Verbesserung der Bildungschancen junger benachteiligter Menschen

Hintergrund

Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass in Deutschland das Herkunftsmilieu des Elternhauses eine große Rolle dabei spielt, welche Bildungschancen und -wege Kindern offen stehen. Die Anteile Studierender sinken drastisch, wenn deren Eltern selbst keinen akademischen Abschluss besitzen (vgl. Publikationsreihe der „Sozialerhebungen“ des Deutschen Studentenwerks[1] oder die Studie „Große Vielfalt, weniger Chancen“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Mercator- und der Vodafone-Stiftung[2]). Die Statistiken zeigen auch, dass Migrationserfahrungen, soziale Benachteiligungen oder körperliche Beeinträchtigungen die Hürde, ein Studium zu beginnen, hoch erscheinen lassen.

[1] Vgl. z.B.: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Hrsg.) (2012): Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2012. 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch das HIS-Institut für Hochschulforschung. Druck: BWH GmbH Hannover.

[2] Vodafone Stiftung Deutschland (Hrsg.) (2012): Aufstiegsangst? Eine Studie zur sozialen Ungleichheit beim Hochschulzugang im historischen Zeitverlauf. Druck: Druckstudio GmbH Düsseldorf.

Ziel

Ziel dieses Teilprojektes ist es, bestehende Barrieren und Hemmnisse abzubauen, die Menschen oft daran hindern, sich für ein Studium zu entscheiden, indem Angebote und Strukturen geschaffen und bekannt gemacht werden, die ein (berufsbegleitendes) Studium entsprechend erleichtern.

Umsetzung

Dafür wurde zunächst eine wissenschaftliche Studie darüber erstellt,

  • wo Bedarfe und Nachfrage bei den entsprechenden Zielgruppen an der Hochschule Landshut und im Einzugsgebiet selbiger liegen,
  • welche Informations- und Beratungsangebote vor und während des Studiums benötigt werden,
  • welche ergänzenden Angebote zur Vorbereitung, im Übergang und während des Studiums auf Interesse stoßen bzw. sinnvoll und empfehlenswert sind,
  • welche Möglichkeiten einer frühzeitigen Ansprache der Zielgruppe bereits während der Schulzeit, betrieblich oder über private Vereine bestehen.

Dazu wurden zum einen im Einzugsgebiet der Hochschule Landshut 2.850 Schüler*innen an 38 Schulen mit (alternativen) Erwerbsmöglichkeiten einer Hochschulzugangsberechtigung zu Informationslage, Kompetenzen und Wünschen mit Blick auf den Hochschulzugang befragt.

Außerdem wurden im Zuge einer qualitativen Erhebung Interviews mit bereits Studierenden der Zielgruppe sowie Bildungsexpert*innen im Hochschulkontext geführt.

Auf Basis der Studienergebnisse und im Abgleich mit den bereits vorhandenen Angeboten wurden zur Ansprache der Zielgruppe zukünftiger Studierender entsprechende Informations- und Beratungsangebote konzipiert sowie Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet.

Demnach sollen z.B. bereits Studierende der Zielgruppe zu sog. „Studienbotschafter*innen“ ausgebildet und für die informierende Beratung an Schulen, in Firmen und Vereine gesandt werden.

Auf ähnliche Weise sollen „Studienmentor*innen“ als interne Berater*innen zur Verfügung stehen (vgl. auch „Konzept BotschafterInnenMentorInnen“ unter „Projektergebnisse“). Für beide ist eine dem Einsatz vorgelagerte Schulung vorgesehen. Die probeweise Umsetzung hat begonnen.

Daneben wurde zur Verbesserung der Kommunikation unterstützender (Begleit-) Angebote eine entsprechende Übersicht erstellt. Diese Zusammenstellung soll eine Unterstützung dabei sein, die passende Beratung oder auch Veranstaltung zu den vorhandenen Wünschen und Bedarfen zu finden. Sie ist gegliedert nach den unterschiedlichen Phasen eines Studienverlaufs: Interessensfindung, Vorbereitung, Begleitung und Unterstützung während des Studiums in den Bereichen Organisation, Softskills, Finanzielles, Internationales und Sprachprogramme sowie dem Übergang in das Berufsleben und Freizeitangebote (vgl. Datei „Begleitangebote“ unter „Projektergebnisse“).

Außerdem werden die ermittelten Wünsche in die bereits zahlreich bestehenden Angebote der Hochschule integriert.

Neben den Projektbausteinen „Information, Ansprache und Beratung“ sowie „Verbesserung der Angebotskommunikation“ wird auch an der Konzipierung und probeweisen Umsetzung von Vorbereitungs- und Begleitangeboten gearbeitet. Projektbestandteil sind u.a. ein probeweises Modulstudium und die kombinierte Vermittlung von Methoden wissenschaftlichen Arbeitens unter Fremdsprachenaspekten.

Kooperation

Wir stehen in engem Kontakt mit zahlreichen Schulen, Vereinen und Servicestellen von Stadt und Landkreis Landshut. Kooperationspartner sind u.a. das Bildungsnetzwerk zur Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund „TatBayern e.V.“, die „Deutsch-Türkische-Wirtschaftsgemeinschaft in Niederbayern e.V.“ (DT-WiN), das deutsch-russische Begegnungszentrum „Nachbarschaftstreff DOM“, die Initiative ArbeiterKind.de, der Migrationsbeirat der Stadt Landshut und die Stadtteilarbeit Porschestraße.

Projektergebnisse

Als ein Projektergebnis wurde zur Verbesserung der Kommunikation unterstützender (Begleit-) Angebote eine entsprechende Übersicht erstellt. Diese Zusammenstellung soll eine Unterstützung dabei sein, die passende Beratung oder auch Veranstaltung zu den vorhandenen Wünschen und Bedarfen zu finden. Sie ist gegliedert nach den unterschiedlichen Phasen eines Studienverlaufs: Interessensfindung, Vorbereitung, Begleitung und Unterstützung während des Studiums in den Bereichen Organisation, Softskills, Finanzielles, Internationales und Sprachprogramme sowie dem Übergangs in das Berufsleben und Freizeitangebote.

Angebotsübersicht

Weitere Projektergebnisse als Download: