Interreg-Projekt n2m (nano to macro)

Projektitel

„Synthese, Charakterisierung und technologische Fertigungsansätze für den Leichtbau „n2m“ (nano to macro)“

Motivation

Die Regionen Oberösterreich (OÖ), Salzburg Land (SL), Niederbayern (NB) und Oberbayern (OB) zeichnen sich durch eine starke grenzüberschreitende Wirtschaft im Leichtbau aus, besonders im Bereich Produktionstechnologien, als Zulieferer für die Fahrzeugindustrie oder im Maschinenbau. Wichtige gemeinsame Herausforderungen in diesem Bereich, die insbesondere die Forschung an den Hochschulen tangieren, resultierten aus den Zielen der Strategie Europa 2020 nach einem intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstum. Hierzu zählen insbesondere:

•    Stete Senkung der CO2-Emission der Fahrzeugflotte
•    Forderung nach Werkstoffkonzepten mit steigendem Recyclinganteil
•    Steigerung der Zahl der Beschäftigten durch bessere Rahmenbedingungen für hochwertige, hocheffiziente
•    Forschung und Entwicklung auf Basis der Nutzung von Synergien

Die HAW Landshut hat auf diese Forderungen mit der Gründung des Kompetenzzentrum Leichtbau (LLK), des Leichtbau-Clusters (110 Partner; regelmäßige Kolloquien) und neuen Studienschwerpunkten reagiert. Mit verschiedenen Prüfanlagen (statische, dynamische, mehraxiale, bildgebende, thermische) und Fertigungsverfahren (z.B. Harzinjektion, Kleben) hat das LLK das Potenzial, den  Herausforderungen entsprechende verbesserte Werkstoffkonzepte zu erschließen. Um dies nachhaltig umsetzen zu können benötigt das LLK eine Erweiterung der Fertigungstechnologien (u.a. Lasermaterialbearbeitungsanlage zum Laserstrahlschweißen und Laserauftragschweißen von TiAl und Mg, sowie einer Heizpresse zum Warmumformen von Magnesiumblechen und als Ergänzung zur vorhanden T-RTM-Anlage (Thermoplastic Resin Transfer Moulding). und Kompetenzen zur Synthese und Charakterisierung auf der Nano- und Mikroebene. Der Fachbereich Materialforschung und Physik der Universität Salzburg (PLUS) besitzt eine international ausgewiesene Expertise in der Erstellung von Synthese–Struktur–Eigenschaftsbeziehungen von Nano- und Hybridmaterialien sowie Ober-/Grenzflächen; Aspekte, die im Leichtbau zunehmend an Bedeutung gewinnen. Um die auftretenden Fragestellungen beantworten zu können, ist ein Ausbau analytischer Core-Facilities nötig (u.a. TEM (Transmissionselektronenmikroskop)).

Projektziele

Durch Zusammenarbeit des LLK und der PLUS sollen Erkenntnisse aus der physikalisch-chemischen Grundlagenforschung in verbesserte Werkstoffe und Produkte übertragen (anwendungsnahe Forschung) und damit die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt werden. Um diesen Anspruch umzusetzen, beteiligen sich am geplanten Zentrum 11 ProfessorInnen der PLUS und HAW Landshut.

Projektinhalte:

•    Schaffung einer gemeinsamen Kooperationsplattform („Zentrum“)
•    Wahrnehmung gemeinsamer Interessen in der Materialforschung: Interdisziplinäre, grenzüberschreitende Kooperation von der Synthese/Charakterisierung von Materialkomponenten bis zur Prozesstechnik und Bauteilcharakterisierung
•    Steigerung des wissenschaftlichen Mehrwertes sowie des Innovationspotenzials durch Schaffung durchgängiger, skalenübergreifender Kapazitäten zur Materialanalyse durch aufeinander abgestimmte Anschaffungen, Bündelung der Kompetenzen und gemeinsame Nutzung der bisher in beiden Einrichtungen vorhandenen Anlagen
•    Keimbildung in der Region um zukünftig weitere Forschungseinrichtungen einzubinden
•    Intensivierung und Erweiterung der Ausbildung durch Studentenaustausch und Integration der Studierenden durch Praktika, Projekt- und Abschlussarbeiten
•    Möglichkeit der kooperativen Promotion an der PLUS
•    Gegenseitiger Wissenstransfer durch Austausch von Wissenschaftlern
•    Energieeffizienz, hohe Recyclingquote und CO2-Reduktion werden anhand von 3 Schwerpunktmodulen demonstriert
     1.    TeTIHS: Hybride Strukturen mittels T-RTM Verfahren
     2.    LasLei: Laserbasiert gefügte Leichtmetallstrukturen (Mg, TiAl)
     3.    MagForm: Gekerbte und umgeformte Magnesiumfeinblechstrukturen