Studienfahrt der Fakultät Soziale Arbeit nach Bozen und Trento

Vom 21.05 bis 24.05.2012 erhielten 29 Student/innen der Fakultät Soziale Arbeit bei einer Studienfahrt einen Einblick in das Sozialsystem Norditaliens. Begleitet wurden sie dabei von Prof. Dr. Barbara Thiessen und Prof. Dr. Stefan Borrmann (beide Fakultät Soziale Arbeit), die auch die Initiator/innen dieser Studienfahrt waren. Das Programm für die Reise wurde von den Student/innen selbst geplant, indem sie den Kontakt zu verschiedenen „Strukturen“ (deutsch: Einrichtungen) der Sozialen Arbeit herstellten.

An den ersten zwei Tagen wurden drei Einrichtungen besichtigt, die dem „Betrieb für Sozialdienste Bozen“ unterliegen, von wo aus alle Einrichtungen innerhalb eines Sprengels koordiniert werden. Zuerst besuchte die Landshuter Gruppe eine Roma-Siedlung, für die der Verein „Volontarius – River Equipe“ verantwortlich ist. Ein Mitarbeiter erzählte von den unterschiedlichen Aufgabenbereichen und dem Integrationsvorhaben, die Siedlung aufzulösen und die Menschen in Wohnungen in der Stadt unterzubringen. Am nächsten Tag wurde die Struktur „MiSNA“ vorgestellt, die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Unterkunft und Betreuung bietet. In der Diskussion mit den Mitarbeitern/innen ging es auch um die italienische Asylpolitik und den Umgang mit Flüchtlingen. Die Anerkennungsquote in Südtirol liegt mit über fünfzig Prozent deutlich über der deutschen Anerkennungspraxis.

Am Nachmittag stand ein Besuch beim „Haus Margaret“, auf dem Programm, eine Struktur für obdachlose Frauen. Dort wurde ein guter Einblick in den Alltag der Frauen und die Angebote der Einrichtung gegeben. Nach einer kurzen Reflexionsrunde hatten die Studierenden die Gelegenheit, die Stadt Bozen zu erkunden, ehe es am nächsten Tag nach Trento ging. Hier konnte man sich Einblicke bei zwei Einrichtungen verschaffen.

Bei „SERT“, einer Einrichtung für Suchterkrankte, gab ein sehr informativer Vortrag Aufschluss über deren Struktur und Tätigkeitsbereiche. Im „Sun House“, einer Struktur mit sehr progressivem Ansatz, finden Menschen mit psychischen Erkrankungen einen Platz zum Leben. Über die Hilfe von professionellen Dienstleistern hinaus werden die Menschen von ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen („UFE“) unterstützt und begleitet. Das Haus steht jedem offen und verfolgt so einen partizipatorischen Ansatz, wobei den gesellschaftlichen Ausgrenzungsmechanismen gegenüber psychisch Erkrankten entgegengewirkt werden soll.

Eine Stadtführung durch Trento verdeutlichte die Bedeutung geschichtlicher Ereignisse, die noch heute das Bild der Stadt prägen. Abends kehrte die Gruppe gemeinsam mit den beiden Professoren in einer gemütlichen Bar ein, um das bisher Erlebte zu reflektieren und sich auch über das Studium hinausgehend auszutauschen. Das Fazit aller Teilnehmer/innen war äußerst positiv: Die Studienfahrt ermöglichte vielfältige fachliche und auch kulturelle Einblicke und wird allen wohl noch lange in positiver Erinnerung bleiben.