„Gesund aufwachsen in Niederbayern“

Fachtag an der Hochschule Landshut rückte Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen in den Vordergrund.

Am 15. Januar 2020 trafen sich an der Hochschule Landshut rund 80 Fachkräfte und Studierende, um über Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen zu diskutieren. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei auf der regionalen Verankerung dieses Themas und auf der konkreten Entwicklung von Initiativen und Projekten. Neben Studierenden der Fakultät Soziale Arbeit hatten sich Expertinnen und Experten aus ganz Niederbayern, zum Beispiel von Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen, von Kinderkliniken, der Flüchtlingsberatung, der Kommunale Jugendarbeit, aus dem Jugendamt, dem Landratsamt, dem Gesundheitsamt, der Jugendsozialarbeit an Schulen, der AOK, und von Koordinierenden Kinderschutzstellen angemeldet.

„Gesundheitsförderung und Prävention sind zentrale Themen der Sozialen Arbeit, die als Profession ein bedeutendes Potential hat, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu stärken“, so Prof. Dr. Katrin Liel, die den Fachtag initiierte. Zu Beginn der Tagung erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse, um diese anschließend als Diskussionsgrundlage zu nutzen. Dr. Robert Schlack vom Robert Koch-Institut in Berlin referierte über aktuelle Ergebnisse der KIGGS-Studie und zeigte Trends und Entwicklungen in der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auf. So konnte beispielsweise belegt werden, dass die Diagnosen für AD(H)S in den letzten Jahren rückläufig sind, entgegen der subjektiven Wahrnehmung vieler.

Aktive Teilnahme der Betroffenen entscheidend für Erfolg

Anschließend legte Prof. Dr. Eike Quilling von der Hochschule für Gesundheit in Bochum den Schwerpunkt auf kommunale Gesundheitsförderung und zeigte die Bedeutung eines umfassend verstandenen Setting-Begriffs auf, der nicht nur den Sozialraum, sondern insbesondere den Lebenswert der Betroffenen in den Blick nimmt. Zentral für den Erfolg und die Akzeptanz von Gesundheitsförderung und Präventionsmaßnahmen sei demnach die Partizipation derjenigen, die man erreichen möchte.

Insgesamt wurde herausgestellt, dass allen voran das Thema Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit trotz vielfältiger Bemühungen in den vergangenen Jahrzehnten höchst aktuell ist. Kinder und Jugendliche aus niedrigeren sozioökonomischen Schichten haben nach wie vor schlechtere Gesundheitschancen und sind häufiger von diversen Krankheiten betroffen.

Zukünftig müsse es darum gehen, noch stärker den im Präventionsgesetz verankerten Ansatz der „Gesundheitsförderung in Lebenswelten“ mit Leben zu füllen und gemeinsam, disziplinübergreifend zusammen zu arbeiten, um möglichst allen Kindern und Jugendlichen in Niederbayern und darüber hinaus ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Nachmittags erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtags in drei interaktiven Workshops konkrete regionale Umsetzungsstrategien für regionale Herausforderungen in der Gesundheitsförderung. Der Fachtag „Gesund Aufwachsen in Niederbayern“ wurde in Kooperation mit der Regierung von Niederbayern und der DVSG (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V.) durchgeführt.

Foto: Hochschule Landshut

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