Mit Mikrosystemen Innovationen schaffen

4. Landshuter Symposium Mikrosystemtechnik an der Hochschule Landshut

Intelligente Mikrosysteme bilden in modernen Fahrzeugen, in der Energietechnik, in Handys und vielen weiteren Anwendungsfeldern die Basis für Innovationen. Rund 140 Fachleute aus Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen trafen sich Mitte März an der Hochschule Landshut. In 40 Vorträgen tauschten sich die Teilnehmer beim 4. Landshuter Symposium Mikrosystemtechnik und einer begleitenden Fachausstellung über neueste Trends und Entwicklungen dieser Zukunftstechnologie aus. Veranstaltet hatte den zweitägigen Fachtreff der Cluster Mikrosystemtechnik der Hochschule Landshut in Kooperation mit der Ostbayerischen Hochschule Regensburg.

Hervorragende Möglichkeit zum Austausch

In seiner Begrüßung betonte Regierungspräsident Grunwald die Bedeutung der Hochschule Landshut und insbesondere seiner Technologiezentren und Cluster bzw. Kompetenznetzwerke für die Region und deren zukünftige positive Entwicklung. Mit der Hochschule Landshut habe man einen kompetenten Partner im Bereich von wichtigen Zukunftstechnologien wie der Energie- oder auch der Mikrosystemtechnik. Die Hochschule Landshut lege auf Interdisziplinarität großen Wert, erläuterte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel. Das Landshuter Symposium Mikrosystemtechnik biete alle zwei Jahre eine hervorragende Möglichkeit zum übergreifenden Austausch und Netzwerken von Fachleuten aus sehr unterschiedlichen Technologiefeldern und Branchen.

Das hohe Wachstumspotenzial der Mikrosystemtechnik zeigte Dr. Bernhard Ruf (VDI/VDE/IT) in seinem Vortrag. Das Marktvolumen werde von 2012 bis 2014 rund um die Hälfte auf knapp 15 Mrd. US-Dollar anwachsen. Dies besonders im Bereich Consumer-Waren u.a. aber auch im Automotive- oder Medizintechnik-Sektor. Ausschlaggebend dafür sei die fortschreitende (aber z.B. im Bereich der aktuellen Transistortechnologie physikalisch begrenzte) Miniaturisierung von elektromechanischen Systemen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung. Besonders aber die Entwicklung von neuen Funktionalitäten eingebunden in Mikrosysteme biete großes Potenzial.

Vielfältige Forschungserkenntnisse und neue Anwendungen

Die breite der Themen in der Mikrosystemtechnik zeigte das vielfältige Programm des Symposiums. Spezialisten aus ganz unterschiedlichen Branchen und Technologiefeldern präsentierten aktuelle Erkenntnisse. Von neuen Forschungsergebnissen u.a. im Bereich neuer Mess-, Verfahrens- und Fertigungstechniken über die Entwicklung neuer Anwendungen bis hin zum fertigen Produkt. Vom fingernagelgroßes Mikrotriebwerk für den Antrieb von Mini-Satelliten (Airbus Group Innovations, München) über das Messen und Optimieren des Stromverbrauchs von elektrischen Großverbrauchern per Klipps, die über Kabel gesteckt werden (Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Nürnberg; Rauscher Heinersdorf-Pressing GmbH, Pressing), das Monitoring von Windrad-Rotorblättern unter Verwendung von Kunststofffaser basierten Sensoren, bis zum neuartigen Schaltungsaufbau für die Avionik zur optimalen thermischen Entkopplung von zwei Schaltungsträgern (Hochschule Landshut) reichten die Anwendungsbeispiele.

Zusätzlich zeigten viele Vorträge neue Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten. Dies vom Einsatz des chemisch hergestellten Kohlenstoff-Nanomaterials Graphen für Sensoren (Uni Regensburg) über die Charakterisierung der Eigenschaften von Bändchen bei Bondverbindungen (Hochschule Landshut) bis zur Analyse der Echtzeiteigenschaften von Multicore Speicherarchitekturen in Eingebetteten Systemen (Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg) reichten die Themen. Daneben beleuchteten eigene Sessions das Technologie- und Innovationsmanagement. Erstmals bot das Symposium den Themenschwerpunkt Medizintechnik an, der von den Teilnehmern positiv aufgenommen wurde. Ansätze wurden präsentiert, wie Daten dezentral erhoben und weitergeben werden können, dies im Rahmen einer „Managed Care“, das das Gesundheitssystem entlastet. Ein autonomer Belastungssensor, der die Gewichtsbelastung an der Fußsohle misst und die Daten via drahtloser Übertragung an eine Armbanduhr sendet (Hochschule Landshut) wurde ebenso präsentiert, wie die telemedizinische Datenerhebung und Speicherung in einem zentralen System (MicroNova AG, Vierkirchen). Die besonderen Ansprüche im Bereich der Medizintechnik an einen Fußschalter mit Energy-Harvesting-Technik wurden ebenso gezeigt wie Möglichkeiten der Materialvorbehandlung oder Reinigung per Plasmatechnik (Plasmatreat GmbH, Birkenfeld).

Die Fachvorträge sind in einem Tagungsband erschienen, der beim Cluster Mikrosystemtechnik der Hochschule Landshut erhältlich ist. Weitere Informationen unter www.symposium-mst.de.