Von fossilen zu regenerativen Energien

Studierende des Schwerpunkts Energie- und Umwelttechnik im Bachelorstudiengang Maschinenbau der Hochschule Landshut erleben Energiewirtschaft aus der Praxisperspektive

Studieren ist nicht immer nur anstrengendes Lernen sondern kann auch Erlebnischarakter besitzen. Durch Beispiele aus der Praxis der Strom-, Wärme- und Biogaserzeugung kann den Studierenden theoretisch vermitteltes Wissen praxisnah und spannend anhand von fossilen und regenerativen Kraftwerken sowie Anlagen zur Biogaserzeugung veranschaulicht werden.

Eine Gruppe von Studenten der Hochschule Landshut aus der Fakultät Maschinenbau besuchte daher unter der Leitung von Prof. Dr. Josef Hofmann vor kurzem im Rahmen einer Exkursion den Kraftwerksstandort Zolling, der neben einem der größten Steinkohlekraftwerke mit 472 Megawatt elektrischer Leistung der französischem GDF-Suez-Gruppe zwei schwarz-startfähige Gasturbinen mit je 25 Megawatt Leistung sowie ein Biomasseheizkraftwerk mit 20 Megawatt elektrischer und bis zu 30 Megawatt thermischer Leistung beinhaltet. Die Studierenden erfuhren, dass aus dem Steinkohlekraftwerk bis zu 150 MW Wärmeleistung ausgekoppelt werden können, die neben der Wärme aus dem Biomasseheizkraftwerk in einer Fernwärmeleitung sowohl Verbrauchern in der Stadt Freising als auch dem Flughafen München zur Wärmeversorgung zu Verfügung stehen.

Neben der Kohleanlieferung konnten die Kesselanlage, die Dampfturbine sowie die Rauchgasreinigungsanlage besichtigt werden. Ein besonderer Höhepunkt bot die Aussichtsplattform auf dem Dach des Kraftwerks in rund 100 Meter Höhe, die den Exkursionsteilnehmern einen guten Überblick von oben über den Kraftwerksstandort sowie über das Ampertal bot.

Am Nachmittag konnte die Gruppe dann die derzeit weltweit größte Biogasanlage in der Nähe von Wolnzach besichtigen, die das erzeugte Gas vollständig auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz einspeist. Gesellschafter der Anlage sind die E.ON Bioerdgas GmbH, die HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G. sowie die Firma Högl Kompost- und Recycling GmbH aus Volkenschwand, die auch den Betrieb der Anlage durchführt.

Im Gegensatz zu anderen Biogasanlagen, die Mais als Einsatzstoff verwenden werden dort pro Stunde rund 1.000 Kubikmeter Bio-Erdgas vorwiegend aus Hopfenrebenhäcksel erzeugt, die bei der Hopfenverarbeitung als Rückstände anfallen. Somit können Abfallkreisläufe geschlossen und nutzbringend zur Erzeugung von regenerativen Energieträgern eingesetzt werden. Dadurch können rund 5.000 Haushalte mit Bioerdgas vollständig versorgt werden. Für die Studierenden war es interessant zu sehen, mit welchem logistischen und organisatorischem Aufwand der Betrieb der Anlage rund um die Uhr sichergestellt wurde.