Kontroverse Diskussionen zum neuartigen Druckluftspeicher im Einfamilienhaus am TZE

Ruhstorf a. d. Rott, 14. Oktober 2013 Bis auf den letzten Platz gefüllt waren am Montag am Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut die Zuhörerreihen zum Auftakt der „Landshuter Energiegespräche“ für das Wintersemester 2013/14. Eingeladen hatte das TZE zu einem Vortrag über „Neuartige Energiespeicher im Effizienzhaus Plus“.

Sind derzeit Batterien als Stromspeicher in aller Munde, so zeigen die Referenten Peter Kemper und Herbert Huber einen anderen Weg für ihr Projekt auf: Sie setzen bei Ihrem innovativen Konzept unter anderem auf den Einsatz eines Druckluftspeichers zur Energiespeicherung im Einfamilienhaus.

Kompetenzen aus Ostbayern gebündelt

In dem Konzept soll ein Musterhaus mit dem Prädikat „Energieeffizienzhaus Plus mit Elektromobilität“ erstmals in der Praxis umgesetzt werden. Gefördert durch die Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung befindet sich das Konzept anlässlich der Landesgartenschau 2014 in Deggendorf gerade in der Umsetzung. Partner neben der DII Projektplanung/Architektur GbR und der CAEstorage GmbH sind die Karl Bachl Hoch- und Tiefbau GmbH&Co.KG, Hajek&Matheis Ingenieure GmbH, Nigl + Mader GmbH sowie zur wissenschaftlichen Begleitung die Hochschule Regensburg.

Integriertes System erzeugt Energieüberschuss

Kemper führt aus, dass das Einfamilienhaus mit ca. 160qm aus Betonfertigmodulen gefertigt wird, die mit einer 30cm Isolierung versehen werden. Die Energieversorgung erfolgt primär über 50qm hocheffiziente integrierte Solarthermiemodule mit verschiedenen Neigungswinkeln, um unterschiedliche Einstrahlungswinkel der Sonne jeweils optimal nutzen zu können. Diese Module speisen einen Langzeitpufferspeicher mit 9200 Litern Fassungsvermögen. Der Speicher kann bis zu 130 Grad erwärmt werden und deckt voraussichtlich 80% der jährlichen Heizenergie in dem Haus. Mit weiteren 38 qm Photovoltaikfläche wird Strom erzeugt. Der Strom der nicht verbraucht wird geht in einen neuentwickelten Druckluftspeicher. Insgesamt wird so im Jahresdurchschnitt mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. „Allerdings kann damit nicht vermieden werden, dass im Winterhalbjahr Strom zugekauft werden muss“, so Kemper.

Neuartiger Druckluftspeicher

Besonderes Interesse beim Publikum fanden die Ausführungen von Herbert Huber zum Prototypen des Druckluftspeichers zur Stromspeicherung. Huber führt aus, dass er die in der Druckluft gespeicherte Energie nicht direkt über eine Turbine zu Strom zurückverwandelt. Huber und Georg Tränkel, der Erfinder des Systems, gehen sozusagen einen Umweg über Hydraulikzylinder, die wiederum einen Ölmotor antreiben, an den der Stromgenerator angeschlossen ist. Klar wurde bei den intensiven und kritischen Diskussionen mit dem Publikum, dass nach dem Aufbau des erfolgversprechenden Prototypen die Tüftler um Tränkel und Huber noch reichlich Arbeit vor sich haben um die Technik für das Musterhaus in Natternberg alltagstauglich zu bekommen. Huber geht allerdings davon aus, dass er letztendlich mit seinem System deutlich unter den Einstandskosten von z.B. Lithiumspeichern bleiben wird.