Nach Corona war plötzlich alles anders

Amélie Lauvray berichtet über ihr Auslandsjahr an der Hochschule Landshut

Für viele Studierende ist ein Auslandssemester eine der schönsten und prägendsten Erfahrungen ihres ganzen Studiums. Aber wie fühlt es sich eigentlich an, weit weg von zu Hause zu studieren, wenn plötzliche eine Pandemie ausbricht, die die ganze Welt in Atem hält? Davon erzählen ausländische Studierende, die das Sommersemester in Landshut verbracht haben.

Amélie Lauvray kam im September 2019 aus Straßburg nach Landshut, um für zwei Semester Betriebswirtschaft zu studieren. Die 21-Jährige reiste zu einer Zeit nach Deutschland, wo es noch keine Anzeichen für eine weltweite Pandemie gab. „Erst gegen Ende Februar, Anfang März, war mir wirklich bewusst, was da auf uns zurollen könnte“, erklärt Lauvray. Die Französin war zu diesem Zeitpunkt zurück in Frankreich bei ihrer Familie, um die Semesterferien dort zu verbringen.

Von einem Tag auf den anderen schlossen die Grenzen

„Ich wollte aber pünktlich zum Semesterstart Anfang April zurück in Landshut sein“, erinnert sich die junge Französin. Nachdem sie die ersten Tage wieder in Niederbayern verbracht hatte, beschloss der französische Präsident Emanuel Macron, die Grenzen zu schließen. „Meine Familie wollte, dass ich schnellstmöglich zurückkomme“, erzählt Lauvray. „Also packte ich meine Sachen und fuhr zurück nach Frankreich.“ Die Entscheidung fiel der 21-Jährigen schwer. Niemand habe jedoch abzuschätzen können, wie lange die Situation so gefährlich sein würde und einen Lockdown wollte Lauvray nicht alleine in ihrer Studenten-Wohnung verbringen.

Wie fast alle Studentinnen und Studenten weltweit musste sich Lauvray plötzlich auf ein Digitalsemester umstellen, was sie vor besondere Herausforderungen stellte. „Es fiel mir oft nicht leicht, online dem Unterricht in Deutsch zu folgen“, sagt Lauvray. „Beim Präsenzunterricht klappte das besser. Komisch ist es auch, Gruppenpräsentationen abzuhalten, ohne die Kommilitoninnen und Kommilitonen wirklich um sich zu haben.“

Hochschule hat schnell reagiert

Von der Umstellung vom Präsenz- zum Digitalbetrieb zeigt sich Lauvray aber nach wie vor begeistert. „Es war eine großartige Leistung der Hochschule, hier so schnell zu reagieren“, betont die Französin. „Alle Dozierenden passten sich an die Situation an und strukturierten die Lehrveranstaltungen neu. So hatten wir zum Beispiel kürzere Kurse und mehr Pausen, um wieder neue Energie zu tanken.“ Auch das International Office sei während der Corona-Zeit eine große Hilfe gewesen, so Lauvray. „Das Team war immer für uns ansprechbar und hielt regelmäßig Zoom-Konferenzen ab, um uns über die aktuelle Corona-Situation auf dem Laufenden zu halten“.

Für Lauvray war ihr Auslandsjahr, das im August endete, eine besondere Erfahrung. Während im Wintersemester noch alles ganz normal ablief, sorgte die Corona-Pandemie für ein bisher nie dagewesenes Sommersemester. Eine Erfahrung, die Lauvray so schnell nicht vergessen wird.

Foto: Amélie Lauvray

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