Aktuelle Forschungsprojekte

Home and Care

Home and Care

Titel: „Home and Care“

Projektleitung: Prof. Dr. Hubert Beste

Projektmitarbeiterin: Anja Wiest, B.A., M.A. (Hochschule Landshut)

Verbundpartner: Stadt Landshut, Kinderstiftung „Zukunft für alle Kinder“, Heilig-Geistspitalstiftung Landshut, Klinikum Landshut GmbH, Fachakademie für Sozialpädagogik der Schulstiftung Seligenthal, LAKUMED, ZAK e.V. Landshut.

Laufzeit: 01.09.2019-31.08.2022

Projektart: EU-Projekt im Rahmen der Förderlinie „Urban Innovative Actions“ (UIA04-015)

Kurzbeschreibung:
Alleinerziehende, die in Heil- und Pflegeberufen oder in der Kinderbetreuung arbeiten, sind eine besonders vulnerable Personengruppe. Neben der Betreuung ihrer eigenen Kinder müssen
sie den deutlich angewachsenen Herausforderungen der Berufswelt entsprechen, insbesondere was die zeitliche Flexibilität betrifft. Dies führt zu einem hohen Armutsrisiko für die
Alleinerziehenden und vor allem für deren Kinder. Während die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland und Europa kontinuierlich steigt, herrscht in den genannten Berufen eklatanter
Personalmangel. Gleichzeitig gefährdet die geringe Entlohnung und die Unmöglichkeit in Vollzeit zu arbeiten, die finanzielle Sicherheit im Alter extrem. Soziale Ausgrenzung ist die Folge.
Diesen Kreislauf will das Projekt durchbrechen, indem es eine neue Form der flexiblen Kinderbetreuung entwickelt, die den alleinerziehenden Eltern die Möglichkeit einer Ausbildung oder vollen Arbeitsstelle bietet und zugleich die Bedürfnisse der Kinder an vorderste Stelle stellt. Im Projekt wohnt "Tür an Tür" sowohl die Gruppe der in Heil- und Pflegeberufen tätigen, als auch
die Gruppe der kinderbetreuenden Alleinerziehenden. Das Projekt bündelt und koordiniert die Interessen der Kinder, Alleinerziehenden, Betreuenden und Arbeitgeber mit passgenauer
Betreuung, wie weder derzeit vorhanden noch bisher von staatlicher Seite angedacht. Die Integration auf dem Arbeitsmarkt gibt Alleinerziehenden und Kindern Sicherheit, Bildungs- und
Zukunftschancen.

Aufgaben der Hochschule:
Grundlagenforschung in Form von Armutsberichterstattung und Sozialstrukturanalyse, Evaluierung, Begleitforschung und Erstellung eines Kommunalhandbuchs „Flexible Betreuungskonzepte“.

Evaluation der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz in der Augustinum Gruppe

Ist der Mensch nur Mensch, weil er denkt? Räume für das Anderssein dementer Menschen

Projektleitung Prof. Dr. Karin E. Müller

Projektmitarbeiterin Veronika Knauer, Ethnologin M.A.

Projektdauer Oktober 2012 - Juni 2020

Projektfinanzierung Stifungsmittel Augustinum München

Hintergrund des Projektes
Demenz gilt als Jahrhundertkrankheit, die sich in den demographisch alternden Gesellschaften wie eine Epidemie ausbreitet und weltweit bereits rund 25 Millionen Menschen ihrer erwachsenen Persönlichkeit beraubt. Zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen haben sich in den vergangenen Jahren mit dieser Thematik befasst. Die Medizin ist aber noch immer die dominierende Disziplin, wenn es darum geht Lösungen für das „Problem Demenz“ zu ergründen, Wissen und Gewissheiten über die Krankheit bereitzustellen und ihre Ursachen zu erforschen.
Deutschland ist dem demographischen Wandel gewissermaßen als Pionier vorausgegangen. Hier sind die Kinderzahlen früh eingebrochen, daher hat sich das Verhältnis bereits stark zugunsten der Älteren verschoben: 18,8 Prozent unter 20-jährige stehen hier 25,9 Prozent von 60 und mehr Jahren gegenüber. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Im Jahr 2050 dürfte jeder siebte Bewohner der BRD 80 Jahre oder älter sein. Die Alterung der Gesellschaft und die damit verbundene Zunahme demenzieller Krankheiten kostet viel Geld – für Diagnosen, Medikamente, Therapien, für Pflege und Betreuung. Bei einer Bevölkerung von 77,4 Millionen im Jahr 2030 dürften in Deutschland je nach Schätzung bis zu zwei Millionen Menschen mit Demenz leben, im Jahre 2050 könnten sogar 2,6 Millionen von insgesamt 69,4 Millionen Einwohnern betroffen sein, also fast vier von hundert. (Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2011)
Menschen mit Demenz sind folglich ein signifikanter Teil unserer Gesellschaft und eine sozialwissenschaftliche Perspektive auf das Thema bleibt damit unerlässlich. Es ist notwendig sich Gedanken darüber zu machen, wie die Zukunft unserer Gesellschaft aussehen kann.

Das Forschungsprojekt „Cogito ergo sum"- Ist der Mensch nur Mensch weil er denk? Räume für das Anderssein dementer Menschen Demenz“ setzt sich mit dieser Frage auseinander. Basierend auf der Kooperation der Augustinum Gruppe mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut / Fakultät Soziale Arbeit evaluiert es das neue Demenz-Konzept der Augustinum Gruppe und untersucht, welche Auswirkungen dieses auf das Zusammenleben der Bewohner in den Häusern, sowie auf die Wahrnehmung von und den Umgang mit dem Thema Demenz hat.


Ziel des Projektes
Aufgrund der genannten demographischen Entwicklung wird es künftig immer mehr Menschen mit Demenz geben. Daher ist es wichtig, Lösungsansätze und Konzepte zu finden, wie die Versorgung dieser Menschen auch in Zukunft sichergestellt werden kann.
Ziel des Projektes ist es herauszufinden, welche Möglichkeiten und Grenzen bei der Betreuung von Menschen mit Demenz im Rahmen der Augustinum Gruppe bestehen. Das übergeordnete Erkenntnisinteresses des Projektes lautet daher: Welche Auswirkungen hat die Umsetzung des neuen Demenz-Konzeptes in den Häusern der Augustinum Gruppe auf die Betreuung und Versorgung der Bewohner mit Demenz, auf die Vernetzung der Betreuung mit anderen Angeboten des Hauses (z.B. kulturelle Angebote, Seelsorge, etc.), auf die zwischenmenschliche und atmosphärische Ebene des Zusammenlebens im Haus sowie auf die allgemeine Außenwahrnehmung von und den Umgang mit dem Thema „Demenz“?

Untersuchungsdesign des Projektes
In einer ersten Datenerhebungsphase wurden in verschiedenen Häusern der Augustinum Gruppe leitfadengestützte Experteninterviews sowohl mit der Stiftsdirektion als auch mit der Pflegedienstleitung geführt. So konnte ein erster Einblick in die Situation vor Ort sowie eine Darstellung der Problematik aus der Perspektive dieser Personengruppe gewonnen werden. Die Erfassung und Darstellung des aktuellen Standes der Betreuung von Bewohnern mit Demenz sowie der Erfolge und Probleme in diesem Zusammenhang, waren das Ziel der ersten empirischen Erhebungsphase.

Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Datenerhebung wurden in einer zweiten Erhebungsphase alle Häuser der Augustinum gGmbH mit Hilfe einer Fragebogenerhebung befragt. Diese wurde bei drei Personengruppen durchgeführt: den MitarbeiterInnen der Betreuungsangebote, den Angehörigen der Bewohner mit Demenz sowie dem Stiftsbeirat der Häuser entwickelt. Ziel der zweiten Erhebungsphase ist es, die Umsetzung und Wirkung des neuen Demenz-Konzeptes in den Blick zu nehmen und herauszuarbeiten was gut läuft und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Bildungsbausteine gegen Muslimfeindschaft

Modellprojekt zur Entwicklung von rassismuskritischen Methoden und Materialien für Jugendliche und MultiplikatorInnen

Projektleitung Prof. Dr. Mihri Özdoğan

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Andreas Hastreiter M.A.

