Prof. Dr. Thiessen in der BR-Abendschau

In der Abendschau des Bayerischen Rundfunks wurde Dr. Barbara Thiessen (Professorin für Gendersensible Soziale Arbeit) als Expertin nach den Ursachen für die trotz finanzieller Förderung etc. stetig sinkende Anzahl von Geburten gefragt. Nachdem am frühen Nachmittag ein Team des Bayerischen Rundfunks für Dreharbeiten an die Hochschule Landshut gekommen war, wurde der Beitrag am Dienstag (3. Juli 2012) ausgestrahlt.

Die Zahl der Geburten ist in Deutschland auf ein Rekordtief gesunken. Gerade mal 663.000 Kinder kamen 2011 zur Welt - rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Und das, obwohl der Kinderwunsch angeblich steigt, Infrastrukturen für Kinder ausgebaut werden und finanzielle Anreize gesetzt werden. Woran liegt's also? Zu dieser Frage nahm Prof. Dr. Thiessen im Beitrag Stellung.

„Frauen sind besser ausgebildet und wollen im Beruf erfolgreich sein.  Sie wissen aber genau, mit der Geburt des ersten Kindes erfolgt ein Einbruch in ihrer Berufslaufbahn und auch ein Traditionalisierungsschub in der Partnerschaft“, erklärt Prof. Dr. Thiessen. Nach der Geburt fielen Männer häufig in ihr traditionelles Rollenbild zurück, „Für Männer ist nach wie vor das ´Ernährermodell` die dominante Rollenvorstellung,“ erklärt Prof. Dr. Thiessen. Dies sei aber immer schwerer zu realisieren. Durch längere Berufsausbildungen, Unsicherheiten etc. zögern Männer  schon den Wunsch nach einem ersten Kind hinaus.

Und sei ein erstes Kind geboren worden, seien es die Frauen, die zögern, ein zweites oder drittes Kind zu bekommen. Dies, weil sie den Familienalltag allein stemmen müssten, meist neben der eigenen Berufstätigkeit. Deshalb würden die Familien insgesamt kleiner. „Die Zukunft liegt im Zweiverdienermodell,“ ist Prof. Dr. Thiessen überzeugt. Dies habe für alle Beteiligten Vorteile. “Kinder haben mehr von Vater und Mutter. Frauen haben so mehr die Möglichkeit, ihre beruflichen Wünsche zu leben.“

Zum  TV-Beitrag der Abendschau auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks