Über die Anerkennung der Gebärdensprache

Präsident der World Federation of the Deafs (WFD) diskutiert mit Studierenden der Hochschchule Landshut über die Gehörlosengemeinschaft

Anfang Juni begrüßten die Studierenden des Studiengangs Gebärdensprachdolmetschen Joseph Murray, den Präsidenten des 1951 gegründeten WFD (The World Federation of the Deafs), im Rahmen eines Online-Events. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie fand sein Vortrag über Zoom statt. Dadurch hatten jedoch viele Menschen deutschlandweit die Möglichkeit, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Darüber hinaus wurde von international Sign in Deutsche Gebärdensprache und Deutsche Lautsprache gedolmetscht, was für einige eine neue Erfahrung war.

Die über 80 teilnehmenden Personen verfolgten gespannt den Ausführungen Murrays. Zum Einstieg berichtete er, wie der WFD aufgebaut und besetzt ist. Aufgrund der Internationalität des Verbandes, setzt er sich aus Vertreter*innen der ganzen Welt zusammen. Besonders hob Murray hervor, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen Ämter besetzen. Außerdem ging der WFD-Präsident auf die Aufgaben der Federation ein. Darunter fällt die Stärkung der Gehörlosengemeinschaft, die Vertretung der Interessen gehörloser Personen, der Kampf für Menschenrechte und die Anerkennung der Gebärdensprache. Diese Ziele sind dabei global zu sehen, wodurch sich in jedem Land ein anderer Fokus ergibt.

Ein großes Anliegen bei diesem Vortrag war die Anerkennung der Gebärdensprache. Murray erklärte, dass die Länder verschiedene Vorgehensweisen haben. Es gibt die explizite und die implizite Anerkennung. Dabei verfolgt erstere das Ziel, dass die Gebärdensprache gesetzlich verankert ist und ihr so einen bestimmten Status verleiht. Dies ist derzeit in 58 Staaten weltweit der Fall. Durch die implizite Anerkennung hingegen, bekommen taube Menschen mehr Rechte und die Staaten setzen sich mit Themen wie Diskriminierung, Behinderung und Bildung auseinander.
Murray machte klar, dass beide Schritte wichtig sind für die Anerkennung der Gebärdensprachen. Die Länder müssten sich aktiv mit den Gehörlosengemeinschaften auseinandersetzen und mit ihnen zusammenarbeiten.

Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden Fragen stellen, die sich überwiegend mit der Anerkennung der Gebärdensprache befassten. Dadurch wurde noch einmal deutlich, dass auch in Deutschland noch viel in diesem Bereich gearbeitet werden muss.