Projektdauer 01.03.2015 - 31.12.2019

Projektfinanzierung Drittmittelprojekt im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit"

 

Ko-Finanzierung: Stadt Landshut und IKON

 

Projektpartner: Bildungsteams Berlin-Brandenburg e.V.

zur Projektbeschreibung

Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft

Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft

Projektleitung: Prof. Dr. Mihri Özdoğan

Weitere Beteiligte: Prof. Dr. Clemens Dannenbeck und Prof. Dr. Dominique Moisl

Laufzeit: 1.1.2020 bis 31.12.2024

Projektart: Drittmittelprojekt

Projektfinanzierung: Drittmittelprojekt im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit"

Ko-Finanzierung: IKON

Kurzbeschreibung:
Ziel des Projekts „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ ist die Entwicklung, Erprobung und Etablierung eines antisemitismukritischen Bildungsprogramms für Sozialarbeiter*innen in der Jugendarbeit in Bayern.

Care-Praxen von Vätern in Bayern

Teilprojekt zum Fürsorgeverhalten und Paardynamiken bei der Nutzung des Elterngeldes im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbundes "Gender and Care. Dynamiken von Fürsorge im Kontext von Institutionen, Praxen, Techniken und Medien in Bayern (ForGenderCare)"

Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Thiessen

Kooperationspartnerinnen: Dr. Karin Jurczyk und Dr. Laura Castiglioni, Deutsches Jugendinstitut München

Wissenschaftliche MitarbeiterIn: Kathrin Peltz, M.A. Kulturwissenschaften

Projektdauer: 2015-2019

Projektfinanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Hintergrund des Projektes
Das Forschungsvorhaben zielt auf die Untersuchung der Care-Praxen von Vätern in Familien. Ausgangspunkt ist der bemerkenswert hohe Anteil von Vätern in Bayern, die Partnermonate im Rahmen des Elterngeldes beanspruchen. Die Gründe, Motivationen und nachhaltigen Effekte der Nutzung der Partnermonate sind bislang weitgehend unklar. Ebenso kaum untersucht sind die diesbezüglichen Aushandlungen im Paarkontext. Es kann vermutet werden, dass Umfang und Art der Beteiligung an der Sorgearbeit für gemeinsame Kinder Bestandteil alltäglicher Aushandlungsprozesse sind, bei denen auch bestehende Geschlechterkonzepte sowie Leitbilder von Vaterschaft und Mutterschaft mitverhandelt und ggf. verändert werden. Diese können regionalen sowie milieubedingten Differenzierungen unterliegen, die im Forschungsprojekt systematisch berücksichtigt werden. Untersucht werden soll, wie sich Väter während, aber auch, nach Ablauf der Elternzeit an der Care-Arbeit für Kinder beteiligen und welche partnerschaftlichen Aushandlungsprozesse hierbei eine Rolle spielen. Erwartet werden Erkenntnisse über Bedingungen und Veränderungspotenziale genderbezogener Arbeitsteilungsmuster in Familien. Daraus lassen sich konkrete Bedarfe im Hinblick auf familienpolitische Weiterentwicklungen sowie Anforderungen an eine gesteigerte Familienfreundlichkeit von Arbeitsplätzen formulieren.

Untersuchungsdesign des Projektes
Die Untersuchung nutzt ein Mixed-Methods-Design und umfasst ein quantitatives und ein qualitatives Modul. In einem ersten Schritt ist eine regional differenzierte Auswertung der bayerischen Elterngeldstatistik vor dem Hintergrund der Bundesstatistik geplant. Zweitens ist eine quantitative Befragung von Vätern mit unter dreijährigen Kindern vorgesehen. In der Auswertung wird unterschieden zwischen Vätern im und nach dem Elterngeldbezug sowie als Kontrollgruppe Vätern ohne Elterngelderfahrung. Parallel dazu ist drittens eine qualitative Befragung von Vätern in Elternzeit im städtischen und ländlichen Raum sowie deren Partnerinnen in unterschiedlichen Milieus geplant. Erstmals in Deutschland wird diese Befragung als Längsschnittstudie mit zwei Befragungszeitpunkten (während der Elternzeit und danach) durchgeführt, um nachhaltige Effekte ermitteln zu können.

Demokratie – Partizipation – Vielfalt. Frauen in der Kommunalpolitik im ländlichen Raum (FRIDA)

Demokratie – Partizipation – Vielfalt. Frauen in der Kommunalpolitik im ländlichen Raum (FRIDA)

Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Thiessen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Mina Mittertrainer, M.A.

Projektdauer: 01.10.2018 - 30.09.2022

Projektfinanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, 250.000 EUR

Hintergund des Projektes:
Das Forschungsprojekt „Demokratie – Partizipation – Vielfalt. Frauen in der Kommunalpolitik im ländlichen Raum (FRIDA)“ ist eines von insgesamt elf Teilprojekten im Bayerischen Forschungsverbund „Zukunft der Demokratie“ (ForDemocracy).

Das Projekt FRIDA macht sich die Stärkung von Demokratie durch eine gleichberechtigtere Teilhabe von Frauen vielfältiger sozialer und kultureller Herkunft an Kommunalpolitik zur Aufgabe. So sind gerade Frauen in Familienverantwortung, mit geringer Qualifikation oder mit Migrationsgeschichte selten in kommunalpolitischen Ämtern vertreten.

Mit einem Fokus auf Bayern als das bundesweite Schlusslicht geschlechtergerechter Partizipation ist das Projekt folgendermaßen gegliedert: In einem ersten Schritt werden Ursachen für die mangelnde Beteiligung von Frauen an kommunalpolitischen Ämtern und Gremien sowohl auf Basis bereits bestehender Literatur wie auch durch eigene Erhebungen herausgearbeitet. Anschließend werden konkrete Maßnahmen zur Motivation junger Frauen und Frauen vielfältiger sozialer und kultureller Herkunft für kommunalpolitisches Engagement entwickelt, erprobt und evaluiert – diese umfassen beispielsweise Beiräte für junge Frauen an Gleichstellungsstellen, Mentoringkonzepte und Kontakte zur offenen Jugendarbeit sowie zu Mütterkreisen. Dabei werden theoretische Konzepte von Selbstwirksamkeit und Empowerment weiterentwickelt und in die Praxis eingebracht. Die Ergebnisse werden in Form einer Handreichung mit spezifischen Handlungsempfehlungen für Kommunal- und Frauenpolitik zur Verfügung gestellt.

Soziale Medien und Essstörungen

Soziale Medien und Essstörungen

Projektleitung: Prof. Dr. Eva Wunderer (mit Dr. Maya Götz, IZI)

Kooperationspartnerinnen: Dr. Maya Götz, Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen IZI München; Sigrid Borse, Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen; Bundesfachverband Essstörungen BFE e.V.; Schön Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee

Projektlaufzeit: seit 2019

Projektfinanzierung: Eigenmittel des IZI

Qualifikationsarbeiten: Frida Hierl, B.A. Soziale Arbeit (Masterarbeit im Master Klinische Sozialarbeit)

Publikationen:
Wunderer, E., Götz, M., Greithanner, J. & Maslanka, E., Borse, S. & Voderholzer, U. (in Begutachtung). Soziale Medien und Essstörungen – Zusammenhänge und Implikationen für die Soziale Arbeit.

