Von Energie, Internet und Krebs

Von Energienetzen bis zur Betreuung von Krebspatienten: Drei Absolventen der Hochschule Landshut wurden am Montag in Straubing für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten mit dem IHK-Preis ausgezeichnet.

Optimale Energieflüsse im regionalen Netz

Christina Zugschwert hat ihre Bachelorarbeit bei den Stadtwerken Landshut ausgeführt. Diese beschäftigte sich mit der Herleitung eines zur Ermittlung der vorzuhaltenden Leistung am Netzanschluss für kleine bis mittlere Netzkunden. Zukünftig erleichtert dies dem Netzbetreiber, Baukostenzuschüsse einfacher zu berechnen ? also Zuzahlungen von Nutzern, für die das Stromnetz ausgebaut wird. „Die Arbeit stellt einen zukünftigen allgemeingültigen Leitfaden zur netzorientierten Leistungsberechnung dar“, sagt Professor für Energietechnik Dr. Stefan-Alexander Arlt, der die Arbeit hochschulseitig betreute.

Reibungslose Datenübertragung im Internet of Things

Wenn Maschinen und Geräte über das Internet miteinander kommunizieren, werden Unmengen an Daten übertragen. Damit das reibungslos abläuft, sind effiziente Nachrichten-Protokolle nötig, etwa über das MQTT-Protokoll, das zum Beispiel bei Smartphones, Laptops oder eingebetteten Systemen in Fahrzeugen eingesetzt wird. Dabei sind alle beteiligten Geräte mit einem zentralen Vermittler, einem Broker, verbunden. Lukas Brandl hat in seiner Bachelorarbeit in der Informatik bei Prof. Dr. Gudrun Schiedermeier eine Software entwickelt, mit der mehrere MQTT-Broker geclustert werden können – so funktioniert das Gesamtsystem weiterhin zuverlässig, auch wenn ein oder mehrere Broker ausfallen.

Hilfe beim Umgang mit der Diagnose Krebs

Bekommt ein Patient die Diagnose Krebs, trifft das nicht nur ihn, sondern auch seine Familie hart – vor allem, wenn Kinder oder Jugendliche erkranken. Corinna Hilz hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit der sozialpädagogischen Begleitung und Unterstützung krebskranker Kinder und ihrer Familien beschäftigt. Sie hat Aspekte herausgearbeitet, die sozialpädagogische Fachkräfte zur Orientierung nutzen können, wenn sie in diesen Bereich einsteigen. „Die zentralen Aufgaben der Sozialen Arbeit liegen hier in der Begleitung der Alltagsbewältigung und der (Re-)Aktivierung von familiären und individuellen Ressourcen“, sagt die Professorin für Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, Dr. Sigrid A. Bathke, die die Arbeit betreut hat.

Hybridnetze: Energieversorgung der Zukunft

Nicht an der Hochschule Landshut studiert, aber vom dortigen Professor für Netzintegration Dr. Alfons Haber über die Forschungskooperation mit dem Wissenschaftszentrum Straubing betreut: Michael Kain, Student der TU München, beschäftigte sich in seiner Masterarbeit mit regionalen Hybridnetzen: Energiesysteme, in denen die Energie teilweise umgewandelt wird, um sie zu speichern oder zu verteilen. Ist beispielsweise mehr Strom im Netz vorhanden als benötigt, wird er in Wärme umgewandelt. Michael Kain hat untersucht, wie Blockheizkraftwerke betrieben werden müssen, um ein Hybridsystem optimal zu versorgen, aus dem mehrere Privathaushalte Strom und Wärme beziehen. „Hybridnetze stellen nicht nur für die zukünftigen Energiekonzepte in Bayern und insbesondere für Niederbayern wichtige Bausteine für die Energieversorgung der Zukunft dar“, beschreibt Prof. Alfons Haber die Relevanz des Themas. Die Industrie- und Handelskammer Niederbayern ehrt mit dem Preis jährlich hervorragende Abschlussarbeiten, die im Zusammenhang mit einem Studium an den niederbayerischen Hochschulen angefertigt wurden. Der Schwerpunkt der Arbeit soll dabei auf der betrieblichen Praxis oder auf dem Wirtschaftsraum Niederbayern liegen.