Ausbildungskooperation zwischen China und Landshut

Chinesische Partner lernen Elektrotechnik nach deutschen Standards kennen

Vorlesungsfreie Zeit an der Hochschule Landshut – wer um diese Zeit an die Hochschule kommt, sieht nur hier und da mal ein paar Studierende und die Mensa ist geschlossen. Anders im August diesen Jahres: Hier war immer wieder eine Gruppe von Studenten und Studentinnen aus China anzutreffen, die sich in den Pausen auf den roten Liegen des Hochschulcampus sonnte.  

Die Entspannung in den Pausen war nötig, denn in der Hochschule wurde hart gearbeitet und gelernt. Das Shanghai Technical Institute of Electronics and Information, kurz STIEI genannt, mit dem die Hochschule Landshut schon seit vielen Jahren eine Ausbildungskooperation pflegt, hatte die Studierenden zu einer elektrotechnischen Weiterbildung nach Landshut geschickt.

In einem vierwöchigen „Crashkurs“ Elektrotechnik lernten die Studierenden die Grundlagen der Elektrotechnik und deren Anwendung nach deutschen Standards kennen. Täglich standen die Fächer Mikrocontroller-, Regelungs-, Messtechnik sowie Robotik auf dem Programm. Die Programmierung von humanoiden Robotern, Messungen mit dem Digitaloszilloskop oder die Auswertung von Sensoren – die Studenten lernten ein großes Spektrum der Elektro- und Informationstechnik genauer kennen und anwenden.

Sprachschwierigkeiten gab es dabei keine, denn die Gruppe wurde von Dolmetschern begleitet, die alle Inhalte für die Studierenden übersetzten. Viele Ausflüge, darunter auch der Besuch der Berufsschule Pfarrkirchen und des der Hochschule zugehörigen Technologiezentrums in Ruhstorf rundeten den Besuch ab.  

„Deutsche Unternehmen – von denen es in Shanghai mehr als 1000 gibt – haben großes Interesse an den nach deutschen Standards ausgebildeten Fachkräften“, so der Dekan der Fakultät Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen, Professor Fritz Pörnbacher.

Er ist mit der Ausbildungskooperation, die 2004 ins Leben gerufen wurde, äußerst zufrieden. „Die deutsche Ausbildung an der Hochschule Landshut eröffnet den Praktikanten exzellente Beschäftigungsmöglichkeiten. Auch deutschen Unternehmen in China kann auf diese Weise ein großes Mitarbeiterpotential erschlossen werden.“ Die Hochschule Landshut leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des chinesischen Marktes und unterstützt so direkt auch die bayerische Industrie.