Götz, M., Wunderer, E., Greithanner, J. & Maslanka, E. (2019). „Warum kann ich nicht so perfekt sein?“ Die Bedeutung von Influencerinnen in der Entwicklung von Essstörungen. TelevIZIon, 1, 29-31

Sowie zahlreiche Vorträge, u.a. im Expertengremium Essstörungen des Bundesgesundheitsministeriums, beim Bundesfachverband Essstörungen, beim Netzwerk Essstörungen München, beim Internationalen Wissenschaftlichen Kongress Essstörungen in Österreich (Auszeichnung als einer der besten Vorträge)

Hintergrund des Projektes:
Jugendliche sind täglich gut 3,5 Stunden online. Die beliebtesten Internetangebote sind dabei YouTube, WhatsApp und Instagram, letzteres insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen. Sie folgen auf dem sozialen Netzwerk Freunden, Influencer*innen und inszenieren sich selbst durch Fotos und Videos (Feierabend et al., 2018).
Nutzung von Instagram führt zu Selbstobjektivierung und geringerer Körperzufriedenheit. Fallstudien und eine aktuelle Repräsentativbefragung von 12- bis 19-Jährigen zeigen: In der Selbstinszenierung auf Instagram entwickeln Mädchen einen zunehmend detailorientierten und kritischen Blick auf die Abbildung des eigenen Körpers. Gerade im Vergleich mit Influencerinnen sehen sie ihre Defizite, schauen sich Tricks zur Körperinszenierung ab und retuschieren (vermeintliche) Defizite mit Filter-Apps (Götz 2019).
Schon bei Facebook ließ sich ein Zusammenhang zwischen dem Ansehen von Bildern besonders schlanker Frauen und einer gesteigerten Kritik an der eigenen körperlichen Erscheinung nachweisen (Fardouly et al., 2015a/b; Fardoughly & Vartanian, 2015; Kim & Chock, 2015; Mingoia et al., 2017). Dieser allgemeine Trend verschärft sich für Instagram noch einmal. Beauty-Influencerinnen zu folgen geht mit erhöhter Internalisierung von dünnen Körperbildern einher (Cohen et al. 2017) sowie mit vermehrtem Gebrauch von Filtern zur Körperoptimierung auf Selbstbildnissen (Götz 2019).
Selbst wenn Mädchen wissen, dass die Bilder mit Filtern verändert wurden, finden Mädchen diese schöner und natürlicher als realistische Fotos (Kleemans et al., 2016). Entsprechend ist es gut nachvollziehbar, dass die vermehrte Nutzung von Instagram bei jungen Frauen (im Alter von 18 bis 25 Jahren) mit höherer Selbstobjektivierung und dem Vergleich mit Influencerinnen einhergeht, sodass die Instagram Nutzung insgesamt als negativer Einflussfaktor auf das Wohlbefinden und die Körperselbstzufriedenheit gesehen wird (u.a. Brown & Tiggermann, 2016; Fardouly, Willburger & Vartanian, 2018).
Selbstinszenierung auf Instagram im Kontext von Essstörungen. Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Perfektionismus und eine starke Orientierung an den Rückmeldungen anderer sind typisch für Menschen mit Essstörungen (Wunderer, 2015). Entsprechend lässt sich vermuten, dass die Beschäftigung mit aussehensbezogenen Posts auf Instagram sowie die eigene aktive Nutzung dieser Plattform den Prozess der Entwicklung einer Essstörung sowie deren Verlauf ungünstig beeinflussen kann – oder, bei Abwärtsvergleichen, möglicherweise eine vorübergehende Entlastung zu bieten vermag.
Welche Tendenzen und Zusammenhänge sich dabei im Einzelnen zeigen, ist bislang weitgehend unerforscht. Bisherige Studien nehmen vor allem den Einfluss von Angeboten auf Instagram in den Blick, die sich direkt mit Essstörungen beschäftigen und die Genesung oder die Essstörung selbst („Pro-ANA“-Bewegung) propagieren (u.a. Eikey & Booth, 2017). Eine Metanalyse kommt zu dem Schluss, dass die Nutzung sozialer Medien, zumeist Facebook, auch mit gestörtem Essverhalten einhergeht, mahnt aber zugleich die Untersuchung der Auswirkungen stärker bildbasierter Sites, wie Instagram, an (Holland & Tiggemann, 2016). Eine australische Studie zeigt, dass Mädchen, die regelmäßig eigene Bilder auf sozialen Medien teilen, eine stärkere Internalisierung des Schlankheitsideals zeigen und eher Maßnahmen ergreifen, um ihr Essverhalten zu zügeln. Dies gilt insbesondere für Mädchen, die viel Zeit für die Auswahl und Manipulation ihrer Fotos aufwenden (McLean et al., 2015). Medienkompetenz könnte den Einfluss derartiger Zusammenhänge moderieren (Melioli et al., 2018). Eine asiatische Studie legt einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Sozialen Medien und der Schwere der Essstörung nahe (Tan et al., 2016).

Zielsetzung und Vorgehen:
Die vorliegende Studie erforscht mit mittels qualitativer und quantitativer Befragungsmethoden die Bedeutung der Selbstinszenierung und wichtiger Influencer*innen auf Instagram für die Entwicklung von Essstörungen bei Mädchen und jungen Frauen. Befragt werden Frauen, die aktuell wegen einer Essstörung in Behandlung sind. Sie werden dabei als Expertinnen ihrer selbst und ihrer Krankheit betrachtet und können als solche Hinweise auf Gegen- und Präventionsmaßnahmen geben.
Zielsetzung. Ziel der Studie ist es somit, dieses relativ neue Phänomen in seiner Bedeutsamkeit für die Entwicklung von Essstörungen zu verstehen, typische Ausprägungen zu erfassen und – mit der Beteiligung der Betroffenen als Expert*innen – Präventionsmaßnahmen und Unterstützungsansätze zu entwickeln.
Angestrebte Stichprobe. Befragt werden sollen im ersten Schritt mindestens n=100 Betroffene, die sich aktuell wegen einer Essstörung in Behandlung befinden. Die Kontakte werden über Mitgliedsorganisationen und Einrichtungen im Kontext des BFE hergestellt.
Methode und forschungsethische Überlegungen. Entwickelt wird ein Fragebogen mit offenen und geschlossenen Fragen, der schriftlich und anonymisiert ausgefüllt wird. Der Kontakt wird über die betreuenden Einrichtungen hergestellt. Konkrete Kontaktpersonen der Betroffenen sind bei Bedarf die Berater*innen und Therapeut*innen, die sicherstellen, dass die Teilnahme an der Studie für die Betroffenen eine produktive Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie dargestellt und Überforderung vermieden wird.

