Nutzfahrzeugtechnik-Studierende besuchten ROPA und CLAAS

In Begleitung der Professoren Dr. Ralph Pütz und Jürgen Zimmer von der Fakultät Maschinenbau der Hochschule besuchten die Studierenden der Profilierungsrichtung Nutzfahrzeugtechnik kürzlich zwei in ihren Produktbereichen führende deutsche Landmaschinenhersteller, um sich über zukünftige Entwicklungstrends zu informieren.

Zunächst stand der Besuch des Marktführers für Rübenvollernter, die Firma ROPA im niederbayerischen Sittelsdorf, auf dem Programm. Das Unternehmen wurde vom Landwirt Hermann Paintner gegründet, der in Eigeninitiative und ohne jegliche technische Vorbildung, jedoch mit technischer Genialität,  bereits vor 40 Jahren seinen ersten selbstfahrenden Zuckerrübenvollernter konstruierte und damit eine Evolution einleitete, die heute zum weltweit leistungsstärksten 9-reihigen Rübenvollernter euro-Tiger geführt hat. Unter der sachkundigen Führung von Kundendienstleiter Michael Gruber und Marketingleiter Maximilian Englbrecht hatten die Studierenden Gelegenheit, vertiefte Einblicke in die Technik und Produktion des euro-Tiger V8 zu erhalten, der alle Arbeitsgänge der Ernte vom Köpfen, Roden und Reinigen der Rüben bis zum Entladen des Bunkers erledigt und von einem Mercedes-Benz-V8-Motor angetrieben wird. Die dreiachsige, allradgelenkte Landmaschine benötigt rund zwei Drittel der eingesetzten Energie für den Antrieb und das Roden sowie ein Drittel für die Nebenaggregate und Förderung. Sie wird über fünf Bordrechner gesteuert und überwacht. Besonderes Interesse fand das Konzept des Prototypen euro-Tiger V8-EMO, der über einen elektrischen Fahrantrieb verfügt. Vorgestellt wurde auch der selbstfahrende Zuckerrüben-Reinigungslader euro-Maus 4, der aufgrund eines 9 m langen Gegengewichtsarms über die erforderliche Standsicherheit verfügt. Eine auf über 5 m anhebbare Komfortkabine bietet neben ergonomischer Optimierung eine hervorragende Rundumsicht. Bemerkenswert ist, dass die innovative ROPA-Entwicklungsabteilung aus nur 15 Mitarbeitern besteht, wovon lediglich einer eine Ingenieursausbildung absolviert hat. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Landshut könnte sicherlich weiteres Potenzial erschließen.

Anschließend wurde auf Vermittlung des Studierenden Christoph Linortner die CLAAS-Niederlassung Vohburg besucht. Die Herren Hagl und Wöhrle präsentierten zunächst detailliert die technischen Details der CLAAS-Produktpalette von den marktführenden Mähdreschern und Feldhäckslern bis hin zu den Traktoren. In der ca. 1.800 m² großen Ausstellungshalle konnten anschließend die komplexen Landmaschinen mit ihren Subsystemen – beim Mähdrescher z.B. Haspel, Schneidwerk, Schlagförderer, Dreschwerk, Wind- und Siebreinigung, Strohhäcksler – mit ihren jeweiligen, unterschiedlichen Antrieben in Augenschein genommen werden. Durch Übernahme von Renault Agriculture ist die Fa. CLAAS seit einiger Zeit auch in der Lage, Traktoren anzubieten und somit als Vollsortimenter aufzutreten. Besonderes Augenmerk verdient die Traktor-Fahrerkabine, die in einem Workshop unter Teilnahme von 500 erfahrenen Praktikern entstanden ist. Die große Traktorbaureihe ist wie die der Wettbewerber mit leistungsverzweigtem Hydrostatgetriebe (hier ZF-ECCOM) erhältlich.

Die Exkursion ermöglichte, das in der Vorlesung Land-, Forst- und Baumaschinen von Prof. Dr. Pütz vermittelte Wissen zu vertiefen. Im kommenden Wintersemester ist für den 29. November 2012 dann eine weitere Exkursion zum führenden Bushersteller EvoBus (Mercedes Benz und Setra) nach Mannheim anberaumt, um die Vorlesungen Omnibustechnik und Antriebe der Nutzfahrzeuge zu flankieren.