Rollenbilder aufbrechen

Girls’ and Boys’ Day 2015 motiviert Jugendliche für technische und soziale Berufe

Am diesjährigen Girls’ and Boys’ Day haben am Donnerstag über 90 Jugendliche die Hochschule Landshut besucht. Der bundesweite Aktionstag soll Schülerinnen und Schüler für Berufsfelder, in denen Sie unterrepräsentiert sind, begeistern. Während die Mädchen sich in Workshops an die Technik herantasteten, lernten die Jungen den Fachbereich Soziale Arbeit näher kennen. Die Jugendlichen stammten dabei sowohl von Schulen aus der Stadt als auch aus dem Landkreis Landshut und der angrenzenden Umgebung, wie zum Beispiel Kehlheim.

Im Workshop „Wir bauen einen Elektromotor“ erstellten die Mädchen ihren eigenen Elektromotor mit einer 1,5V-Batterie, Kupferdraht und einem Magneten. Nadine aus der fünften Klasse werkelte mit großer Begeisterung an Ihrem Apparat. Kaum fertig wollte sie sich schon einer neuen Herausforderung widmen. Trotzdem stellt sich die Schülerin zurzeit lieber eine Zukunft als Floristin vor.

Anfassen, erleben und mitnehmen

An großer Beliebtheit erfreute sich auch der Workshop der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Gudrun Schiedermeier. Hierbei erhielten die Schülerinnen Einblicke in die Programmierung und bauten ihren eigenes Roboterfahrzeug. Dieser sollte danach eine Strecke abfahren und am Ende ein Fähnchen umwerfen. Die Mädchen fütterten dem Roboter erst einmal mit Informationen über Kurvenradius und Entfernung. Trotz einiger Fehlversuche fühlten sich alle Mädchen herausgefordert und wollten mit ihrem persönlichen Roboter die ersten sein, bei denen das Fähnchen umfällt.

Eine kleine Gruppe von Mädchen lernten die Produktionsschritte von der Idee bis hin zur Vermarktung eines Laserpointers kennen. Die Schülerinnen löteten vorsichtig auf einer Platine die Kontakte. Anschließend bauten die Mädchen die Einzelteile zusammen und gravierten den eigenen Laserpointer mit ihrem Namen.

Zusammen mit Thomas Holzberger von IsarTV arbeitete eine weitere Gruppe an einem Film zum Girls’ Day und ließen sich von Themen wie Licht, Kameraführung, Schnitt und Ton begeistern. Franziska aus der 10. Klasse des Hans-Leinberger-Gymnasiums fand die Arbeit mit der Kamera am besten. Sie war überrascht, dass in einem Videobeitrag, der im Fernsehen nur wenige Minuten zu sehen ist, bis zu zehn Stunden Arbeit stecken können. Die Schülerin kann sich sehr gut vorstellen, das mal in Zukunft machen zu wollen. Einige Aufnahmen der Mädchen werden am Donnerstagabend in einem Beitrag verwendet.

Perspektiven aufzeigen

Wie auch im vergangenen Jahr war der Workshop rund um den tanzenden NAO-Roboter sehr beliebt. In weiteren Workshops bauten die Mädchen eine Alarmanlage oder erhielten Einblicke in die Technik eines Heimcomputerhetzwerks. Bei Prof. Dr. Carsten Röh haben einige Mädchen einen Blick auf die Zukunft des Automobils geworfen. Für die 14 Jungs war in der Fakultät der Sozialen Arbeit auch was geboten. Beim parallelen Boys‘ Day lernten sie im Vortrag „Sozialarbeit – auch ein Beruf für mich?“ die Aufgaben näher kennen und drehten gemeinsam darüber einen Kurzfilm.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel hofft, dass die Schülerinnen und Schüler aus dem Tag viele Erkenntnisse für Ihre Zukunft gewinnen konnten. Zum Abschluss versprach er die Unterstützung seitens der Hochschule bei der Wahl eines geeigneten Studiengangs.