Literaturnachweis:
Brown, Z.; Tiggermann, M. (2016). Attractive celebrity and peer images on Instagram: Effect on women's mood and body image. Body Image19/2016 Pages 37-43
Cohen, R.; Newton-John, T.; Slater, A. (2017). The relationship between Facebook and Instagram appearance-focused activities and body image concerns in young women. Body Image 23/2017, Pages 183-187
Eikey, E. V.& Booth, K M. (2017). Recovery and Maintenance: How Women with Eating Disorders use Instagram. iConference 2017 Proceedings, 227–240.
Fardouly, J. & Vartanian, L.R. (2015). Negative comparison about one’s appearance mediated the relationship between Facebook usage and body image concerns. Body Image, 12, 82-88.
Fardouly, J., Diedrichs P.C., Vartanian, L.R. (2015a). Social comparison on social media: the impact of Facebook on young women’s body image concerns and mood. Body Image, 13, 38-45.
Fardouly, J., Diedrichs P.C., Vartanian, L.R. (2015b). The mediating role of appearance comparisons in the relationship between media usage and self-objectification in young women. Psychology of Women Quarterly, 39, 447-457.
Fardouly, J., Willburger, B. K., & Vartanian, L. R. (2018). Instagram use and young women’s body image concerns and self-objectification: Testing mediational pathways. New Media & Society, 20(4), 1380–1395. doi.org/10.1177/1461444817694499 [10.01.2019]
Feierabend, S., Rathgeb, T. & Reutter, T. (2018). JIM 2018. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest.
Götz, M. (2019). „Man braucht ein perfektes Bild“. Die Selbstinszenierung von Mädchen auf Instagram. TelevIZIon 39 (1), Vorveröffentlichung
Holland, G. & Tiggemann, M. (2016). A systematic review of the impact of the use of social networking sites on body image and disordered eating outcomes. Body Image 17, 100–110.
Kim, J.W. & Chock, T.M. (2015). Body Image 2.0: association between social grooming on facebook and body image concerns. Computer in Human Behaviour, 48, 331-339.
Kleemans, M. et al. (15.12.2016): Picture Perfect: The Direct Effect of Manipulated Instagram Photos on Body Image in Adolescent Girls. Media Psychology, 21(1), 93 – 110.
McLean, S.A.; Paxton, S.J.; Wertheim, E.H. & Masters, J. (2015). Photoshopping the selfie: Self photo editing and photo investment are associated with body dissatisfaction in adolescent girls. The International journal of eating disorders 48 (8), 1132–1140.
Melioli, T.; Gonzalez, N.; El Jazouli, Y.; Valla, A.; Girard, M.; Chabrol, H. & Rodgers, R.F. (2018). Utilisation d’instagram, aptitude à critiquer les médias et symptômes de troubles du comportement alimentaire chez les adolescentes. Une étude exploratoire = Instagram and eating disorders. Journal de Thérapie Comportementale et Cognitive 28 (4), 196–203.
Mingoia, J.; Hutchinson, A.D.; Wilson, C. & Gleaves, D.H. (2017). The Relationship between Social Networking Site Use and the Internalization of a Thin Ideal in Females. A Meta-Analytic Review. Front Psychol 8, 1351.
Tan, T.; Kuek, A.; Goh, S.E.; Lee, E.L. & Kwok, V. (2016). Internet and smartphone application usage in eating disorders. A descriptive study in Singapore. Asian journal of psychiatry 19, 50–55.
Wunderer, E. (2015). Praxishandbuch Soziale Arbeit mit Menschen mit Essstörungen. Winehim: Beltz Juventa.

Soziale Unterstützung und soziale Ansteckung bei Essstörungen

Soziale Unterstützung und soziale Ansteckung bei Essstörungen

Projektleitung: Prof. Dr. Eva Wunderer

Kooperationspartnerinnen: u.a. Therapienetz Essstörungen; Schön Kliniken; TCE Therapie-Centrum für Essstörungen

Projektlaufzeit: seit 2017

Qualifikationsarbeiten:
Christine Moll, B.A. Soziale Arbeit (Masterarbeit im Master Klinische Sozialarbeit; abgeschlossen 2017)
Theresa Kaltenhauser (Bachelorarbeit im Bachelor Soziale Arbeit; abgeschlossen 2018)
Mira Groll, B.A. Soziale Arbeit (Masterarbeit im Master Klinische Sozialarbeit)
Theresas Reichhold, B.A. Soziale Arbeit (Masterarbeit im Master Klinische Sozialarbeit)

Publikationen:
Wunderer, E.; Moll, C. & Kaltenhauser, T. (in Begutachtung). Soziale Unterstützung oder soziale Ansteckung? Wie sich Betroffene mit Essstörungen im stationären und Wohngruppensetting gegenseitig beeinflussen.

Vorträge, u.a. beim Bundesfachverband Essstörungen, beim Internationalen Suchtkongress in München, beim Internationalen Wissenschaftlichen Kongress Essstörungen in Österreich

Hintergrund:

Zusammenzuleben mit anderen Betroffenen kann für Menschen mit Essstörungen soziale Unterstützung bieten: Offenheit, Verständnis, Trost, Ablenkung sowie Motivation auf dem Weg hin zu einem erfüllten Leben (z.B. Linville et al., 2012). Doch es sind auch soziale Ansteckungsprozesse möglich, wenn Konkurrenz entsteht und sich die Betroffenen in ihrer Symptomatik gegenseitig zu überbieten versuchen (z.B. Allison et al. 2014; Murray, 2002; Potter & Radden, 2015; Vandereycken, 2011).
Obschon in den meisten stationären, teilstationären und auch ambulanten Einrichtungen für Menschen mit Essstörungen Gruppenarbeit und -therapie zum Einsatz kommt, sind abträgliche Gruppenprozesse kaum erforscht. Diese Forschungslücke will das hier beschriebene Forschungsprojekt schließen.

Methode:
In mehreren qualitativen Studien werden Betroffene im stationären Kontext zu ihren Erfahrungen befragt. Die ersten beiden Studien bezogen 19 weibliche Betroffene in zwei Therapieeinrichtungen in Bayern mit ein, die in problemzentrierten, leitfadengestützten Einzelinterviews befragt wurden. Die Interviews wurden anschließend inhaltsanalytisch ausgewertet.
In einer weiteren Erhebungswelle sind weitere Einzel- und Gruppeninterviews in einer stationären Therapieeinrichtung geplant. Ziel ist insbesondere Ansatzpunkte für soziale Gruppenarbeit, beraterische und therapeutische Interventionen zu erfahren, um soziale Unterstützung zu fördern und soziale Ansteckung zu minimieren.

Literaturnachweis
Allison, S., Warin, M., & Bastiampillai, T. (2014). Anorexia nervosa and social contagion: Clinical implications. The Australian and New Zealand Journal of Psychiatry, 48, 116–120.
De Jong, A. J. (1983). Eating and weight-disturbance in a psychotherapy community. International Journal of Therapeutic Communities, 4, 220–233.
Linville, D., Brown, T. A., Sturm, K., & McDougal, T. (2012). Eating disorders and social support: perspectives of recovered individuals. Eating Disorders 20, 216–231.
Murray, B. (2002). 'Partners in illness': Patients trading thinness tips. Monitor on Psychology, 33.
Potter, N. N., & Radden, J. (2015). 'Belonging bulimia'. Ethical implications of eating disorders as group contagions. In: J. Z. Sadler, W. van Staden, & K. W. M. Fulford (Eds.). The Oxford handbook of psychiatric ethics., Vol. 2. New York, NY: Oxford University Press, 722–735.
Vandereycken, W. (2011). Can eating disorders become 'contagious' in group therapy and specialized inpatient care? European Eating Disorders Review, 19, 289–295.


Forschungsgruppe "Kinderschutz in Institutionen"

FosterCare

FosterCare

FosterCare - PflegeFamilien als Orte sicherer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen und Entwicklung von Schutzkonzepten zur Stärkung persönlicher Rechte von Kindern, Jugendlichen und Careleavern.

Kurztitel: FosterCare – Rechte stärken. Beteiligen. Schützen. Junge Menschen in Pflegefamilien.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt

Projektleitung in Landshut
Prof. Dr. Mechthild Wolff

Projektmitarbeiterinnen
Meike Kampert, Pädagogin M.A.
Kirsten Röseler, Sozialarbeiterin B.A.

Verbundpartner

Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Ute Ziegenhain, Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Universitätsklinikum Ulm

Projektart
Drittmittelprojekt der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (FKZ: 01SR1702C)



Projektdauer

01.02.2018 – 31.12.2020

Projektbeschreibung
In der internationalen Fachdiskussion gibt es einen vergleichsweisen breiten Diskurs zu Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien. Dies ist nicht zuletzt in der Dominanz begründet, die diese Hilfeform im Ausland gegenüber anderen Arten der Fremdunterbringung einnimmt. In Deutschland ist der Bereich der Pflegekinderhilfe in Bezug auf mögliche Risiken für junge Menschen hingegen wenig erforscht: Eine Fachdiskussion und systematische Analyse von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Pflegekinderhilfe hat bisher noch nicht stattgefunden.
Entsprechend sind auch Schutzkonzepte im Pflegekinderwesen nur in Ansätzen entwickelt. Diese Lücke wird mit dem Verbundprojekt FosterCare geschlossen.

