Alternativen

Der Ausstieg aus dem Studium ist zwar zuerst ein Einschnitt, bietet aber auch neue Perspektiven und die Chance zur beruflichen Neuorientierung.  

Studiengangwechsel  

Ein Studiengangwechsel ist dann sinnvoll, wenn Sie den Anforderungen des gewählten Studiums nicht mehr gewachsen sind, der Studiengang Ihren Erwartungen nicht entspricht oder sich die zukünftigen beruflichen Perspektiven anders darstellen als zu Studienbeginn erhofft. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, bietet sich ein Studiengangwechsel im Grundstudium an. Wenn Sie sich für einen Studiengangwechsel entscheiden, sollten Sie sich im Vorfeld gut über Bewerbung, Zulassungsbeschränkungen und Fristen informieren. Es besteht kein Anspruch auf Anerkennung bereits erbrachter Studienleistungen, jedoch können mit dem neuen Studiengang kompatible Prüfungsleistungen auf Antrag anerkannt werden oder Sie können bereits in ein höheres Fachsemester einsteigen. An der Hochschule Landshut wenden Sie sich bei Fragen an das Studierenden-Service-Zentrum. Wenn Sie BAföG beziehen achten Sie bitte darauf, dass ein wichtiger Grund für den Fachwechsel nur bis zum Beginn des vierten Fachsemesters anerkannt werden kann. Durch einen Antrag auf Vorabentscheidung beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung können Sie dies bereits vor dem Studiengangwechsel klären. Weitere Informationen finden Sie hier

Berufliche Aus- und Weiterbildung  

Die Möglichkeiten einer beruflichen Aus- und Weiterbildung sind vielseitig. Dabei sind die im Studium erworbenen Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt und Studienaussteiger/innen werden gerne von Unternehmen eingestellt. Im Rahmen der beruflichen Ausbildung werden für die notwendigen Qualifikationen für die Ausbildung eines Berufes vermittelt. Dabei spielt die Verzahnung von Theorie und Praxis eine zentrale Rolle. „Duale“ Ausbildung bedeutet, dass der praktische Einsatz im Betrieb mit dem Besuch der Berufsschule kombiniert wird. Die Dauer der beruflichen Ausbildung variiert zwischen 2 bis 3,5 Jahren je nach Ausbildungsberuf. Für die Dauer der Ausbildung hat jeder Auszubildende Anspruch auch eine angemessene Vergütung. Das Ausbildungsgehalt ist dabei abhängig vom Ausbildungsberuf, vom Ausbildungsbetrieb und der Branche und steigt mit jedem Ausbildungsjahr.

Ausbildungsverkürzung und frühzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

Für Abiturient/innen und folglich auch Studienaussteiger/innenbesteht die Möglichkeit, die Ausbildungsdauer um bis zu 12 Monate zu verkürzen (§ 45 Abs. 1 BBiG bzw. § 37 Abs. 1 HwO). Durch vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung aufgrund hervorragender praktischer und schulischer Leistungen, kann die Ausbildungszeit um weitere 6 Monate reduziert werden. Über die Verkürzung der Ausbildungsdauer entscheidet die zuständige Kammer in Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb. Zu beachten ist, dass beim Vorliegen mehrerer Verkürzungsgründe die Mindestausausbildungsdauer von 12 Monaten nicht unterschritten wird.  

Eine berufliche Weiterbildung, beispielsweise Meister/in, Techniker/in oder Betriebswirt/in im Anschluss an die Ausbildung eröffnet weitere Karrierechancen. Diese Aufstiegsfortbildungen sind gesetzlich im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HWO) geregelt. Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung. Berufliche Weiterbildungen sind kostenpflichtig, die Kurse und Prüfungen werden an der zuständigen Kammer abgelegt. In besonderen Einstiegsmodellen für Studienaussteiger/innen besteht die Möglichkeit direkt in eine Weiterbildungsmaßnahme einzusteigen. Voraussetzung ist der Erwerb von mindestens 90 ECTS-Punkten, 2 Semester einschlägiges Studium und mindestens ein Jahr Berufserfahrung.

