Lena Kinzel (Studentin Biomedizinische Technik, 2. Semester)

Was hat Dich überzeugt, an der Hochschule Landshut zu studieren?

Es war vor allem meine Faszination für die Medizin, die mich an die Hochschule Landshut gebracht hat. Mein Plan war zudem schon immer, im kleinen Kreis zu studieren. Wir sind manchmal zu zehnt in der Vorlesung. Dadurch hat man natürlich die Möglichkeit, viel mehr zu lernen, da man sich traut nachzufragen oder auch mal etwas vorzurechnen.

Warum hast Du Dich für den Studiengang biomedizinische Technik entschieden?

Der Bezug zwischen den medizinischen und technischen Inhalten gefällt mir sehr gut. Wir lernen viel über den menschlichen Körper und seine Anatomie, haben aber gleichzeitig auch viele Module der Elektrotechnik. Dies macht uns später zu einem wichtigen Bindeglied zwischen zwei spannenden Branchen. Es gibt schon heute zum Beispiel die Möglichkeit, dass Gehörlose durch die Implantation eines Cochlea-Implantats wieder hören können. Innovationen wie diese sind zentraler Bestandteil der Forschung innerhalb der Medizintechnik und liefern nur ein Beispiel für die vielen spannenden Themen, mit denen man sich später auseinandersetzen kann. Absurderweise war ich in der Schule immer diejenige, die im Matheunterricht Kästchen am Rand ausgemalt hat. Jetzt sitze ich zu Hause und vergesse die Zeit beim Rechnen. Es macht mir einfach viel mehr Spaß als damals in der Schule, weil ich mich durch anschauliche Beispiele besser in die Themen hineindenken kann. Außerdem begeistert mich immer wieder aufs Neue, wenn unsere Professoren von Forschungsprojekten erzählen. Diese interessante Aussicht auf mein späteres Berufsleben bestätigt mich darin, das richtige Studium gewählt zu haben.  Das Studium an sich finde ich auch nicht besonders stressig, wenn man das ganze Semester über mitlernt. Stress hätte ich nur, wenn es mir keinen Spaß machen würde.

Welche Bereiche Deines Studiums haben Dich bisher am meisten begeistert?

Die Vorlesungen Elektrotechnik und Physik gefallen mir im Moment am besten. Nahezu jeder hatte schon mal eine CT- oder Ultraschalluntersuchung. Welche Mechanismen dahinterstecken, ist wirklich faszinierend. Die Grundlagen dafür haben wir im ersten Semester Elektrotechnik gelernt, als wir uns zum Beispiel mit dem Thema Magnetfeld auseinandersetzten. Aber nicht nur solche Geräte sind Bestandteil der Medizintechnik. In Physik haben wir beispielsweise erarbeitet, wie man die ganzen Kräfte, die auf einen Körper wirken, berechnen kann. Somit konnten wir dann unter anderem herausfinden, wie dick und stabil eine Knie- oder Hüftprothese für einen Patienten sein muss. Spannend ist auch zu sehen, dass man in einer Vorlesung das Auge rein medizinisch betrachtet und dann in Physik technisch darauf aufbaut, indem man näher auf die Optik eingeht. Gerade in diese Richtung gibt es auch viele interessante Forschungsthemen, beispielsweise Linsentransplantationen bei Menschen mit grauem Star.

Womit verbringst Du Deine Zeit am Campus, wenn Du nicht gerade in Vorlesungen bist?

Ich bin zum einen in der Zentralen Studienberatung tätig.  Da mache ich Campusführungen, erzähle von meinem Studium und gebe Tipps zum Studienstart. Ich fahre auch manchmal mit an Schulen und halte Vorträge über die Inhalte meines Studiengangs beziehungsweise darüber, was mir daran so gut gefällt. Das mache ich gerne, weil ich mir anfangs nicht vorstellen konnte, etwas Technisches zu studieren und ich nicht wusste, was mich erwartet. Umso mehr freut es mich, wenn ich den Schülerinnen und Schülern die Zweifel, die ich teilweise selber hatte, nehmen kann. So habe ich die Möglichkeit, meine Begeisterung für diese Fachrichtung weiterzugeben. Außerdem arbeite ich bei meiner Dozentin Prof. Dr. Stefanie Remmele als studentische Hilfskraft im Labor mit, was ich sehr interessant finde. Dieses Semester war eine meiner Aufgaben, unser Labor in einem 3D-Programm nachzustellen.

Was würdest Du Studienanfängerinnen und -anfängern der biomedizinischen Technik raten?

  1. Rechne die Übungsblätter.
  2. Lerne das ganze Semester über mit, dann kannst Du Dich am Schluss auf die Dinge konzentrieren, die Du noch nicht verstanden hast.
  3. Hab Spaß an Deinem Studium und genieße die Zeit.


(Das Interview führte: Luisa Gruber)