Ziel dieses interdisziplinären Verbundprojektes ist es, Handlungsempfehlungen für Schutzkonzepte aus der Perspektive der persönlichen Rechte von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln und dadurch die Position von Pflegekindern und Careleavern zu stärken. Dazu wird eine Hotline für Kinder, Jugendliche und Careleaver, die in Pflegefamilien leben oder aufgewachsen sind, geschaltet und erprobt sowie eine App entwickelt. Junge Menschen aus Pflegefamilien sollen damit die Möglichkeit erhalten, ihre Erfahrungen zu äußern und bei Bedarf mit entsprechenden Beratungsstellen in Kontakt gebracht zu werden. Weiterhin werden auch Gruppendiskussionen mit Pflegekindern bzw. Careleavern, Pflegeeltern und Fachkräften in der Pflegekinderhilfe geführt, um Alltagserfahrungen in der Unterstützung und Ansätze guter Praxis zu erforschen. Durch eine zusätzliche Recherche wird erkundet, welche expliziten oder impliziten Schutzkonzepte bereits gegenwärtig in der Pflegekinderhilfe und den fachlichen Infrastrukturen von Pflegefamilien Anwendung finden. Mit fachpolitisch relevanten Schlüsselpersonen werden letztlich Handlungsempfehlungen erarbeitet und aus allen Erkenntnissen und Ergebnissen Fortbildungsmaterialien erstellt.

Den Flyer des Projekts mit sämtlichen Informationen finden Sie hier.

SchutzNorm

SchutzNorm - Schutzkonzepte in der Kinder- und Jugendarbeit - Normalitätskonstruktionen von Gewalt und Sexualität unter Jugendlichen

SchutzNorm - Schutzkonzepte in der Kinder- und Jugendarbeit - Normalitätskon-struktionen von Gewalt und Sexualität unter Jugendlichen

Interdisziplinäres Forschungsprojekt

Projektleitung in Landshut
Prof.´in Dr. Mechthild Wolff

Projektmitarbeiterin
Sonja Riedl

Verbundpartner


Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Prof.´in Dr. Anja Henningsen – Projektleitung
Veronika Winter – wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für Pädagogik


Stiftung Universität Hildesheim
Prof. Dr. Wolfgang Schröer – Projektleitung
Tanja Rusack – wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik



Universität Kasse
l
Prof.’in Dr. Elisabeth Tuider – Projektleitung
Alina M. Schmitz – wissenschaftliche Mitarbeiterin
Soziologie der Diversität

Projektart
Drittmittelprojekt der Förderlinie „Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“, gefördert vom BMBF (FKZ 01SR1701D)

Projektdauer

01.07.2018 – 30.06.2021

Kurzbeschreibung
Schutzkonzepte zur Sicherstellung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Kinder- und Jugendarbeit knüpfen bisher kaum an dem „Normalitätsverständnis“ von Sexualität und Gewalt von Kindern und Jugendlichen an. Darum ist es das Anliegen des Verbundvorhabens, die Sichtweisen der Jugendlichen und ihre eigene Definition von „Normalität“ im Kontext von Sexualität und Gewalt zu erheben und in Schutzkonzepte einfließen zu lassen.

Im Rahmen des Verbundvorhabens nehmen WissenschaftlerInnen an den vier Projektstandorten gemeinsam mit je einem Praxispartner folgende Handlungsfelder näher in den Blick: Kiel: Jugendsozialarbeit; Kassel: internationale Jugendarbeit; Hildesheim: offene Kinder- und Jugendarbeit; Landshut: Jugendverbandsarbeit.

Forschungsleitend werden u.a. die Fragen sein, wie Jugendliche mit Sexualität und der Verletzung persönlicher Grenzen in der Peer Community umgehen und welche Maßnahmen es zum Schutz von Jugendlichen gibt. Zudem wird hinterfragt, was im jeweiligen Handlungsfeld der Kinder- und Jugendarbeit unternom-men wird, um Risiken unter Jugendlichen proaktiv anzusprechen Hierfür wer-den die Forschenden in einem partizipativen Ansatz gemeinsam mit Jugendlichen die Forschungsinstrumente und Methoden entwickeln.

Als Resultat aus den Forschungsergebnissen wird eine Broschüre von und für Jugendliche zum Umgang mit Sexualität und Gewalt entstehen. Zudem ist eine Jugendkonferenz geplant, bei der die Ergebnisse aller Erhebungen (Online-Befragung, peer-to-peer-Erhebung, Dokumentenanalyse) vorgestellt und mit in-teressierten Jugendlichen und Fachkräften diskutiert werden. Auf dieser Basis werden Handlungsempfehlungen für die Jugendsozialarbeit, internationale Jugendarbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit erarbeitet.

Abgeschlossene Projekte

Gehörlos studieren in Bayern - Exploration des Forschungsfeldes aus Sicht inklusionsorientierter Hochschulen

Gehörlos studieren in Bayern – Exploration des Forschungsfeldes aus Sicht inklusionsorientierter Hochschulen

Projektleitung: Prof. Dr. Uta Benner, Prof. Dr. Clemens Dannenbeck

Projektmitarbeiterin: Carmen Böhm, Soziale Arbeit (M.A.)

Projektdauer: 01.05.2017 - 28.02.2019

Projektfinanzierung: Bayerischer Landtag

Hintergrund des Projektes   
Mit Inkrafttreten des Bundesgleichstellungsgesetztes (BGG) 2002 fand die deutsche Gebärdensprache (DGS) erstmals Anerkennung als eigenständige Sprache vor dem Gesetz (§ 6). Wenige Jahre später wurde die Gebärdensprache als der Lautsprache gleichwertiges Kommunikationsmittel auch international bestätigt (vgl. UN-BRK, Art 2). Darüber hinaus sollen das Erlernen der Gebärdensprache und die Entwicklung der sprachlichen Identität der Gehörlosen staatlich gefördert werden, nicht zuletzt um diese darin zu unterstützen, ihr Recht auf Teilhabe an Bildung umzusetzen (vgl. UN-BRK, Art 24). Mit Start des Programms „Bayern barrierefrei 2023“ im November 2013 erklärt auch der Freistaat Bayern das Ziel, das Handlungsfeld „Bildung“ barrierefrei zu gestalten (vgl. ebd. 2014). Die Notwendigkeit dieser Übereinkommen und Programme zeigt sich an den geringen Studierendenzahlen von Menschen mit Behinderung, die 8% aller Studierenden in Deutschland ausmachen (vgl. DSW 2012). Die Vorstudie, gefördert durch den Bayerischen Landtag, verfolgt das Ziel, die spezifische Situation gehörloser Menschen in Bayern und die Ihnen zur Verfügung stehenden nachschulischen und insbesondere akademischen Bildungsmöglichkeiten zu eruieren.