Ausbildung in Industrie und Handel (IHK)

Ausbildungsberufe IHK von A bis Z       

Ausbildung im Handwerk (HWK)  

Ausbildungsberufe im Handwerk              

Schulische Ausbildung  

Neben der beruflichen Ausbildung gibt es in Deutschland Ausbildungsberufe, die nur an einer Schule erlernt werden können. Dabei handelt es sich vor allem um soziale Berufe, Berufe im Bereich Fremdsprachen oder auch in den Bereichen IT und Technik. Die schulische Ausbildung findet in Vollzeit an einer Berufsfachschule oder Fachakademie statt und beinhaltet mehrere Praktika. Je nach Ausbildungsrichtung dauert eine schulische Ausbildung zwischen 1 und 3,5 Jahren. In der Regel wird für die schulische Ausbildung keine Vergütung gezahlt, bei privaten Schulen muss sogar Schulgeld entrichtet werden. Schulische Ausbildungsmöglichkeiten in der Region finden Sie hier und auf der Internetseite der Agentur für Arbeit.

Ausbildung im Öffentlichen Dienst  

Nach einem Studienausstieg ist auch eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst, beispielsweise in der Bundes-, Länder- oder Kommunalverwaltung, bei der Polizei oder Bundeswehr eine mögliche Alternative. Jedoch kommt es hier auf den Zeitpunkt des Studienausstiegs an, denn das Bewerbungsverfahren endet in der Regel ein Jahr vor dem geplanten Ausbildungsbeginn. Genaueres lesen Sie unter: Ausbildung im öffentlichen Dienst.

Über die Ausbildungsberufe in der öffentlichen Verwaltung und der Justiz (zweite Qualifikationsebene) in Bayern erfahren Sie mehr beim Bayerischen Landespersonalausschuss: Ausbildung in der öffentlichen Verwaltung/Justiz (Bayern).

Direkteinstieg  

Wenn die neue berufliche Tätigkeit fachnah zum abgebrochenen Studium ist und bereits sehr viele Kompetenzen vorliegen, besteht auch die Möglichkeit direkt in die Berufstätigkeit zu gehen ohne eine Ausbildung zu durchlaufen. Sowohl das Berufsbildungsgesetz (BBiG) als auch die Handwerksordnung (HwO) geben die Möglichkeit, über den Weg der Externenprüfung einen Ausbildungsabschluss zu erlangen. Der Nachteil des Direkteinstiegs ist allerdings, dass Sie als Arbeitnehmer/in ohne abgeschlossene Berufsausbildung weniger verdienen und auch weniger berufliche Aufstiegschancen haben als Kolleg/innen mit abgeschlossener Aus- oder Weiterbildung.    

Zulassung zur Externenprüfung bei der Industrie- und Handelskammer:
(Quelle: IHK Niederbayern)

"Wer keine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf absolviert hat, ist nach § 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) zur Abschlussprüfung zuzulassen, wenn er nachweist, dass er mindestens das 1,5-fache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem er die Prüfung ablegen will. Eine einschlägige Berufstätigkeit liegt dann vor, wenn die für den betreffenden Beruf charakteristischen Arbeiten in der Praxis ausgeübt worden sind. Als charakteristische Arbeiten gelten die in den jeweiligen Ausbildungsordnungen festgelegten Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten."
Weitere Informationen und Ansprechpartner 

Zulassung zur Externenprüfung bei der Handwerkskammer:
(Quelle: HWK Niederbayern-Oberpfalz)

"Für alle, die mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen sind, in dem die Prüfung abgelegt werden soll (§ 37   Abs. 2 HwO), können einen Antrag auf Zulassung zur sogenannten „Externenprüfung“ (Antrag auf Zulassung ohne Nachweis einer Lehre) stellen."
Weitere Informationen und Ansprechpartner    

Existenzgründung  

Mit der richtigen Idee, einem handfesten Finanzkonzept und der entsprechenden fachlichen Qualifikation kann auch die Gründung eines eigenen Unternehmens eine Alternative nach dem Studienausstieg sein. Sinnvoll ist allerdings der Abschluss einer beruflichen Ausbildung vor dem Weg in die Selbstständigkeit.

Ausführliche Informationen und Beratung für Existenzgründer: