Gemeinsam hohes Potenzial der Mikrosystemtechnik nutzen

Erfolgreiche Mitgliederversammlung des Cluster Mikrosystemtechnik

Der Cluster Mikrosystemtechnik vernetzt Forschung und Wirtschaft, um technische Entwicklungen in diesem Wachstumsbereich zu forcieren. Bei der aktuellen Mitgliederversammlung (6. Februar 2014) wurden neue Trends, Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Aktivitäten des Clusters vorgestellt, zusätzlich stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.

Rund 45 Teilnehmer/-innen, Vertreter/-innen von Unternehmen, Diensteistern und Forschungseinrichtungen, nutzten die Gelegenheit, sich an der Hochschule Landshut über die Aktivitäten des Kompetenznetzwerkes zu informieren und das neue Team des Clusters Mikrosystemtechnik sowie die Professoren des Forschungsschwerpunktes Elektronik und Systemintegration der Hochschule persönlich kennen zu lernen. Auch die Fachseite kam bei interessanten Vorträgen nicht zu kurz.

Cluster-Mitglieder und Hochschule stärker zu vernetzen, lautete ein Ziel der Veranstaltung. Bei seiner Begrüßung betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel, 60 Prozent der Professoren/-innen der Hochschule seien nach 2008 an die Hochschule gekommen. Da insbesondere der Bereich der angewandten Forschung für Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine immer größere Bedeutung spiele, sei der Kontakt zwischen Unternehmen und Professoren umso wichtiger. Die Cluster-Mitgliederversammlung bot hierzu eine hervorragende Gelegenheit. Hochschulvizepräsident Prof. Dr. Holger Timinger zeigte die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen auf. Diese reichen von Praktika, Projekt- und Abschlussarbeiten von Studierenden, dem Dualen Studium und Weiterbildungsangeboten bis zu gemeinsamen Forschungsprojekten u.a. mit der Einbindung von Doktoranden und der Ausschöpfung von Fördermöglichkeiten.

Hohes Wachstumspotenzial – vielfältige Fördermöglichkeiten

Auf Förderprogramme, die gemeinsame F&E-Projekte von Unternehmen und Hochschulen unterstützen, aber auch auf die aktuellen Trends in der Mikrosystemtechnik, ging Dr. Bernhard Ruf (VDI/VDE/IT) in seinem Vortrag ein. Vom Förderprogramm "Horizon 2020" der EU, über die Forschungsschwerpunkte „Elektroniksysteme; Elektromoibilität“ bzw. „Kommunikationssysme; IT-Sicherheit“ im Rahmen der "High Tech Strategie 2020" des Bundes bis zur F&E-Förderung durch den Freistaat Bayern im Programm „Mikrosystemtechnik Bayern“ reichte sein Überblick. Dabei betonte er das hohe Markvolumen der Mikrosystemtechnik, das 2012 bei rund 10 Mrd. US-Dollar gelegen habe und bis 2014 um die Hälfte auf knapp 15 Mrd. US-Dollar anwachsen werde. Eine der treibenden Kräfte sei die Miniaturisierung der Komponenten bei steigender Leistungsfähigkeit, aber gerade die zunehmende Diversifizierung, die ständige Entwicklung von neuen Funktionalitäten, verspreche für die weitere Zukunft enormes Wachstumspotenzial. Von großer Bedeutung für die vielfältigen Anwendungen sei in der Zukunft der Systemgedanke, die Systemintegration. Besonders bei der Herstellung von MEMS (Micro Electro Mechanical Systems) müsse man deutsche und europäische Hersteller über Förderprogramme unterstützen, um den Produktionsstandort in diesem Bereich attraktiv halten zu können.

Best practice für eine Forschungskooperation von Unternehmen und Hochschule zeigte die Doktorandin Sophie Engelsberger am aktuellen Projekt "MedLast" der Hochschule Landshut. In Kooperation mit Industriepartnern und gefördert durch das Programm „Mikrosystemtechnik Bayern“ des Freistaates wird dabei ein mediznisches Sensor-Systems entwickelt, das die momentane Belastung der unteren Gliedmaßen z.B. in einem Gipsverband misst und die Daten via drahtloser Übertragung an eine Armbanduhr sendet. Die Belastung und die Schrittzahl werden von der Armbanduhr ständig angezeigt und bei Überlastung wird ein Warnsignal abgegeben. Dadurch können Über- oder Unterlastungen, z.B. beim Gehen, vermieden werden, die eine häufige Ursache für schmerzhafte, kosten- und zeitintensive Nachbehandlungen sind. Einen lebhaften Einblick in die Entwicklung der Bordnetz-Technologie gab anschließend Prof. Dr. Dieter Nazareth. Während beim Bordnetz der 1. Generation, z.B. beim VW Käfer, der gesamte Schaltplan noch auf eine DIN-A4-Seite gepasst habe, seien in modernen Fahrzeugen bis zu 100 Steuergeräte verbaut (Bordnetze der 4. Generation), der Plan demenstprechend kompliziert. In Hybridfahrzeugen bedeute der Einsatz von unterschiedlichen Stromspannungen (12/48/400 Volt) und neuen Materialien weitere enorme Anforderungen. Die Entwicklung von Bordnetzen müsse interdisziplinär angegangen werden, Elektro-, Werkstoff- und Verfahrenstechnik seien bei der Bordnetzentwicklung ebenso gefragt wie Maschinenbau- und Informatik-Kenntnisse.

Kontakt intensiveren – gemeinsam technische Entwicklung forcieren

Neben diesen Einblicken in die aktuelle technische Entwicklung stellten Prof. Dr. Artem Ivanov (wissenschaftlicher Leiter) und Marc Bicker (kfm.-organisatorischer Leiter) aktuelle Entwicklungen beim Cluster Mikrosystemtechnik vor: Die Aktivitätenliste reichte von Veranstaltungen wie dem Praxisforum bei der Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG in Teisnach, der neuen Reihe „Landshuter CAE-Forum“ und dem Fachkongress "4. Landshuter Symposium Mikrosystemtechnik" („Mikrosystemtechnik als Schlüsseltechnologie der Systemintegration“ 12./13. März 2014), mögliche Messebeteiligungen bis zur neuen Cluster-Homepage.

Um für die Cluster-Mitglieder den Zugang zu Fachwissen und Know-how der Professoren/-innen zu erleichtern, wird die Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt Elektronik und Systemintegration der Hochschule gestärkt und für die (leicht veränderten) Schwerpunkte des Clusters wurden Fachansprechpartner benannt:

  • Aufbau- und Verbindungstechnik (AVT): Prof. Dr. Artem Ivanov
  • Intelligente Sensorik (ISS):
  • Embedded Systems (ES): Prof. Dr. Mathias Rausch
  • Kommunikationstechnik (KT): Prof. Dr. Guido Dietl
  • Leistungselektronik (LE): Prof. Dr. Alexander Kleimaier
  • Automobilinformatik / Bordnetze (BN): Prof. Dr. Dieter Nazareth

Die Professoren stellten sich mit ihren Kompetenzfeldern sowie speziellen Fach- und Forschungsthemen vor, wobei sich deutlich ihr Engagement und die Begeisterung für die eigenen Fachgebiete zeigte. Im Anschluss nutzten die Teilnehmer/-innen intensiv die Gelegenheit, die verschiedenen Labore zu besichtigen. Bereits auf diesem Rundgang kam es zu intensiven Fachgesprächen, die im Anschluss beim abschließenden get together noch vertieft wurden.