Ziel
Das Projekt ist im Kontext des Forschungs- und Praxisverbunds „Inklusion an  Hochschulen und barrierefreies Bayern“ angesiedelt, an dem sich insgesamt sechs Partnerhochschulen und Universitäten mit dem Ziel beteiligen, inklusionsorientierte Prozesse zusammenzuführen und zu begleiten, praxisorientierte Forschung auszubauen, neue Lehrformen zu entwickeln und Handlungsempfehlungen auszusprechen. Das Teilprojekt der HAW verfolgt in diesem Kontext das Ziel, die derzeitige Bildungssituation gehörloser Menschen in Bayern zu beleuchten. Aus dem Projekt sollen konkrete Materialien gewonnen werden, die die Studiensituation für gehörlose und schwerhörige Menschen durch Aufklärung und Information der hörenden Hochschulangehörigen verbessern sollen.     
Forschungsverbund:
https://www.uni-wuerzburg.de/inklusive_hochschule_und_barrierefreies_bayern/startseite/

Untersuchungsdesign des Projektes    
In den ersten drei Monaten der Projektlaufzeit wird der Forschungsstand zu nachschulischen Bildungsmöglichkeiten von gehörlosen Menschen in Deutschland aufbereitet. Parallel dazu wird die erste qualitative Erhebung mittels biographisch-narrativen Interviews vorbereitet und in den daran anschließenden drei Monaten durchgeführt. Hierzu werden zwei Expert*innengruppen – gehörlose Studierende und Alumni – zu ihren spezifischen Erfahrungen im Bereich Hochschulbildung befragt. Die in Laut- und Gebärdensprache geführten Interviews werden anschließend in einem zweistufigen Verfahren verschriftlicht und anonymisiert und abschließend mittels kontrastiver Fallrekonstruktion (vgl. Fischer-Rosenthal & Rosenthal 1997; Sieder 1998) ausgewertet. Dabei leitet die Auswertung die Frage an, wie die akademischen Bildungserfahrungen in die Biographien der Befragten eingebettet sind.
Auf Basis erster Ergebnisse wurde das Sample erweitert (n=15). Hierzu wurden erneut narrativ-biographische Interviews mit gehörlosen Menschen geführt, die ein Studium vorzeitig beendet oder trotz des Wunsches kein Studium aufgenommen haben. Diese zweite Erhebung wird im Juli 2018 abgeschlossen, anschließend werden die Interviews fallrekonstruktiv ausgewertet und fließen gemeinsam mit den Ergebnissen der Erhebung I in die Ergebnisdarstellung ein.
Der Austausch mit der Gehörlosengemeinschaft in Bayern hat für das Projekt einen hohen Stellenwert, um Projektvorhaben, Ergebnisse und Bedarfe transparent zu kommunizieren und praktische Beteiligung und Veränderungen zu ermöglichen. Hierzu wird das Forschungsprojekt von Prof. Uta Benner im Gehörlosenverband München und Umland e.V. der gehörlosen Öffentlichkeit vorgestellt. Zudem werden Materialien, die aus den Projektergebnissen erarbeitet werden und sich an inklusionsorientierte Hochschulen und ihre Mitarbeiter*innen richten, gemeinsam mit Interessenvertreter*innen gehörloser Studierender diskutiert.
Die Forschungsergebnisse des Projektes „Gehörlos studieren in Bayern“ sowie der beteiligten Projektpartner*innen im Forschungsverbund „Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern“ werden am 28. und 29. Mai 2019 in München vorgestellt.

DemConLA - Demenz Context Landshut

Entwicklung eines integrierten Konzepts zur Beratung und Unterstützung von Angehörigen Demenzkranker in der lokalen Community

Projektleitung Prof. Dr. phil. habil. Hubert Beste

ProjektmitarbeiterIn Dimitrios Zagoudis, B.A. Sociology & Anja Wiest, B.A. Social Work

Projektdauer 01.07.2012 - 30.06.2015

Projektfinanzierung BMBF-Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie SILQUA-FH 2012

Logo_BMBF

 

 

 

Armutsbericht Stadt Landshut 2013

Projektleitung: Prof. Dr. Hubert Beste

Projektmitarbeiter:
Anja Wiest, B.A. Sozialpädagogin,
Dimitrios Zagoudis, B.A. Soziologe, Diplom-Sozialpädagoge

Projektlaufzeit: Januar 2011 bis Dezember 2013

Armutsbericht Stadt Landshut 2013

Softwareerprobung für den Vermittlungsprozess von GebärdensprachdolmetscherInnen in Bayern

Wissenschaftliche Begleitung und Koordination der Erprobung einer Software für den Vermittlungsprozess von GebärdensprachdolmetscherInnen in Bayern

Projektleitung: Prof. Dr. Uta Benner, Prof. Dr. Clemens Dannenbeck

Projektmitarbeiterin: Carmen Böhm, Sozialpädagogin (B.A.)

Projektdauer: 01.03.2015-31.08.2016

Projektfinanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Hintergrund des Projektes
Mit Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (01.05.2002), bei dessen Erarbeitung erstmals Menschen mit Behinderungen beteiligt waren, fand die Deutsche Gebärdensprache (DGS) offiziell Anerkennung als eigenständige Sprache (§6 BGG) und garantiert gehörlosen Menschen seither einen Anspruch auf GebärdensprachdolmetscherInnen in der Kommunikation mit Bundesbehörden. Durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland (2009) wurde der menschenrechtliche Grundsatz der vollen und wirksamen Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft und ihre Einbeziehung in die Gesellschaft (Art. 3), unter besonderer Berücksichtigung eines breit gefassten Kommunikationsbegriffs erneut zur Richtlinie staatlichen Handelns.
Das bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sieht vor diesem Hintergrund die fachliche Notwendigkeit, den Prozess bei der Vermittlung von GebärdensprachdolmetscherInnen zu optimieren. Dazu soll eine bereits entwickelte Software beitragen, deren Einsatz im Rahmen des Projekts an drei Vermittlungsstandorten in Bayern koordiniert und wissenschaftlich begleitet wird.
Die Hochschule Landshut entwickelt gegenwärtig einen Bachelor-Studiengang Gebärdensprachdolmetschen, der zum Wintersemester 2015/2015 beginnen wird. Für die wissenschaftliche Begleitung und Koordination der Softwareerprobung ergeben sich dadurch thematische wie fachliche Anknüpfungspunkte, die die Evaluation vielseitig bereichern.

Ziel
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts sollen unter anderem praktische Erfahrungen aller AkteurInnen mit der Software untersucht, die KundInnenzufriedenheit erhoben, die Effizienz und Effektivität des Softwareeinsatzes geprüft und die allgemeine Akzeptanz der Software und des Vermittlungsverfahrens untersucht werden. Des Weiteren sollen Empfehlungen für den weiteren Praxiseinsatz der Software auf Grundlage der erhobenen Daten formuliert werden.

Untersuchungsdesign des Projektes
In den ersten drei Monaten der Projektlaufzeit wird der Softwareentwickler bei der Erstellung von Schulungsmaterial zur Verwendung der Software kooperativ unterstützt, außerdem werden die von ihm angebotenen Schulungen anhand quantitativer Verfahren evaluiert. Daten zu den Erfahrungen mit der bisherigen Vermittlungspraxis von GebärdensprachdolmetscherInnen werden mit Hilfe von leitfadengestützten ExpertInneninterviews erhoben, wozu an den drei Vermittlungsstandorten NutzerInnen, VermittlerInnen und DolmetscherInnen befragt werden.

Die eigentliche Durchführung der sozialwissenschaftlich gestützten Evaluation des Erprobungsprozesses an drei Vermittlungsstandorten gliedert sich in zwei Phasen und wird auf Grundlage quantitativer Methoden, insbesondere durch den Einsatz von Fragebögen, durchgeführt. Befragt werden auch in diesem Fall die oben genannten Gruppen der NutzerInnen, VermittlerInnen und DolmetscherInnen zu Themen wie der Zufriedenheit, Effektivität, Effizienz und Akzeptanz der Software. Dadurch soll die Software fachlich überprüft und qualitativ weiterentwickelt werden, um den Vermittlungsprozess von DolmetscherInnen zu optimieren. Nach Beendigung der für ein Jahr angesetzten Erprobungsphase der Software werden die erhobenen Daten ausgewertet, dokumentiert und in Form einer allgemeinen Empfehlung für den weiteren praktischen Einsatz der Software zusammengefasst.

