Skip to main content

Individuelle Verkleidungen für Rallye-Motorräder

In einer praxisorientierten Abschlussarbeit entwickelt Wirtschaftsingenieurstudent Jonas Englberger an der Hochschule Landshut Formen zur kostengünstigen Herstellung individueller, leichter Verkleidungsteile für Rallye-Motorräder.

Lutz Prager (l.) und Jonas Englberger (r.) beim Scannen des Rallye-Motorrades
Lutz Prager (l.) und Jonas Englberger (r.) beim Scannen des Rallye-Motorrades

Im Motorrad-Rallye-Sport ist die Produktion individueller Verkleidungsteile üblich, um Veränderungen am Aufbau der Maschine und Anforderungen durch die Umgebung gerecht zu werden. Größere Kraftstofftanks sowie eine zusätzliche Navigationseinheit, der sog. Tower, sind dahingehend die größten Veränderungen an den Fahrzeugen. Die üblicherweise höheren Geschwindigkeiten und das Terrain – oft Schotter oder Wald – sorgen für eine wechselnde, aber dauerhaft hohe, Belastung der Verkleidungsteile, z.B. hinsichtlich Luftwiderstand, Vibrationen, Steinschlag, Astaufprall oder auch Sturz. Aufgrund nicht zu vermeidender Beschädigungen müssen modifizierte Verkleidungsteile für ein oder auch mehrere Motorräder austausch- und in Kleinserien reproduzierbar herstellbar sein. Dabei sollen die modifizierten Bau-teile, trotz ausreichender Steifigkeit und Festigkeit, das Fahrzeuggewicht nicht nennenswert erhöhen. Zum Einsatz kommen daher in der Regel kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK).

Der übliche Formenbau für solche faserverstärkten Verkleidungsteile kann jedoch häufig – aufgrund benötigter Werkzeuge und hoher Kosten – nur von großen Herstellern bewältigt werden. Denn Spritzguss-Werkzeuge oder VARTM-Formen (Vacuum Assisted Resin Transfer Molding) werden meist spanend mit Hilfe von CNC-Fräsmaschinen hergestellt. Und bei der Verwendung sog. Prepregs (mit einer thermoplastischen oder duroplastischen Matrix vorimprägnierte, textile Halbzeuge) ist ein Autoklav bzw. Ofen erforderlich.

Lutz Prager (l.) und Jonas Englberger (r.) beim Scannen des Rallye-Motorrades
Student Jonas Englberger (3.v.l.) unterstützt durch (v.l.n.r.) Prof. Dr. Norbert Babel, Prof. Dr. Raimund Kreis, Lutz Prager (alle Hochschule Landshut) mit dem gescannten Rallye-Motorrad
Jonas Englberger beim Game of Stones VI-Rennen in Split, Kroatien
Von Jonas Englberger entwickeltes Designkonzept der Verkleidung auf Basis des Motorrad-Scans