Exkursion zum Kernkraftwerk Isar in Essenbach

Studierende erhalten Einblick in die Atomenergie

Im Rahmen der Vorlesung „Stromerzeugungstechnologien“ unternahm Prof. Dr. Stefan-Alexander Arlt mit den Studierenden des 6. Semesters des Studiengangs Energiewirtschaft und -technik am Mittwoch, dem 17. Juni 2015 eine Exkursion zum Kernkraftwerk Isar in Essenbach.  

Direkt an der Isar, vierzehn Kilometer flussabwärts von Landshut, liegen die Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Isar in den Gemeinden Essenbach und Niederaichbach im Landkreis Landshut/Niederbayern.

In den 70er Jahren zeichnete sich ab, dass die bestehenden bayerischen Kernkraftwerke Isar 1, Grafenrheinfeld und die beiden Blöcke in Gundremmingen in Zukunft nicht mehr zur Deckung des Bedarfs ausreichen würden. Daher wurde eine neue Anlage, Isar 2, gebaut und 1988 in Betrieb genommen.

Der Block 1 des Kernkraftwerks Isar (KKI 1) wurde am 17. März 2011 im Rahmen der Abschaltung von insgesamt acht Kernkraftwerken in Deutschland vom Netz genommen und verlor mit Beschluss der Bundesregierung vom 30. Juni die Berechtigung zum Leistungsbetrieb. Bis dahin erzeugte die Anlage mehr als 200 Milliarden Kilowattstunden Strom, was nur auf Grund der im Vergleich zu anderen Siedewasserreaktoren überdurchschnittlich hohen Zeitverfügbarkeit des KKI 1 von durchschnittlich 87 % möglich war.

Der Block 2 des Kernkraftwerks Isar (KKI 2) erzeugt jährlich im Schnitt rund 12 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht einem Anteil von ca. 13 % an der gesamten bayerischen Stromerzeugung. Damit können ein Jahr lang circa 3,5 Millionen 3-Personen-Haushalte versorgt oder circa 2/3 des Strombedarfs der bayerischen Industrie gedeckt werden. Durch die konstante Stromeinspeisung rund um die Uhr bei gleichzeitiger Bereitstellung von Regelenergie zum Ausgleich der zeitlich schwankenden Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien trägt das KKI 2 maßgeblich zu einer stabilen Stromversorgung in Bayern bei. Gleichzeitig erspart das Kraftwerk der Umwelt rund 12 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr und leistet so einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz.

Bei einer ausführlichen Führung durch das KKI 2 konnten die Studierenden einen tiefen Einblick in die Technik und einzelnen Bereiche des Kernkraftwerks gewinnen. Abschließend wurde bei einer Brotzeit dazu eingeladen, sich über die gesammelten Eindrücke auszutauschen und unterschiedliche Standpunkte zu diskutieren. Das in den Vorlesungen vermittelte Wissen konnte durch die Exkursion anschaulich vertieft werden.  

Autor: Theresia Haas