Mit dem Bruder an der Seite

Gerardo und Francesco Manzo entschieden sich, ihr Auslandssemester in Landshut trotz Corona nicht abzubrechen

Für viele Studierende ist ein Auslandssemester eine der schönsten und prägendsten Erfahrungen ihres ganzen Studiums. Aber wie fühlt es sich eigentlich an, weit weg von zu Hause zu studieren, wenn plötzliche eine Pandemie ausbricht, die die ganze Welt in Atem hält? Davon erzählen ausländische Studierende, die das Sommersemester in Landshut verbracht haben.

Die beiden Brüder Francesco und Gerardo Manzo entschieden sich im Frühjahr 2019, ihre Bachelorarbeiten an der Hochschule Landshut zu schreiben. Mit Spannung erwarteten die beiden Italiener den Beginn ihres Auslandsaufenthalts im März ein Jahr später. „Vor sechs Monaten war die Corona-Lage noch einigermaßen entspannt“, erinnert sich Gerardo Manzo. „Wir hätten nicht gedacht, dass sich das so schnell ändern würde“, ergänzt sein Bruder. Als die Corona-Pandemie Europa und auch Deutschland voll traf, hofften die Brüder vor allem eines: „Dass der Ausbruch nach kurzer Zeit wieder vorbei ist und man die Pandemie schnell in den Griff bekommt“.

Während Corona getrennt von der Familie

Es sollte anders kommen! Obwohl Gerardo und Francesco gerne zurück nach Salerno zu ihrer Familie gereist wären, um in diesen schwierigen Zeiten füreinander da zu sein, entschieden sie sich dazu, in Landshut zu bleiben. „Die Situation in Italien war noch deutlich kritischer als in Deutschland“, betont Francesco. „Außerdem hatte ich zumindest meinen Bruder hier bei mir.“ Dank Videotelefonie sei es außerdem möglich gewesen, regelmäßig im Austausch mit Eltern und Verwandten zu sein und sich dabei – zumindest virtuell – auch zu sehen, ergänzt Gerardo. An die Corona-Regeln hielten sie sich strikt: „Wir haben unsere Unterkunft nur zum Einkaufen verlassen. Erst als sich die Lage nach ein paar Wochen etwas entspannt hatte, sind wir auch wieder mehr rausgegangen und haben uns mit Freunden getroffen.“

Da die beiden Brüder in Landshut nur noch ihre Bachelorarbeiten anfertigen mussten, hatten sie keine weiteren Seminare außer einem begleitenden Deutsch-Kurs. Ergebnisse vorzustellen oder Fragen zu beantworten fiel den Italienern dabei nicht immer leicht. „Alles nur über den Computer zu erledigen, ist teilwiese schon komplizierter, als mit anderen persönlich zu sprechen“, so Gerardo. Dass die Kommunikation aber trotz aller Umstände sehr gut funktioniert habe, liege vor allem am schnellen Handeln der Hochschule und dem Einsatz der Dozierenden. „Die Professorinnen und Professoren haben sich ständig nach uns erkundigt, wie es uns geht und wie wir mit der Situation zurechtkommen“, sagt Francesco. „Wir fühlten uns sehr gut betreut.“

Auch wenn die Voraussetzungen eine absolute Ausnahmesituation darstellten, konnten die beiden Brüder einiges aus ihrem Auslandssemester in Landshut mitnehmen. Ende Juli kehrten sie schließlich zurück zu ihrer Familie: gesund und mit der Hoffnung, dass die Pandemie nach und nach abflache.

Foto: Gerardo und Francesco Manzo

(frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle)