FELICS als Baukasten für erfolgreiches Projektmanagement

Forscherteam des Institute for Data and Process Science (IDP) platziert Paper in renommiertem IEEE Journal

Immer kürzere Produktlebenszyklen bei zeitgleich steigenden Kundenerwartungen führen dazu, dass sich den Unternehmen des Ingenieurwesens kaum Spielraum für Fehler bietet. Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden und komplexe Prozesse zu beherrschen, empfiehlt sich in Projekten eine möglichst effiziente und strukturierte Vorgehensweise. Zu diesem Zwecke existiert eine Vielzahl an Vorgehensmodellen, Standards, Methoden und Regelwerken (engl.: frameworks). Sich in diesem Dschungel des Projektmanagements zurechtzufinden und bestehende Konzepte auf den individuellen Kontext des eigenen Unternehmens anpassen zu können, ist hierbei gleichermaßen wichtig wie auch herausfordernd. Der Ruf aus Theorie und Praxis nach einem „maßgeschneiderten“ Projektmanagement (engl.: tailoring) wird lauter.

Mit ihrem FELICS-Framework (framework for the construction and tailoring of engineering development process models) folgten Prof. Dr. Holger Timinger und seine beiden Wissenschaftlichen Mitarbeiter M. Sc. Markus Schmidtner und M. Eng. Finn Reiche diesem Ruf. Die Forscher wagten den schwierigen Spagat zwischen einem möglichst intuitiven, breit anwendbaren Framework auf der einen Seite und einer hohen Personalisierbarkeit und Detailtiefe auf der anderen Seite – mit Erfolg! Der Lösungsansatz des Teams rund um Timinger wurde vom renommierten Journal „IEEE Transactions on Engineering Management“ Anfang des Jahres publiziert. Die Fachzeitschrift des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers), welche sich durch hohe Zulassungsvoraussetzungen auszeichnet, würdigt hochrelevante und innovative Beiträge mit einer Veröffentlichung. 

Konkret arbeitete das Forscherteam des IDP (Institute for Data and Process Science) in einem mehrstufigen Forschungsprozess Gemeinsamkeiten bestehender Standards und Vorgehensmodelle heraus und kreierte eine kompakte Übersicht relevanter Funktions-, Kollaborations- und Unterstützungselemente. Das resultierende Framework FELICS dient Unternehmen als eine Art Baukasten, der sämtliche Bestandteile eines erfolgreichen Projektmanagements beinhaltet und zu jedem Element / jeder Kategorie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten listet. Unternehmen können sich so von Element zu Element hangeln und sich im eingangs beschriebenen Dschungel des Projektmanagements orientieren. Der Fokus der Unternehmen kann somit weiterhin deren Kunden und der Produktentwicklung gelten, ohne die Vorteile eines maßgeschneiderten Projektmanagements einzubüßen.