenzen.

Können Sie nicht (mehr) familienversichert sein, müssen Sie sich als selbst versichern. Meistens werden Sie als Student/in pflichtversichert. Dann zahlen Sie für die Kranken- und Pflegeversicherung den günstigen Tarif für Studierende.

Bekommen Sie BAföG, können Sie von der zuständigen Behörde einen Beitragszuschuss erhalten. Anträge dazu gibt es beim Studentenwerk. 

Endet Ihre studentische Pflichtversicherung, können Sie sich noch für sechs Monate zu einem ermäßigten Beitrag freiwillig weiterversichern. Das ist möglich, wenn Sie weiter immatrikuliert sind und Ihre monatlichen beitragspflichtigen Einnahmen nicht über 968,33 Euro im Monat liegen.  

Welche Unterschiede bestehen zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung?     

  • In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfolgt die Abrechnung von in Anspruch genommen Leistungen in der Regel schnell und unkompliziert über die Gesundheitskarte. Der Versicherte muss nicht in Vorleistung treten.
  • Die private Krankenversicherung (PKV) agiert nach dem Kostenerstattungsprinzip, das heißt, der Versicherte muss die Kosten zunächst selbst tragen und erhält erst nach Einreichung seiner Rechnung die Kosten wiedererstattet.
  • Die Familienversicherung ist für Kinder und Ehegatten (abhängig vom Einkommen) in der GKV beitragsfrei.
  • In der PKV gibt es zwar Tarifmodelle für Familien, allerdings wird jedes Familienmitglied mit seinem persönlichen Risiko und einem individuellen Beitrags versichert.
  • In der GKV gibt es keine Gesundheitsprüfung. Abhängig vom Einkommen zahlt jeder Versicherte den gleichen Beitrag, ganz gleich wie gesund er ist oder welche Vorerkrankungen er hat.
  • Wer sich privat versichern möchte, muss sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Je nachdem wie diese ausfällt, muss mit einem Risikozuschlag (zum Beispiel Zuschlag für Allergien) und somit einem höheren Beitrag gerechnet werden.
  • Die Beiträge der GKV schwanken weniger stark als die der PKV. Spätestens ab dem Alter von 25 Jahren liegen sie deutlich unterhalb des Beitrags für einen vergleichbaren privaten Tarif.
  • Zu Beginn des Studiums können die Beiträge der PKV sehr günstig sein. Spätestens mit Vollendung des 25. Lebensjahres (je nach Vertrag auch mit Vollendung des 23. Lebensjahres) muss sich der/die Student/in selbst voll privat versichern.

Ich habe mich vorzeitig exmatrikuliert und war bisher in der Familienversicherung bzw. studentischen Krankenversicherung versichert, was sind nun die nächsten Schritte?  

1. Agentur für Arbeit

Arbeitssuchendmeldung

  • Die Meldung muss bis spätestens drei Monate vor dem voraussichtlichen Ende des Studiums persönlich bei der Agentur für Arbeit erfolgen.      

Arbeitslosmeldung

  • Spätestens am Tag der Exmatrikulation müssen Sie sich persönlich arbeitslos melden, um ggf. Anspruch auf finanzielle Unterstützung zu haben.
  • Entweder Arbeitslosengeld 1 oder Arbeitslosengeld 2
  • Als Student im Normalfall Arbeitslosengeld 2, da Sie als Werkstudent und Praktikant nicht in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.  

2. Finanzielle Zuschüsse

Arbeitslosengeld 2 beinhaltet für eine alleinstehende Person:

  • 416 Euro Regelsatz (ab Januar 2018)
  • Erstattung einer angemessenen Miete
  • Erstattung der Beiträge für die gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung
  • Zusätzlich ist es möglich, Mehrbedarf anzumelden zum Beispiel wenn man schwanger oder alleinerziehend ist.  

3. Krankenversicherung       

Bitte informieren Sie Ihre Krankenversicherung über die Exmatrikulation und über Ihr weiteres Vorgehen. Je nach Situation müssen Sie ggf. andere Beiträge bezahlen.    

Krankenversicherung bei Dualem Studium und Existenzgründung

Teilnehmer/innen dualer Studiengänge sind als Arbeitnehmer/in versicherungspflichtig. Das bedeutet unter anderem, dass Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung anfallen. Die Beiträge führt Ihr Arbeitgeber zusammen mit seinem Anteil für Sie ab.

Alle Existenzgründer/in können Sie sich wie ein Selbständiger freiwillig gesetzlich krankenversichern und erhalten zu den monatlichen Beiträgen ggf. einen Zuschuss von der Agentur für Arbeit.