Landshut goes gender (Professorinnenprogramm I)

Eine gendersensible Untersuchung der Studien- und Berufsorientierung an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule


Projektleitung

Prof. Dr. Barbara Thiessen

Projektbearbeitung
Dr. Inken Tremel
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Nicole Smolin
Studentische Mitarbeiterin

Elisabeth Sommer
Studentische Mitarbeiterin

Projektdauer
Mai 2011 bis Dezember 2013

Projektfinanzierung
Professorinnen-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Logo_BMBF       Logo_DLR

 

Hintergrund des Projekts
Ausgangspunkt des Forschungsprojektes ist die gendertypische Studienwahl, die sich an der Hochschule Landshut zuspitzt: Während weibliche Studierende im Wintersemester 2011/2012 in den Fakultäten Maschinenbau nur mit 4,8%, in der Fakultät Informatik nur mit 15% und an der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurswesen nur mit 18,5% beteiligt sind, fehlen in der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Soziale Arbeit die Männer, die hier nur einen Anteil von 15% haben.  

Studierendenstatistik_WS_11_12

Untersuchungsdesign des Projekts
Um diesem Missverhältnis gegenzusteuern, wird die Schnittstelle zwischen Schule und Studium, also die Phase der konkreten beruflichen Orientierung, untersucht. Dazu werden auf Seiten der Hochschule die Informationsveranstaltungen für Studierende, Angebote zur Studienberatung, die Außendarstellung der Hochschule, aber auch die Gendersensibilität der Lehrenden betrachtet. Auf der anderen Seite sind an den drei Landshuter Gymnasien Gruppendiskussionen mit Lehrkräften, teilnehmende Unterrichtsbeobachtung und schriftliche Befragungen der Schülerinnen und Schüler geplant. Hier soll untersucht werden, inwieweit die berufs- und studienorientierenden Unterrichtseinheiten (BuS, P-Seminare) in der gymnasialen Oberstufe gendersensibel sind, also gerade auch auf genderuntypische Berufsbereiche aufmerksam machen.

Folie_Projektdesign

Ziel des Projektes
Das Projekt soll dazu beitragen, deutlich mehr Schülerinnen und Schüler für eine genderuntypische Studienwahl zu gewinnen.

Beteiligungsmöglichkeiten in der Heimerziehung im Freistaat Bayern

Projektleitung: Prof. Dr. Mechthild Wolff

Mitarbeiter: Jan Thoma van Calker

Projektdauer: 10.06.2015 - 31.12.2016

Befragt werden Jugendlichen in bayrischen Heimen und Jugendwohngruppen zu ihren Beteiligungserfahrungen im Alltag sowie zu den Erfahrungen mit dem Landesheimrat Bayern.

Projektfinanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

ECQAT - E-Learning-Programm

ECQAT: Entwicklung eines vertiefenden E-Learning Curriculums zur ergänzenden Qualifikation in Traumapädagogik, Traumatherapie und Entwicklung von Schutzkonzepten und Analyse von Gefährdungsrisiken in Institutionen - Teilprojekt: Gefährdungsanalyse in Institutionen

Projektleitung in Landshut
Prof. Dr. Mechthild Wolff

Projektmitarbeiterin
Veronika Winter, Dipl. Pädagogin (univ.)

Verbundpartner
Prof. Dr. Frank Neuner, Universität Bielefeld
Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Stiftung Universität Hildesheim
Prof. Dr. Ute Ziegenhain, Dr. Anne-Katrin Künster, Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie

Projektart
Drittmittelprojekt Förderrichtlinie „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“, gefördert vom BMBF (FKZ 01SR1215)

Projektdauer
01.09 2014 – 31.08.2017


Hintergrund des Projektes

Die Auseinandersetzung des Runden Tisches der Bundesregierung zum Thema des sexuellen Missbrauchs hat einen erheblichen Aus-, Fort- und Weiterbildungsbedarf in pädagogischen Berufen und Heilberufen in diesem Bereich aufgezeigt.
Das E-Learning-Curriculum „Entwicklung eines vertiefenden E-Learning Curriculums zur ergänzenden Qualifikation in Traumapädagogik, Traumatherapie und Entwicklung von Schutzkonzepten und Analyse von Gefährdungsrisiken in Institutionen“ greift diesen Bedarf auf. Es bietet Berufsgruppen, die in Kontakt zu sexuell missbrauchten und/ oder multipel traumabelasteten Kindern stehen oder in Institutionen für den Schutz vor (sexueller) Traumatisierung verantwortlich sind, die Möglichkeit sich weiterzubilden. Durch das Online-Format wird dies zeitlich flexibel, ortsungebunden und praxisnah ermöglicht.  
Der Kurs „Gefährdungsanalysen“, der an der Hochschule Landshut entwickelt wird, wird in enger Kooperation und inhaltlicher Abstimmung mit der Universität Hildesheim erstellt. Dort wird am Aufbau des Kurses „Schutzkonzepte“ gearbeitet. Teilnehmende der beiden Kurse haben die Gelegenheit,  Wissen und Kompetenzen zu erwerben, um den institutionellen Kinderschutz in der eigenen Organisation zu verbessern und eine „Organisationskultur der Achtsamkeit“ zu etablieren. Sie werden im Kurs zur Durchführung von Gefährdungsanalysen und zur Entwicklung von Schutzkonzepten befähigt. Dafür wird ihnen Wissen vermittelt und sie werden zu Reflexionen angeregt, wie sie das Wissen umsetzen können. Die Wissenseinheiten sind so aufbereitet, dass es Fachkräften möglich wird, Wissen in der Praxis anzuwenden bzw. es als MultiplikatorInnen in die eigene Organisation zu tragen und den Entwicklungsprozess einer Gefährdungsanalyse und eines Schutzkonzeptes anzustoßen. Teilnehmende werden auch in den Lerneinheiten angeregt, sich mit persönlichen Grenzen und Umsetzungshürden auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen zum Projektvorhaben befinden sich auf der Projekt-Homepage 

Zudem haben Sie die Möglichkeit sich in unsere Interessentenliste zur Test-Teilnahme an unserem E-Learning-Curriculum einzutragen. Unterstützen Sie die Entwicklung des Curriculums aktiv und tragen sich als Testperson ein.

"Ich bin sicher!"

Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen

Projektleitung in Landshut
Prof. Dr. Mechthild Wolff

Projektmitarbeiterin
Meike Kampert, Pädagogin M.A.

Verbundpartner

Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Stiftung Universität Hildesheim

Prof. Dr. Jörg M. Fegert,Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie



Projektart

Drittmittelprojekt Förderrichtlinie „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“, gefördert vom BMBF (FKZ 01SR1215)


Projektdauer
01.07.2013 – 30.06.2016


Hintergrund des Projekts
In der Diskussion um besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen, ist im September 2013 das durch das BMBF geförderte Verbundprojekt „Ich bin sicher! - Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen“  in Landshut gestartet. Das Forschungsvorhaben ist im Sonderforschungsbereich „Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ angesiedelt und wurde auf Empfehlung des „Runden Tisches sexueller Kindesmissbrauch“ ins Leben gerufen.


Hintergrund des Projekts sind die in den letzten Jahren deutschlandweit bekanntgewordenen (sexuellen) Missbrauchsskandale in Internaten und kirchlichen Einrichtungen. Die Aufdeckung dieser Missbrauchsfälle entfachte nicht nur eine große öffentliche (Fach)Debatte, sondern führte u.a. auch zur Einrichtung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ sowie zu gesetzlichen Neufassungen (z.B. Bundeskinderschutzgesetz, Einführung von § 72 a in das Kinder- und Jugendhilfegesetz).  All diese Neuerungen fordern bzw. fördern nun Prozesse in den pädagogischen Einrichtungen; nämlich die Ergreifung von Maßnahmen zur Entwicklung und Etablierung von Standards bzw. Schutzkonzepten zur Verhinderung von sexuellen Übergriffen.


Zahlreiche Dachorganisationen, Träger und Verbände sind diesen Forderungen nach Schutzkonzepten bereits nachgekommen bzw. bemühen sich um deren Umsetzung (vgl. Ergebnisse des Monitoring 2012/13 des UBSKM). Die entsprechenden neuen Rahmenbedingungen, Vorgehensweisen und präventiven Leitlinien der Schutzkonzepte werden dabei jedoch häufig hierarchisch sowie organisations- und professionspolitisch entwickelt und von der Leitungsebene „top down“ vorgeben. Was bei den Adressaten - d.h. den Kindern, Jugendlichen und Betreuungspersonen - tatsächlich ankommt, ist hingegen bis dato weitgehend unerforscht.


