Know-how-Transfer in der beruflichen Bildung

Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Landshut und dem Shanghai Technical Institute of Electronics and Information (STIEI)

Fachkräftemangel – dieses Problem beschäftigt nicht nur Deutschland, sondern auch die Volksrepublik China. In beiden Ländern gibt es langfristig zu wenige Fachkräfte, um die Wirtschaft in Schwung zu halten. Diese Herausforderung gilt es zu meistern. Denn China ist für die deutsche Wirtschaft ein besonders wichtiger Kunde. Und der riesige Markt kann nur dann weiter wachsen, wenn auch in China ausreichend viele Kräfte in der mittleren Führungsebene zwischen Arbeiter und Akademiker zur Verfügung stehen.

Das Shanghai Technical Institute of Electronics and Information (STIEI) wird in diesem Zusammenhang besonders oft erwähnt. Unter dem Dach des STIEI mit rund 6800 Schülern und 480 Lehrern gibt es neben dem Berufsbildungszentrum (BBZ) auch die chinesisch deutsche Berufshochschule (CDBH).

Bereits seit 2004 engagiert sich die Hochschule Landshut am STIEI und pflegt einen regen Austausch. Deutsche Studenten lernen am STIEI, umgekehrt entsendet das Institut aber auch Jahr für Jahr Schülerinnen und Schüler nach Landshut, die dort ein elektrotechnisches Praktikum absolvieren, das höchste Standards erfüllt.

Eine zwölfköpfige Gruppe des STIEI absolvierte von Mai bis August ein dreimonatiges Praktikum an der Hochschule. Insgesamt neun verschiedene Laborkurse standen auf dem Programm, das Spektrum reicht von der Robotik über elektrische Hybridschaltungen bis zur Mess- und Regelungstechnik. Einen Roboter programmieren, einen Elektromotor bauen, Schaltungen konstruieren – zentrale Fertigkeiten der Elektrotechnik wurden in den rund 20 verschiedenen Laboren der Fakultät praktisch eingeübt.

Mit ihrem Besuch in Deutschland waren die Gäste aus China äußerst zufrieden, das Programm wurde unter anderem ergänzt durch Firmenbesichtigungen, wie zum Beispiel bei der BMW AG oder der Firma SAR Group in Dingolfing. „Unser Ziel ist, die  Studierenden nicht nur in der Theorie auszubilden, sondern ihnen auch zu zeigen, wie deutsche Facharbeiter und Techniker in der Fertigung arbeiten und ihre Arbeit organisieren“, so Professor Fritz Pörnbacher, Dekan der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen, wo die Ausbildung der Studierenden stattfand.  

Auf der „Automatica“, einer Fachmesse in München, konnten sich die Gäste aus der Volksrepublik ein Bild davon machen, wie die technische Zukunft in der Automation und der Robotik aussieht. Ein Deutschkurs rundete das Programm ab. Hier erfuhren die Studierenden auch, wie anders Deutschland im Vergleich zu ihrem Heimatland „tickt“.  

Am Ende konnten alle Studenten ein Zertifikat in Empfang nehmen, das ihnen ein erfolgreich absolviertes Praktikum bescheinigte. Fachlich top und mit großer neugewonnener Praxiserfahrung flogen die Gäste Mitte August wieder nach Shanghai zurück. Mit den neugewonnenen Kenntnissen sind sie damit genau die Mitarbeiter, die sowohl deutsche als auch chinesische Firmen händeringend suchen.