Schnee – die neue regenerative Kältequelle?

08. January 2018
06:30 pm
- 08:30 pm
Raum: ZH 013

Im Rahmen der Landshuter Energiegespräche spricht Prof. Dr.-Ing. habil. Winfried Ruß über „Schnee- die neue regenerative Kältequelle?“. Konkret geht es um ein neuartiges Verfahren zur regenerativen Kälteversorgung, bei dem durch Abschmelzen von technischem Schnee Kaltwasser erzeugt wird, welches die Verbraucher innerhalb der Brauerei mit Kälteenergie versorgt.

Winfried Ruß lehrt an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising im Studiengang Brau- und Getränketechnologie unter anderem Apparate- und Anlagetechnik in der Getränkeherstellung, Brau- und Getränke-Verfahrenstechnik sowie Anlagentechnik und -design. Im Rahmen seiner Forschungsaktivitäten hat er ein Verfahren entwickelt, um Schnee als regenerative Kältequelle in Kühlprozessen zur Bierherstellung zu nutzen.

Technischer Schnee ist aus den heutigen Skigebieten nicht mehr wegzudenken, er ist längst so etwas wie die Lebensversicherung der Liftbetreiber. Technischer Schnee kann aber noch viel mehr: So ist er dank moderner Beschneiungstechnik auch ein attraktives Speichermedium für Naturkälte. Diese Eigenschaft nutzt jetzt ein neuartiges Verfahren zur regenerativen Kälteversorgung, bei dem durch Abschmelzen von technischem Schnee Kaltwasser erzeugt wird, welches die Verbraucher innerhalb der Brauerei mit Kälteenergie versorgt.

Aber bis auf Ausnahmen wird die Schneekälte immer mit einer konventionellen Kälteanlage kombiniert. Wie viele regenerative Ideen ist also auch die Schneekälte-versorgung nur selten eine Einzellösung aber meist eine sinnvolle Ergänzung bestehender Kälteanlagen. Dieses Verfahren wurde 2017 als Bestandteil des Projekts, die Brauerei des 21. Jahrhunderts mit dem German Energy Award ausgezeichnet.

Die Landshuter Energiegespräche sind eine Vortragsreihe, die über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Energietechnik, Energiewirtschaft und Energiepolitik informiert. Die Vorträge sind bewusst allgemeinverständlich formuliert. Eingeladen sind interessierte Bürger, Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und den Medien sowie Studierende und Hochschulangehörige. Im Anschluss an den Vortrag können sie noch mit den Referenten diskutieren. Der Eintritt ist frei.

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