Um genau diese Forschungslücke zu schließen, steht die Adressatenperspektive im Forschungsmittelpunkt von „Ich bin sicher!“. Das bedeutet, im Fokus der Studie stehen ganz bewusst  Kinder und Jugendlichen sowie ihre Betreuungspersonen, denn sie bilden den Personen- bzw. Adressatenkreis, den die auf Träger- und Leitungsebene entwickelten Schutzkonzepte erreichen und nutzen sollen. Folgerichtig sind sie auch die Experten/Innen vor Ort (und nicht Personen auf Führungs- und Leitungsebene), die es zu befragen gilt, um wichtige und handlungsweisende Auskünfte über die Wahrnehmung, Wirkung und Umsetzung von institutionellen Schutzkonzepten in der Praxis zu erhalten.


Ziel des Projekts
Ziel dieser empirischen Studie ist es somit, die subjektiven Wahrnehmungen und Deutungsmuster von Kindern, Jugendlichen und deren Betreuungspersonen hinsichtlich sexualisierter Gewalt sowie Schutzkonzepten in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Internaten, Kliniken und Kurkliniken zu erfassen. Hierzu wird mittels „bottom-up“ Vorgehens bei der Zielgruppe der Stand der Umsetzung von Schutzmaßnahmen, von Anforderungen und hilfreichen Faktoren erhoben und wissenschaftlich ausgewertet. Zudem werden dabei personale Faktoren (v.a. Ressourcen und Belastungsfaktoren) mit erfasst, da wirksame Schutzkonzepte diesen personalen Voraussetzungen bei der Umsetzung Rechnung tragen. Darüber hinaus ist von Forschungsinteresse, welche informellen Schutzmechanismen die Heranwachsenden (untereinander) nutzen und welche Bedürfnisse, Ideen und Wünsche sie im Hinblick auf verbesserten Schutz vor sexueller Gewalt und der Etablierung einer „Kultur des Hinsehens“ in Institutionen äußern.


Die Ergebnisse sollen schließlich der Erarbeitung eines bottom-up Ansatzes dienen bzw. der Konzipierung von Anforderungsprofilen und Handlungskonzepten für die Nutzung und weitere Entwicklung in der institutionellen Praxis.

Untersuchungsdesign des Projekts
Die geplante Stichprobe des Forschungsvorhabens setzt sich insgesamt aus ca. 1000 Kindern/Jugendlichen (11-18 Jahre) sowie ca. 450 Betreuungspersonen zusammen, die bundesweit in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Internaten oder (Kur-)Kliniken betreut werden bzw. dort beruflich tätig sind. Zur Datenerhebung werden zwei Onlinebefragungen sowie 30 Gruppendiskussionen durchgeführt. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden anschließend gemeinsam mit  Mitgliedern der Zielgruppen sowie Policy Makern und Fachvertreter/innen im Rahmen von drei Expertenworkshops diskutiert. Die Gesamtresultate münden schließlich in der Erstellung eines Arbeitsbuches/„Werkbuches“ mit vielen Praxisbeispielen, Konzepten und Umsetzungsstrategien sowie einer interaktiven Homepage für Kinder und Jugendliche.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt unter www.projekt-ichbinsicher.de

Safer Places

Safer Places - Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen im Kontext der Jugend(verbands)arbeit und im Sport

Projektleitung am Standort Landshut
Prof. Dr. Mechthild Wolff

Projektmitarbeiter
Tobias Norys, Dipl.-Soziologe (univ.)

Verbundpartner

Prof. Dr. Elisabeth Tuider (Projektleitung),
Mart Busche (Projektkoordination),
Daniela Krollpfeiffer (wissenschaftliche Mitarbeiterin)


Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Tanja Rusack, Sophie Domann (wissenschaftliche Mitarbeiterinnen)

Projektart

Drittmittelprojekt Förderrichtlinie „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten“, gefördert vom BMBF (FKZ 01SR1214)

Laufzeit
01.08.2013-31.07.2016


Projektbeschreibung
Das Verbundvorhaben lenkt den Fokus auf die sexualisierten Gewaltverhältnisse unter Jugendlichen in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit. Ziel ist es aufzuzeigen, was Jugendliche als eine Missachtung ihrer persönlichen Grenzen erleben und in welcher Form diese sexualisierte Grenzüberschreitung zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus soll untersucht werden, in welchen unterschiedlichen organisationalen Kontexten Jugendliche sexualisierte Gewalterfahrungen machen und wie die Pädagoginnen und Pädagogen in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit darauf reagieren. Mittels einer deutschlandweiten Befragung werden die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Einschätzungen der Jugendlichen diesbezüglich erhoben. An diese Erhebung schließen sich erzählgenerierende Tiefeninterviews mit ausgewählten Jugendlichen an und es werden Expertinnen und Experten befragt, die in den von den Jugendlichen benannten pädagogischen Feldern arbeiten. Daraus sollen handlungsleitende Impulse für die Interventions- und Präventionsarbeit abgeleitet werden. Die Besonderheit des Praxistransfers besteht in einem beteiligungsorientierten Entwicklungs- und Implementationsprozess mit den Fachkräften und Jugendlichen.

Auf der Projekt-Homepage finden Sie weitere Informationen zum Forschungsvorhaben.

www.safer-places.de

SHELTER

SHELTER (Safety & Help for Early adverse Life events and Traumatic Experiences in minor Refugees)

Projektleitung am Standort Landshut
Prof. Dr. Mechthild Wolff

Projektmitarbeiterin
Meike Kampert

Verbundpartner

  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm

         Prof. Dr. Jörg M. Fegert

  • Universität Bielefeld

         Prof. Dr. Frank Neuner

  • Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, Klinikum im Friedrichshain, Berlin

         Prof. Dr. Michael Kölch

  • Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, Hildesheim

         Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Laufzeit

01.10.2016-31.09.2019

Projektstart

Drittmittelprojekt in der Fördermaßnahme: Digitalen Medien in der beruflichen Bildung

Bundesministerium für Bildung und Forschung


 



Kurzbeschreibung

Ziel des im BMBF- Förderprogramm "Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ verorteten Verbundvorhabens der Universität Bielefeld, der Universität Hildesheim, der Hochschule Landshut und des Universitätsklinikums Ulm, ist die Entwicklung eines E-Learning Curriculums zur (Weiter-)Qualifikation von Fachkräften, die für die Betreuung und Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verantwortlich sind.

Das E-learning Curriculum untergliedert sich in drei Online-Kurse, die Fachpersonen, aber auch Ehrenamtliche, informieren und qualifizieren sollen, (1) junge Flüchtlinge bei der Bearbeitung von traumatischen Erfahrungen und psychischen Belastungen zu unterstützen, (2) mit selbst- und fremdgefährdenden Verhalten der jungen Flüchtlinge adäquat umzugehen und (3) Schutzkonzepte in Organisationen zu entwickeln, die junge Geflüchtete betreuen. Die Kurserstellung wird von einem Forschungsdesign begleitet, in dem der Kompetenzerwerb durch die Kursbearbeitung erfasst und evaluiert wird.

Wissenschaftliche Projektleiterin des Teilprojekts „Online-Kurs 3: Schutzkonzepte für Organisationen, die Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen betreuen“ seitens der HAW ist Frau Prof. Dr. Mechthild Wolff.

Weitere Informationen zum Projektvorhaben und den Online-Kursen finden Sie auf der Projekthomepage.

Wenn Sie an einem der drei Online-Kurse als Testperson teilnehmen möchten, können Sie sich zudem bis zum 18.06.2018 in eine InteressentInnenliste eintragen. Kursstart ist im Juli 2018!